Die Familiennamen der Oerlinghauser

Volksgenossen

geschichtlich, geographisch und sprachlich gedeutet.

Unter Benutzung des Werkes Heintze-Cascorbi

 

Diekmann, mhd. tich, altsächsisch dik = der Teich. Der Name kommt in mannigfachen Orts­bezeichnungen, besonders in Niederdeutschland vor. In Münster gibt es eine Dieckstraße. Ein Hofname lautet: tom Swekendiek 1350 (d. i. am aufschwenkenden, oft anschwellenden Teiche). Hermann Swekendiek, gen. der Eiserne, war 1441 bis 1447 Richter auf dem Reineberge bei Herford. Meine Vorfahren wohnten 1771 in Kalldorf. Die Schreibweise ist verschieden. Hochdeutsch Teichmann.

Gräber ein Grabender (bes. Totengräber), auch Gröber, Graber — Biengräber, Borngräber, Brunngräber, Diekgräber, Erz- und Goldgräber, Abtritt- und Kanalreiniger, dann Hopfengraber usw.

Hunke von Huni, ahd. Hun, mhd. Hiune = Riese, schon vor dem Einbruch der Hunnen. Siegfried heißt in der Edda der „hunnische“. Auch an hunn = Bär kann gedacht werden (altnordisch).

Schäfermeyer = Schafhirt, -Halter/ ahd. scaphare, mhd. schaefer = Schafhirt, -Halter. Niederdeutsch Schäfer, Schäper. Zss. Bauerschäfer, Schäferbarthold, -johann, -meier usw.

Nagel = Handwerksbezeichnung für Hufschmiede.

Sprenger = entweder Steinsprenger oder Springer, d. h. Tänzer — Gaukler (gehörten im Mittelalter zu den „fahrenden Spielleuten“). Niederdeutsch Sprenger. 1385 in Bremen, Hausbesitzer. Oder sollte es mit dem Sprengen von Weihwasser Zusammenhängen?

Ritterbusch, ahd. ritari, mhd. ritaere, riter, daneben riter, ritter, ursprünglich Reiter; nachdem aber die Veränderung des Kriegswesens seit dem 10. Jahrhundert einen besonderen Stand vornehmer Krieger zu Roh hervorgerufen hatte, den Ritterstand, diente das Wort hauptsächlich zu dessen Bezeichnung. Niederdeutsch Ridder, vielleicht Ableitung von Ried.

Holzkamp = Holz im Sinne von Wald; camp aus dem lateinischen campus, das schon früh in das Niederdeutsche und Friesische herübergenommen ist, ein eingeschlossenes, umhegtes Feld bezeichnend, das einem einzelnen Bebauer zusteht. Eine große Menge Fn. gibt es in Westfalen. Zss. nach dem, was auf dem Kampe wächst: Appelkamp, Birkenkamp, Berkenkamp.

Soll = einer, der an einer Pfütze wohnt; ahd. solaga, mhd. sol. Kotlache, sich im Kote wälzen. Die Suhle ist ein Sumpf, in dem sich Rot- und Schwarzwild abkühlt.

Sielemann macht „Sielen“ = Geschirr für Zugvieh.

Meerkötter, „kötter“ = Inhaber einer Kote. In Westfalen und Lippe „Kotten“, daher Kötter. Meerkötter also jemand, der am Teich oder am Meere wohnte.

Bleicher = jemand, der eine Bleiche unterhält.

Berkemann = Birke = derjenige, der bei Birken oder in einem danach benannten Orte wohnt.

Bremer = einer, der aus Bremen stammt.

Koch, ahd. choch, mhd. koch, alts. kok. Der N. Koch findet sich lange vor der französischen Einwanderung und ist jetzt in verschiedenen Gegenden Norddeutschlands unter der Landbevölkerung verbreitet, so in Westfalen und Lippe, Mörs und Schleswig, er kann daher nicht französischen Ursprungs sein. (Aus coq = Hahn!) Die Adligen setzten ihre Köche vielfach auf leerstehende Erbe.

Rieso, altnordisch „risi“ = Riese, alts. wrisilik „riesig“, ahd. „riso“ = Riese.

Richter, ahd. rithari, mhd. rihtaere. Der Fn. kommt sehr häufig vor, auch in Zss., z. B. Bauerrichter, Halbrichter, Richtermeier. Die Häufigkeit des Namens erklärt sich, ähnlich wie bei Meier, Schulze, Müller, Schneider u. a. aus dem häufigen Vorkommen des betr. Gewerbes oder Amtes, besonders auf dem Lande. Das trifft bei sämtlichen oben angeführten Namen zu, vor allem bei Müller und Schulze. Jedes Dorf hatte einen Müller und Schulzen!

Müller, schon im 14. Jahrhundert der „muller“, durch Angleichung ans mittell. multor, d. i. molitor. Auch Molitor ist Fn. Erhalten ist der T-Laut auch in Moltor, Mölter, Molder (Sachsen) sowie in Mölders (Westfalen). Hierhin gehören auch Miller und Möller (niederd.). Die Hauptform bleibt Müller, die überaus häufig ist, da sich in manchen Orten mehrere Müller befanden. Zss. nach der Art der Mühle, z. B. Windmüller, Steinmüller, nach dem Standort der M. Bornmüller, Bruchmüller, Weh- von Weidemöller u. a. Die Zss mit Möller sind im Nordwesten Deutschlands, namentlich in Westfalen, aber auch in Lippe einheimisch.

Steinmeister. Stein dient zur Bezeichnung von Steinarten und von Werkzeugen, z. B. Barnstein, d. h. Bernstein. Schliepstein (Salzuflen) = Schleifstein. Im Jahre 1289 heißt jemand Burckart ime Steinhus. Steinerne Häuser kommen erst zu Anfang des 14. Jahrhunderts zahlreicher vor; vorher Pfostenhäuser und Blockhäuser. Fn. Steinrück, Steeneberg, Tätigkeit: Steinmeister. Auch Steinhude ist zu nennen.

Hellkamp (s. Holzkamp). Hell = der Helle, lichte Kamp.

Bergmann = entweder der Mann, der auf dem Berge wohnte, oder der „Bergmann“. Auch Bergbauer.

Bethge von Berthtas, got. bairhts, ahd. beraht, mhd. berth = „glänzend, erlaucht“. Von Bertl = Bertelsmann, von Bartke = Bethge (Schleswig-H.).

Elbracht von Agi, Agio, ahd. ecka, mhd. ecke, egge. „Ecke“, Kante, des. in dem Sinne von Schneide, Schwertesschärfe. Oder zum Stamme „Ag“ = „Schrecken“. — Die deutsche Weiterbildung aus Agil: Eilebrecht, Ellbrecht, Elbracht.

Löhr, Lohweg, Lohmeier, Lohmann bedeuten im Grunde dasselbe. Loh, mhd. „Gerberlohe, Baumrinde“.

Büker von Bottich, ahd. potacha, mhd. beteche (großes Holzfaß, zumal in Brauereien), altnd. Bödeker, niederdeutsche Bezeichnung des Handwerks. 1540 = Bodeker.

Hasenklever, niederd. Hasenklee, vermutlich Sauerklee oder nach den in der Rheinprovinz gelegenen Ort „Hasenklev“ = Steilabhang, Klippe.

Stücke = alter Flurname für ein Stück Land, auch für Tuch und Stoff. Fn. sind: Stuck, Stucke, Stucke, Stugg, Stückle.

Reuter — Reut vom ahd. riuti, „durch Reuten urbar gemachtes Land“. Seit dem 8. Jahrhundert kommt dieses Wort vor. Reuter ist also der Mann, der den Wald urbar macht. Durch die Hohenzollernschen Kolonisationen gewinnt der Name sehr an Verbreitung. Auch Kalkreuter und Röthemeyer gehören hierher.

Brinkmann — Brink hochliegender Grasplan, ein in niederdeutschen Mundarten weit verbreitetes Wort. Dahin gehört mehr als ein halbes Hundert Ortsnamen auf Brink, in der Linie Hannover-Utrecht, namentlich in Lippe und Westfalen. Fn. Brinkmann, Brinkkötter, Antenbrink - Ante = Ente, Amtenbrink wohl dasselbe bedeutend. Auch Lüsebrink (Spottname) - Lüse Laus oder Floh = gehört hierher.

Kuhlmann von Kuhle = Grube, d. h. der in der Grube, der Kuhle Wohnende. Fn. Kuhlemeier, Steinkühler.

Garnjost = Meister, Aufseher über Garn, Netze u. a. bei der Jagd.

Oberdiek = Ober = weiter nach oben wohnend, Diek = Teich, Deich. Am oberen Teiche wohnend.

Plaßmann von Blasius, Märtyrer unter Diokletian. Fn, Blaß, Plaß, Blessing, Bleßmann, Plaßmann.

Markmann = Grenzhüter, Bewohner einer Mark. (Markengrund!)

Rodewald der, den Wald Rodende (s. Reuter).

Meiser = Meisenfänger.

Kochsiek (s. Koch). Siek feuchte Niederung, Kochsiek also derjenige Koch, der in der Niederung wohnte.

Altenbernd - Bernd von Beron, ahd. bero, mhd. ber, angels. bera, altnord. björm = „Bär“. Fn. Biermann = Bärmann, Betz von Petz Bär; Petzold gehört ebenfalls hierher.

Grube, ahd. gruoba = Vertiefung, Bodensenkung. Besitzer oder Anwohner eines Bergwerks, einer Stein-, Kies-, Sandgrube.

Rott (s. Reuter) von Roden. Eine mbar gemachte Fläche auf Menkhausen, in der Nähe des Bruches, heißt 1595 „Arch dem Rott“. (Röden!)

Pott = Topfmacher, Töpfer, niederd. = Pott.

Siekmann — Der Mann im Siek, in der feuchten Niederung.

Butenholz — Buten draußen oder außerhalb des Holzes wohnend; vgl. Vahrenholz vor dem Holz. Eichholz.

Burkamp — bur Bauer, kamp = ein mit Holz, Wald oder Weide bedecktes Gelände, welches dem Bauer gehörte.

Dreischmeier — dreisch von Driesch = „unbebaut liegenbleibender Acker“. Fn. van den Driesche (holl.), Vandrisch, Driesch, Triesch, Treisch, Dreisch. Neese, griechisch „Hagnos“ = heilig, rein. Die Märtyrerin Agnes in Rom 306 enthauptet. 1600 heißt jemand in Nordhausen Hans Agnese. Fn. Agnes, Agenete, Nehse, Neese, Nes, Netz, Angenetter (Wien), Neser (Luxemburg), Neeser (Schweiz).

Winter von Winid, zum Volksnamen der „Winden“ oder Wenden. Fn. Windogast, Wendegast, Winidhari, Minder, Winter. Einstämmige Kürzung: Wind, Wendt, Windel u. a.

Schlafke — Schlaf, mhd. slaf = schlaff, niederd. schlapp, 2. der Slawe, 3. Schlaf, der Müde.

Fuhrmann — die Bedeutung liegt im Wort (niederrheinisch).

Meierjohann — Meier, aus dem lat. major, d. i. zunächst Aufseher oder Verwalter eines Landgutes. Die Entwicklung war folgende: Karl, der Schlächter, dessen Vater Pippin, der major domus (Hausmeier) der Merowingerkönige, sich selbst zum Könige der Franken gemacht hatte, hatte die fränkische Einteilung des Bodens (in mansi) auf das Sachsenland übertragen. Der ganze bebaute Boden mit allem Zubehör an Wald, Weide usw. hieß bei den Franken Villa, deutsch marka (Mark), enthaltend in der Mitte den Sitz des Freien (hus) mit umliegender hoube (Huve — Howe). Der Haupthof bekam einen villicus, der den Herrn vertrat. Allmählich entwickelte sich das Meierrecht. Neu Mansen entstanden durch Waldrodung, Haupthöfe wurden in Kotten zersplittert (14. bis 15. Jahrhundert). Die Hofbesitzer hießen nun Meier. — Das Meiertum ist am reichsten entwickelt gewesen in Westfalen (Lippe), Hannover und Bayern. Je häufiger in einer Gegend die Meierwirtschaft, desto häufiger auch der Name. In Ostfriesland waren die Meier, gegenüber den unsrigen, nur Pächter. — Was die Schreibweise des Namens anlangt, so ist darin eine Mannigfaltigkeit geleistet, was überhaupt mit so wenigen Buchstaben zu leisten war. Fn. in Süddeutschland: Majer, Mayer, Mayr, Maier, Mair; in Norddeutschland am meisten Meyer, außerdem Meier, Meierjohann, der nach Johannes benannte Meier, Meierhans, Meierjobst; einige nach der Beschäftigung: Richtermeier, Schmiedmeier, Stockmeier; andere nach Eigenschaften: Altemeier, Burmeier = Bauer, Niemeier, Neurmeier; andere nach dem Wohnort: Bokel- meier usw. usw.

Schulz, mhd. schult = „schuldig“, ahd. scultheizo, der Verpflichtungen und Leistungen heißt, d. i. befiehlt, Zivilrichter, Vogt. Seit dem 8. Jahrhundert in Deutschland nachweisbar.

Waldhecker — Wald, wie der Name sagt; Hecker von Heger. Waldhecker als der, der den Wald zu hegen hat. Seit dem 7. Jahrhundert nachweisbar.

Linde — Der eigentliche deutsche Lieblingsbaum. Im Mittelalter häufig Gerichtsbaum, wie noch heute Versammlungsort des Dorfes. Fn. Linde, Linnemann, Lindemeyer, Linnenbrügger.

Kramer — der Kleinhändler im Gegensatz zum „Kaufmann“, der mehr den Großhändler bezeichnet. Dem Krämer fiel zum Handel alles anheim was „Pfennigsgewerbe“ war. Fn. Krämer, Kramer, Cremer, Krome.

Bobe von mhd. buob = „Knabe, Knappe, Troßknecht“.

Holtmann (s. Holzkamp) — Holtmann ist der im Holze wohnende. Holz = Holt (plattdeutsch). Dieselbe Bedeutung haben: Holzhauer, Holthöfer — hatte seinen Hof am oder im Holze.

Geimke ist vom langobardischen „gaida“ abgeleitet, d. h. Lanzenspitze. Aus gaida wurde Geimo, dann Geim, Geimeke, zuletzt Geimke. Der Name ist etwa 1000 Jahre alt.

Köster = Küster, ahd. Kustor, d. h. Hüter des Kirchenschatzes und der heiligen Geräte, dann bezog man den Namen auf den Kirchendiener. In unserer Gegend auch auf den Organisten.

Plaßmann hängt mit Blasius zusammen. Dieser war Märtyrer unter Diokletian. Plaß bedeutet dasselbe.

Kramer = Krämer, d. h. Kleinhändler, im Gegensatz zum Kaufmann. Der Name taucht auf um 1175. Der Krämer handelt mit Pfennigware.

Schütte ist der plattdeutsche Name für Schütze. Der Schütze schießt und schützt. Er stand in Diensten einer Stadt und war bewaffnet mit Bogen und Armbrust.

Landerbarthold heißt Barthold an der Landwehr. Die Landwehren sind mächtige Erdwälle, die quer durch die Täler des Teutoburger Waldes führten und z. T. heute noch führen. Wir finden sie am Steinbült, im Schopketal am Brunsberge, am Kahlenberg bei Menkhausen (Wartbrink) am Hünensaut, am Wehrendeich (früher), in der Wistinghauser und Stapelager Schlucht. Sie sind rund 1000 Jahre alt, viele reichen noch weiter zurück. Die Wälle wurden von den Bewohnern aufgeworfen und mit Weißdorn, Schlehen, Hainbuchen, Brombeeren und anderem Gestrüpp bepflanzt. Die Durchlässe (Wege durch die Landwehren) wurden von Männern bewacht, die später ihren Namen von der Landwehr erhielten. Aus Barthold an der Landwehr wurde Landwehrbarthold, daraus Landehrbarthold und später Landerbarthold.

Schling. Die Landwehren wurden auch Schling genannt, daher die vielen Familiennamen auf Schling. Auch Schlingheider = Schlinghüter gehört hierher.

Hattenkerl ist der Name für einen Polizisten und bedeutet: er (der Polizist) hat den Kerl erwischt.

Kampmann hängt mit Kamp, lat. campus, zusammen, d. h. das eingefriedigte Feld, wie wir es heute noch überall in Westfalen und Lippe antreffen. Der Kampmann beaufsichtigte den Kamp.

Krey (auf Menkhausen) kommt her von Krähe, plattd. Kreisen. Es handelt sich also um einen Mann, der die Krähen zu vertilgen hatte.

Niemann. Das „nie“ heißt soviel wie neu. Niemann der Bauer, der sich neu ansiedelte. Im 17. Jahrhundert hießen die Anwohner der Wehme, d. i. Pfarrland, Neubauer.

Niemeyer = der neu Meier, Bauer.

Hilbrink = Hildebrand, der auf dem Brinke, dem Hügel wohnende Hildebrand. Sieweke ist ein alter germanischer Name und wohl von Segimer abgeleitet.

Heißenberg, eine Ableitung vom nhd. heis, auch heiser Buche, so in Heisterbrink im Schopketal Buchenbrink; heute wachsen in erster Linie Birken darauf. Heißenberg heißt also soviel wie Buchenberg. — Dahin gehören: Heißmann, Heidenstecker u. a.

Grote. Der Name Grote kommt vor in Grotenburg, d. h. die große Burg. Unsere Groten wohnten zwar nicht in der Burg, sondern sie waren die Bauern der größeren Höfe, zum Unterschied der Neubauern. Im 17. Jahrhundert werden hier ein Knecht und eine Magd uff'n Groten Hofe erwähnt. Von diesem großen Hofe stammte auch der Grote des Bartholdkruges ab.

Schulte (s. Schulz). Der Name ist sehr alt. Er kommt schon zur Zeit der Langobarden vor. Dort treffen wir „skuldais“ an. Er ist ein Mann, der Verpflichtungen und Leistungen (schult) heißt, d. i. befiehlt. Aus Schultheiß wurde Schultheß, dann Schultes und schließlich Schulte.

Schauder. Dieser Name kommt wahrscheinlich von Schauer her, d. h. der beamtete Mann, der die Marktware zu kontrollieren hatte, also ein städtischer Name.

Garnjost setzt sich zusammen aus Garn und Jost. Jost ist der Vorname. Garnjost ist der Mann, der das Garn oder die Netze bei der Jagd zu bewachen hatte.

Wachsmuth = ahd. hwaz, mhd. was, auch wahs = scharf, alts. hwat = schnell = mutig. Familiennamen: Wasmot, Wahsmut, Wasmuth, Wachsmuth.

Schmiedt, der Name für den Beruf = Schmiede.

Bahle vom ahd. pald, bald, mhd. balt kühn, kräftig, trotzig, altn. baldr = Fürst. Bahle ist eine einstämmige Kürzung von Baldmann = Bahl(e). Dahin gehört auch der Familienname Bohl(e).

Freitag. Personennamen werden gern von der Zeit hergenommen, besonders von Zeit und Umständen der Geburt. Freitag, als Christi Todestag genommen.

Blume — got. bloma, ahd. blomo, mhd. bluome -- wohl auf Jugend und Kraft deutend.

Hartz — „einer aus dem Harze“ oder aber auch, der Harz sammelt und zu Pech kocht.

Kronshage vom plattd. „Kreonen = Kraniche, Hagen = eingehegtes Feld. Kronshage somit Kranichhagen.

Mahrholdt — Streitroß, ahd. marah, mhd. marc.

Süllwald, ein alter Name, dessen Wurzel bis auf die Cherusker zurückgeht, Sigil, Erweiterung von Segu (Segimer), Sigilwalt: Süllwolt, Süllwald.

Westermann, ahd. westar, mhd. wester „westwärts im Westen“ wohnend.

Kehl von Kühle, mundartlich käle = wüst; Rotte Kehlen in Tirol. Auch Kehl.

Nieder = Ortsbezeichnung. 1590 Hans dar Nedden, Ternedde, Tornedden. Lipp. Reg. Das Gegenteil = Hans da oben.

Altenbernd. Bernd von Beran, ahd. bero, mhd. ber, angels. bera = Bär. — Alten = vielleicht aus dem Dorfe Ahlten (Hannover).

Blome (s. Blume).

Tölke?

Heißmann (s. Heißenberg).

Kochsiek, s. Koch. Siek -- feuchte Niederung. Der Koch im Sumpf oder an einer tiefen, feuchten Stelle.

Heimann von Hei, mhd. Heio, heie = der Heger, Aufseher, Hüter, im Lippischen = Rinderhirt.

Roolf = altnordisch hroor, Ruhm. In Namen seit dem 5. Jahrhundert nachweislich.

Meseke, s. Meiser. Meise, niederd. Mese. Vklf. Meseke.

Lohmeier (s. Lohmann).

Fillies — Filges. Vielleicht aus dem lat. figulus = Töpfer?

Hüfendiek = Besitzer einer Hufe Land an einem Teich oder an einem Deich.

Heibrok, s. Heimann. Hei -- der Heger, Aufseher, Hüter, im Lippischen Rinderhirt. Brok = Bruch.

Tellmann = töricht, unbesonnen.

Böger kommt her von Bogner =der Bogenmacher oder der Bogenschütze.

Drewes hängt mit Andreas = „der Mannhafte“ zusammen.

Becker- ahd. bukari, mhd. becker, der Bäcker.

Timpe, niederd. „Zipfel“, „Landspitze“. In Westfalen häufig Hofname.

Hollmann vom ahd. hold, mhd. holt = hold, ursprünglich auf das Verhältnis zwischen Lehnsherrn und Gefolgsmann gehend: gnädig, treu, ergeben.

Moritz von Mauritius, lat. Ableitung von Maurus „der Maurische“, dem Lande Mauretanien in Nordafrika angehörig. Der hl. Mauritius, ein Afrikaner von Geburt, soll unter Diokletian als Anführer einer christlichen Legion mit seiner Schar in Gallien niedergemetzelt worden sein.

Voß von Fuchs, meist nach der Farbe des Haares; so wird in der Lübecker Bürgerrolle für das Jahr 1322 der eine von zwei Brüdern Richard Vos, der andere Johannes de Rode genannt, offenbar nach derselben Ursache. Voß ist der plattdeutsche Name für Fuchs, der Rothaarige.

Geiger, d. h. der Fiedler, spielt bei Hochzeiten und dergleichen auf.

Wedepohl. Ziemlich sicher vom ahd. witu, mhd. wite, wede „Holz“, d. i. „Wald“.

Ritzenhoff, entweder zusammenhängend mit Mauritius (s. u. Moritz) oder eine Ver­kleinerungsform von Heinrich, Henritze oder Ritze.

Berkemeier (s. Berkemann).

Bröker von Bruch, der allgemeinste und durch viele Mundarten verbreitete Ausdruck für „Sumpf“. Neben den gewöhnlichen Familiennamen auf „ Bruch“ findet sich in Ortsnamen niederdeutsches „—brook, —brock“. Besonders in Westfalen. Dahin gehört auch Brockbarthold, d. h. Barthold aus oder an dem Bruche.

Schleppenböhmer von Bäumer, Inhaber oder Anwohner eines Schlagbaumes, an der Grenze oder Zollstätte, niederd. Böhmer. Johann vor dem Schuckenbome!

Kindsgrab von Kinsgreves, der Name rührt also nicht von einem Grabe eines Kindes, sondern von greve = Graf her.

Kuhlmann, niederd. Grube in Ortsbezeichnungen, der in der Grube, der Kuhle Wohnende.

Brand als Ortsnamen einer Waldstätte, welche durch Feuer gerodet ward. Ich erinnere an die Flurbezeichnung: Brandsheide, auf dem Kindsgrabe in Lipperreihe.

Bergmeier Bergmann, auch Bergbauer (eine Reihe von Schächten oder Halden, die kurz hintereinander liegen).

Silbermann, der Silberkrämer.

Hanning — „Gehege“, durch Dornbüsche umhegter Wohnplatz Hagen, einstämmige Kürzung.

Hellkamp, vielleicht von Helle = wilde Gegend mit Abgründen. Kamp eingefriedigtes Land (s. Kampmann).

Koring v. got. kuni, ahd. kunni, mhd. künne „Geschlecht, Sippe“, germ. kuniz „Nachkomme, Sohn“. Eine Ableitung ist Chunrad, Chuonrat: Korth, auch Kortes

Schlüter, der Schließer, bes. in dem Sinne von Gefängniswärter, Hausverwalter, niederd. Schlieter oder Schlüter.

Helmich — Helmig vom got. Hilms, ahd. Helm „Helm“, von helan „hehlen“, d. i. bergen, schützen, beliebt in westgermanischen Namen.

Bannmüller (s. Müller-Möller). Nach der Zugehörigkeit, Untertänigkeit: Bann.

Steinmeyer (s. Meier). Nach dem Acker und dessen Beschaffenheit: Stein.

Hahn — Tiername, dahin gehört auch Sturhahn. 1593 zuerst in Lippe stark, stattlich.

Falke = „Fallk“, beliebt in der ritterlichen Zeit als Stoßvogel auf der Jagd.

Stieghorst — Stieg Treppe. — Horst an der Treppe.

Plaßmeier (s. Plaßmann).

Butenholz außerhalb (buten) des Holzes Wohnende.

Apell von Apa „inneres Wesen, gute Abstammung“, davon abgeleitet Apala, mit dem es mehrfach zusammenfließt. Apaulf, Gotenkönig, Schwager Alarichs (5. Jahrhundert).

Schlichting, der einen Streit unberufen schlichten will.

Matern der Mütterliche, Bischof von Köln, Tongern, Trier.

Arndt von Aran, Arnus, angels. earn = der Aar, verwandt ist Ahrens.

Recksiek, mhd. recke „Verfolgter, Abenteurer, Krieger“. Siek = in der feuchten Niederung.

Rehm, niederd. schmale, lange Erderhöhung.

Kreft von Krebs, mhd. krebes, mttd. krevet, Irest.

Brettmeier (s. Meier).

Krüger = Schenkwirt auf dem Lande.

Bollhöfer, d. i. der auf einem Bolle, d. i. einem runden Erdvorsprung, wohnt.

Ober weiter, nach oben wohnend, vergl. Nieder.

(Diese Namen haben wir in Oetenhausen.)

Wiese, ahd. wisa, mhd. wise, niederd. Wisch, Namen vom Wohnort.

Rott, auf einem Grundstück wohnend, das gerodet wurde, oder der Mann, der selber rodete, s. Reuter, Rüter usw.

Sandmann, in einer sandigen Gegend wohnend.

Rieke, got. reiks „König“, mhd. riche „mächtig“.

Stücke = Stucke Stück Tuch, Stoff, Geschütz, oder von Stuke, mnd. „Wurzelende“ des abgehauenen Holzes, Baumstumpf.

Thomas — der Zwilling — der Apostel.

Burggräf, mhd. burggrave „Burggraf“, Stadtrichter.

Diekhof = Hof am Deich oder Teich, vergl. Diekmann.

Nölle, mhd. nol, nulle „Hügel“.

Ebbinghaus von mhd. eber, der Eber, für Männernamen passend, vielleicht Abkürzung von Eburwin, Eppink, Ebhinga (ostfriesisch).

Sültemeier, vielleicht, der aus Sülten, Wüstung bei Quedlinburg, stammte, oder von Sülze, sulte „Salzquelle“, schließlich von Sulzer, Sülzenmacher?

Schindowsky, vielleicht der Schindelmacher.

Amtenbrink von Ente, Ante, Antenbrink.

Broscheit von Ambrosius, der Unsterblich, der berühmte Kirchenlehrer. Mit Kürzung im Anlaut: Brosius, Brose, Brosch(eit).

Henke = Gehege, davon Hag = Einhegung, umhegter Ort, Hagen, durch Dornbusch umhegter Wohnplatz.

Höltke von Höltje, niederd. Holzapfel, wilder Birnbaum

Niebuhr = Nie neu; buhr = Bauer. Niebuhr also NeuBauer.

Brettmeier (s. Meier). Brettmeier = die Art seiner Beschäftigung.

Walter von got. waldan, ahd. waltan, mhd. walten „walten“. Kommt schon seit dem

1. Jahrhundert vor.

Grönewald. „Wald“ schon seit dem 7. Jahrhundert nachweisbar. Grön = grün.

Saat vom got. sakan, ahd. sahhan „streiten“. Einstämmige Kürzung: Saat.

Montag (s. Freitag). Unter den Wochennamen sind in erster Linie der Sonntag und der Freitag für Familiennamen häufig, seltener der Montag.

Welsch = der Wälsche.

Overkott = weiter nach oben, oder im oberen Kotten wohnend.

Haverich von Haber = Hafer, ein Bauernname.

Drewes von Andreas, der „Mannhafte“. Zerdehnt: Drewes.

Mashold von got. maitan schneidig, hauen.

Puckert, verwandt mit Burg, ahd. burg, mhd. burc. Familiennamen: Buchard, Buchert, Buckert, Puckert.

Rudolph von Rüed ist Rudi (Rudolf). Heinr. der Rude und Peter der Rüde.

Diekhof, dessen Hof lag am Deiche oder am Teiche.

Strate, verwandt mit Straße, an der Straße wohnend.

Duhme, von Daumen, Däumling, Deimling; Lutkeduhme, der mit dem kleinen Daumen.

Marthäus = Geschenk Gottes, nach dem Apostel benannt.

Matthias bedeutet dasselbe.

Kleine = der Kleine, der Junge; aber auch der feine.

Brauerkordt, ein Bierbrauer.

Plöger von Pflüger, Ackerer, niederd. Plöger.

Fortmann von Furt -- Furt, Weg, Bahn. Zss. Fortmann.

Bracht (s. Bethge), got. bairhts, ahd. beruht = glänzend, erlaucht.

Gronemeier, ahd. gruoni, mhd. grüene, altf. groni = grün, in dem Sinne von lebens- frisch.

Ermgassen hängt wahrscheinlich mit Irmin zusammen. Irmin war der Stammgott der Herminonen, der Binnengermanen, groß, gewaltig. Irminher: Ermer, Ermers, Ermhard usw.

Kuhlemeier = der in der Grube, der Kuhle Wohnende.

Eikermann hängt mit Eiche zusammen (Eichhörnchen = Eikern), der Eicheln Sammelnde oder im Eichwald Wohnende.

Settemeier von Sattelmeier — Sedel = Edelhof, Sedelmeier = Pächter eines Edelhofes.

Werke von wiga, alts. wig, altf. wich, mhd. wic „Kampf“. Einstämmige Kürzung: Wig = Wege, Wehte, Weeke.

Budde (westf.) steiler Hügel.

Schliebaum von Schlei (Fischname). Niederd. Schlie. Zss. Schliemann, Schliebaum.

Wiebusch, mhd. wide, niederd. wie. Wiebusch = Weidenbusch.

Blanke, ahd. blanch, mhd. blanc (von blinken) „blank, weiß“.

Hackel (s. Henke) von Hagan „Gehege“, Einhegung, Hag, umhegter Ort. Verkl. Hackel. Großbongardt. In niederrheinischen Urkunden: am Bongart = Garten. Großbongardt am großen Garten.

Pahrmeier von Bero, der Bär, Baar, Bahr, Pahr.

Schröder und Schröter bedeuten dasselbe, mhd. scrotaere, niederd. schröder.

Schröder, der Kleider zuschneidet, Schneider; dann der Lasten, namentlich Fässer, „schroret“, d. h. auf zwei Letterbäumen, die oben und unten verbunden sind, schiebend fortbewegt.

Friedhofs v. ahd. fridu, mhd. vride Friede“ im Sinne von Sicherheit und Schutz. Wenn wir bedenken, daß der Friedhof (nicht der kirchliche Friedhof) am weitesten nach Westen vorgeschoben ist, und wenn wir weiter an die noch vorhandenen Wälle südlich des Friedhofes (Menkh. Berg) denken, wird uns die Bedeutung des Hofes als „Schutz und Sicherheit“ bietend klar. Dieser Friedhof hat also mit einer Begräbnisstätte nichts zu tun.

Hollert, ahd. hold, mhd. holt „hold“, ursprünglich auf das Verhältnis zwischen Lehnsherrn und Gefolgsmann gehend: „gnädig, treu, ergeben“.

Petersen nach Petrus: Fels, Felsenmann, benannt.

Schultmann (s. Schulte weiter oben).

Sundermann, ein interessanter Name, da er auf unsere Markgenossenschaften hinweist. Sunder heißt soviel wie abgesondert aus der gemeinen Mark, einsam wohnend. Wenn wir an unsere Sundermanns im Welschen denken, trifft das heute noch zu.

Rasche, mhd. rasch, resch, risch, rösch, rosch „schnell, lebhaft, rührig“.

Warneke beaufsichtigen, wahren, in alts. waron, mhd. warn „beachten“.

Seiff, mhd. sife „langsam fließender, sumpfartiger Bach“.

Nölle von mhd. nol, nulle „Hügel“.

Wend, der Wende.

Naß, got. ganisan „gesund, selig werden“, einstämmige Kürzung: Naß.

Heger = Forstaufseher oder niederd. kleiner Lehnsträger, Meier, der zu hegen, sparen hatte.

Pape = Pfaffe.

Geise von Geis, der Ziegenhalter oder -Hüter.

Klei = fetter Boden, Lehm.

Wächter, ahd. wahtari, mhd. wahtaere (Wachtposten).

Borgschulze (s. Schulte).

Eikenberg ahd. ecka, mhd. ecke, „Ecke, Kante, bes. in dem Sinne von Schneide, Schwertesschärfe. Verkleinerung von Egi: Eicke, Eiken.

Nolterieke (s. Nölle).

Thieleke von Ottilia, romanifierte Verklf. zu weibl. Oda. Die heil. Ottilie ist Helferin gegen Augenübel, bes. in Süddeutschland verehrt. Mit Kürzung im Anlaut Dilg, Dilie, Tilk, Tieleke.

Brockschmidt = Schmied aus dem Bruche (s. Brokbarthold).

Böger = Bogenmacher — Bogenschütze.

Schreiber, ahd. scribari, der Schreiber von höherem Range als jetzt: Notar.

Beckmann von Bach, niederd. bete, ursprünglich Fluß- und Bachnamen, dann auch Benennungen von Orten, die an Flüssen lagen. Beckmann also der Mann am Bache oder an der Beke.

Wedepohl ziemlich sicher zu ahd. witu, mhd. wite, wede „Holz“, „Wald“.

Niewald — nie = neu. Niewald, der Neuwaldbesitzer.

Böke von Buche, verwandt: Bökenbrink = Buchenbrink.

Wilkenloh — Wilk = wollen streben, loh = Wald.

Schumacher = Schuhmacher.

Witte von ahd. witu, mhd. wite „Wald“. Vom Familiennamen Wido oder Wito ist Witte durch einstämmige Kürzung abgeleitet.

Köthe, der einen Kotten besitzt.

Fuhrmann drückt die Tätigkeit des Mannes aus.

Süß, Eigenschaftsnamen: „freundlich, gütig, süß“.

Lange nach Langwich, lang. 1877 gab es in Münster 23 Lange.

Weber von weben, drückt also die Tätigkeit aus, die Beschäftigung.

Buschmann von Busch, das gewöhnliche deutsche Wort für niedriges Gehölz.

Kleinweke (s. Weeke). Vielleicht aber auch Kleinebeke, Beke = kleiner Bach.

Kleinebekel bedeutet dasselbe. (Am kleinen Bache wohnend.)

Först = Fürst.

Hagemeister (s. Hackel und Henke), „Einhegung, Hag, umhegter Ort“.

Biesemeier, altn. bisa „sich tüchtig anstrengen“. Biese aber auch Binse.

Scheele = Eichenschäler, dieser Beruf war in früheren Jahrhunderten viel wichtiger als heute, da mehr Eichen vorhanden waren.

Michel nach Michael benannt.

Schleppenböhmer wohnte am Schlagbaum. Niederd. böhmer für Baum (s. auch oben unter Schlagbaum und Landwehren).

Bote = der Bote.

Rusteberg abgeleitet von Hrustis „Rüstung“, ahd. hrustan, rüsten, mhd. rüsten, schmücken.

Reimpell — got. ragin „Rat“, ordnen, bestimmen. Kürzung von Raimo: Reim.

Branding von Brandas „Brand“, Feuerbrand; flammendes, blitzendes Schwert (s. auch Brand).

Silbermann =- Silberkrämer oder -schläger.

Budde steiler Hügel.

Fleege — vielleicht von Fliege = leichtsinniger Mensch.

Flöter = Flötenbläser.

Bergmeier (s. Meier).

Lander (s. Landerbarthold und Brokbarthold).

Reichelt (s. Rieke).

Riesenberg von Riese, auch als Hausname: Riß, Risse, niederd. Rese.

Brüntrup, vielleicht v. got. brunjo, ahd. brunja, mhd. brünne „Brustharnisch“, andererseits kommt auch eine Ableitung von brunaz in Frage, das soviel wie funkelnd dunkelfarbig braun bedeutet.

Strate hängt mit Straße zusammen, „geebneter, gepflasterter Weg“.

Korte (s. Koring).

Kurr (f. Koring). Nägele (s. Nagel). Der Gebrauch dieses Namens bezieht sich auf die Nagelschmieden.

Bohle, mhd. buole „Liebster, naher Verwandter“.

Kollmeier, wohl von Köhler, die aus Holz Kohle machten. Die Kohlenmeiler gab es vor Jahrhunderten noch viel im Lande und auch bei Oerlinghausen. Überall, wo der Wald gerodet wurde, fand man auch Kohlenmeiler, so auf dem Röden, dann am Barkhauser Berge, auf dem Rott bei Menkhausen usw.

Uhlig hängt offenbar mit Uhle = Eule zusammen.

Schultmann von schult = schuldig (s. auch Schulte).

Johanning von Johannes = Gott ist gnädig, dahin gehört auch Hansing.

Dietz und Dittmer hängen mit diot, diet „Volk“ zusammen. Durch einstämmige Kürzung entstand Dietz.

Matthias — Thyes — Thies haben alle denselben Stamm und bedeuten, wie Matthäus dasselbe: „Geschenk“.

Welge, wohnt an einer Welle = Quelle.

Wille, von wiljan wollen streben. Einst. Kürzung: Wil. Auch Wilkenloh ist verwandt, loh = Wald.

Pollmann (s. Bahle).

Stuckmann (s. Stucke, Stücke).

Rose. Die Königin der Blumen, immer beliebt, schon in alter Zeit. Man sehe sich darauf die geschnitzten Balken an alten Hauseingängen an!

Stieghorst = Horst an der Stiege.

Hölscher (s. Holzkamp).

Petram von Petrus = Felsenmann oder Zusammensetzung von Peter am

Preu von Brauer, mhd. briuwer, brouwer der „Bierbrauer“.

Möhlmann, niederd. Name von Mühle.

Hofbüker (s. Büker).

Wassermann, der am Wasser wohnende Mann.

Wittenberg (s. Witte), oder von Widus, der Weiße, d. h. Hellblonde (vom Berge).

Funke = ein unsteter, leichtfertiger Mensch.

Sträter (s. Strate). (Bei uns wohnten die „Sträter“ an der früheren Hauptstraße.)

Hoppe, got. hugs, ahd. hugu = denkender Geist. Wahrscheinl. ist aber die Ableitung von Hopfen, Hopfenpflücker, niederd. Hoppenplöcker.

Appelkamp (s. Holzkamp).

Lickefett. Dieser Dame deutet noch auf die alte Tätigkeit hin, nämlich des Fettleckens. 1385 tritt der Name in Rostock auf. (Lecke den Bratspieß.)

Manhenke = meine Henke.

Müßmann, von Maus, Mius, Müß, der Mäusevertilger.

Strunk, kurzer dicker Stengel; im übertragenen Sinne: Mensch von kurzem gedrungenem Körperbau.

Blättner von Plattier, mhd. blatenaere, Verfertiger der blate (Platten).

Ditthöfer (s. Dietz und Distmer).

Schulz (s. Schulte).

Cosack = der Kosacke.

Westphal = ein Westfale.

Westerheide (s. Westermann), westwärts wohnend, auf der Heide.

Holste = ein im Holz ansässiger Mann.

Kleimann (s. Klei).

Bauermann, der den Acker baut. /

Posteher, vielleicht Postreiter?

Landermann, der Mann an der Landwehr (s. Landerbarthold).

Sander, der eine Sandgrube unterhält.

Wind (s. Wendt). Gehört zum Volksnamen der Winden oder Wenden, kann sich aber auch auf eine windige Gegend beziehen, wie die Zusammensetzung in Windmöller zeigt.

Möllenberg (s. Möhlmann), Mühlenberg.

Redeker, niederd. Radmacher.

Berke, von Birke.

Kleesiek, eine mit Kleeblumen bunt gezierte Fläche, die im Siek = einer feuchten Niederung liegt.

Haase, Name von dem bekannten Tier.

Kreft, von Krebs.

Runge, Teil am Wagen: Runge.

Wiskemann, got. wejs, angels. wis = weise.

Helbert = der Hellebardenträger.

Husemann, mhd. hus = Haus, also gleichbedeutend mit Hausmann.

Ritter (s. Reuter).

Linnenbrügger (s. Linde).

Kassen. Dieser Name ist hochinteressant, da er seine einstige Bedeutung nicht mehr erkennen läßt. Der Name Kassen ist von Christianus, welches eine Ableitung von Christus: ein „Christ“ ist, entstanden. Christian, Krist, Kirst, Kerstan, Karsten, Kasten, Kassen!

Ottensmann, got. aud = alts. od. ahd. ot (otag = reich), reicher „Erbbesitz“.

Pustkuchen, mhd. pfusen, „schnauben“, nhd. pusten, ein Aufgeblasener.

Busche, niedriges Gehölz, Buschwerk.

Winkel ist dasselbe von innen, was Ecke von außen gesehen ist, meistens mit Krähe zu­sammengesetzt: Krahwinkel usw.

Bockhorst = Bok = Buche, Horst = Busch, Gehege, Buchenbusch.

Upmeier. Up = auf, zur Bezeichnung des Wohnortes einer Person. Auf dem Meierhofe wohnend.

Thomas, nach dem Lieblingsjünger des Herrn benannt.

Bentrup, wohl verwandt mit „Bennenmacher“ Korbmacher, Korbflechter.

Cloes von Nikolaus = Kohlhaus, Klaus, Klose. Cloes.

Steffen von Stephanus, erster christl. Märtyrer.

Erfkamp, erf von erbi = das Erbe, das hinterlassene Erbgut.

Ruthe (s. Roolf).

Wagner = Verfertiger von Wagen.

Moshage, ahd. mos „Sumpf, Moor“, Hagen = eingehegtes Gebiet.

Steinkühler von Stein; Kühler von Kuhle = Grube.

Schneider = Berufsbezeichnung.

Bögeholz (vgl. Böger).

Hirsch, nach dem bekannten Wild benannt.

Rottpeter =Peter oom Rott (vgl. Rott).

Pfost = Pfosten, Balken, Stütze.

Börner, von der Quelle, dem Born.

Oesterhaus, weiter östlich wohnend. Das Gegenteil: Westerheide!

Wöhler, von walten.

Bauch, tritt schon im 13. Jahrh, auf.

Lepper = Flicker, der Lappen aufsetzt.

Hasenbein (s. Haase).

Strohdiek — Bauernname. Diek = Deich, Teich.

Friert hängt wohl mit fridu, vridu = „Sicherheit, Schutz“ zusammen. Vgl. Friedhofs. Risse (s. Rieso).

Seppe von Sepen = Seifen. J. B. Toelke legte z. B. in der früheren Ölmühle im Schopketal für seine Leinenbleiche eine Seiferei ein. Die hier beschäftigten Männer nannte man wohl in plattd. Sprache die Seiper oder Seper.

Stuckmann (f. Stucke, Stücke).

Burggräf, mhd. burcgrave „Burggraf“, Stadtrichter.

Bruns, got. brunjo, ahd. brunja, brunna, Brustharnisch.

Bökenbrink = Buchenbrink, auf dem B. wohnend.

Wigmann (s. Weeke).

Dreier von Drehen, mhd. draejen, der Drechsler.

Schäfer Schafhirt oder Schafhalter.

Meierhans (s. Meierjohann).

Schlür, vielleicht von Schlier = Schlamm, wohnt am Schlamm, Lehm.

Huxoll, westfälisch: Hukeshol „Eulenloch“.

Jakob von Jakobus, „der Fersenhalter“, jüngerer Zwillingsbruder des Esau.

Grube Besitzer oder Anwohner eines Bergwerkes.

Jäger = der Beruf.

Holländer, Ländername, wahrscheinlich der Mann, der als sogenannter Grasmäher nach Holland ging.

Tölle, mhd. tol, dol = ansehnlich.

Gröppel, verwandt mit Gröper — Grapengießer. Was waren Grapen? Grape ist ein dreifüßiger Kochtopf aus Gußeisen. Die Groper haben zuerst irdene Töpfe hergestellt, später eiserne.

Höcker (s. auch Hoppe), von ahd. hugu, mhd. huge, hüge denkender Geist. Höcker ist wiederum eine Ableitung von Hucger.

Osthoff bezeichnet den Wohnort der Person.

Brockmeier, Bruchmeier.

Hörner = Hornbläser.

Siebrasse (s. Sieveke). Von Sigiperaht abgeleitet und bedeutet: Gewalt, Überwindung, „Sieg“.

Heumann, Name der Landbevölkerung, seinen Hauptertrag.

Breder. Eigenschaftsname: Breiter, niederd. Breder.

Körbi — Gerätenamen, aber auch Bezeichnung für eine enge Gasse.

Welsch bedeutet der Wälsche.

Ruppe (s. Roolf, Ruthe).

Ewe von ebur = der Eber.

Röver, von Rübe, ein Bauernname.

Festing, ahd. festi, mhd. veste = fest, standhaft. Einstämmige Kürzung von Fast = Festing. Maschmann. Denken wir uns das r wieder eingeschoben, so wird sofort die Bedeutung des Namens bekannt: Marschmann ist ein niedriges, fettes Land an der Wasserkante, die Marsch.

Grund oder Grundmann ist der Mann aus dem Grunde, oder wie der Lipper sagt, aus „der“ Grund.

Wortmann, einer der auf der Wort wohnt, d. i. festgestampfter Boden. Unsere Vorfahren liebten im Hause, auch wohl davor, immer den festgestampften Boden, wie ich das bei den Häusern am Barkhauser Berge nachweisen konnte.

Buhlholz, verwandt mit Bohle. Buhl = Liebster, naher Verwandter.

Körtner (s. Koring, Korte).

Stuckmann (s. Stucke).

Hilker (s. Hilbrink).

Wille = wollen streben.

Echterling, wohl einstämmige Kürzung zu Ehtolt, zu ahd. ahta = Verfolgung.

Gröppel von Gropp = ein Fisch, d. h. ein Fischer.

Mensendiek, von Magma =Kraft, Stärke. Diek = der Deich. Mensen und Deich sind ostfriesisch, also ist anzunehmen, daß die Vorfahren des M. alle von der Wasserkante stammen.

Stuhrhahn. Dieser Name tritt in Lippe schon 1593 auf und heißt: ein starker, stattlicher Hahn.

Kopp von Kopf (Körperteil), heißt aber auch Trinkschale, Becher.

Rottschäfer, eine Zusammensetzung von Roll und Schäfer. Es handelt sich wohl um einen Schäfer, der vornehmlich seine Schafe auf den Rodungen hütete.

Hansing (s. Johanning).

Hofbüker (s. Büker). Es handelt sich bei Hofbüker um einen Böttcher, der auf dem Hofe wohnte oder daneben noch einen Hof besaß.

Stemmer von stametaere, stemeler, stamerer (mhd.) Stammler.

Holzhauer, ein Mann der Holz fällt.

Bracht, ahd. brache, das erste Umbrechen eines zum Ackerbau bestimmten Landes. Tritt schon im 8. Jahrh, auf.

Watermann (s. Wassermann).

Ahrens (s. Arndt): der Aar.

Gröne (s. Grönewald).

Brunsmeier (s. Bruns).

Schildmann = dreieckiges Stück Land, was dieser besitzt.

Heidschuster = ein Schuster in der Heide, einer öden Gegend.

Wilkenloh, von wilk = Wolf; loh = Wald. Wilkenloh wohnte also an einem Walde, in dem noch Wölfe waren. Nach dem Dreißigjährigen Kriege fanden auch bei uns noch Wolfsjagden statt, in den neunziger Jahren des 17. Jahrhunderts noch im Barkhauser Berge.

Buschkamp = ein Kamp, der mit Buschwerk bestanden ist.

Prante (s. Brand, Branding), von prant = Feuerbrand, flammendes, blitzendes Schwert. Hilgenstöhler (s. Hilbrink).

Klocke = Polizeidiener. Die Klocken mußten beispielsweise 1665 bei der Pest in Köln die Straßen reinhalten.

Buddenberg (s. Budde). Die B. wohnten auf einem steilen Hügel (Budde in Westfalen genannt).

Laube = gewölbte Vorhalle, bedeckter Gang einer Straße usw., wo er einen Verkaufsstand hatte.

Langewort. Lange von Langas = lang; wort, einer der auf der Wort wohnt, von wurth = festgestampfter Boden, oder der eine eingehegte Wohnstätte Halle.

Theopold, ahd. diot, sächs. diota „Volk“. Theopold ist von Peudobald abgeleitet.

Schwierigkeit macht die Deutung des Namens:

Kespohl. Ich nehme an, daß der erste Teil des Namens mit Käse zusammenhängt: Käs = Kaas = Kees. Was bedeutet aber pohl? Sollte es von bohrer oder pohrer Herkommen? Käsbohrer und Kösporer waren Leute, die Käsekörbe (kaesebor) machten.

Tintelnot. Die Bedeutung dieses Namens ist schwer festzustellen. Sicher dürste sein, daß „not“ gleichbedeutend mit Nott = Nuß ist.

Haverich = der Haferreiche.

Knönagel, vielleicht von Knöpfli = Knauf; Nagel = Schmied; es würde sich also um einen Knaufschmied handeln?

Güse, vielleicht von Gans, niederd. Gaus, Gössel, Gäuse, Güse = Gänsehalter.

Asemissen, der aus Asemissen Stammende.

Brüntrup (s. Bruns, Börner).

Hellweg (s. Hilbrink). Helweg von: Hiltiwig.

Hemmersbach von Hammer. Im Jahre 1356 tritt in Breslau ein Meister „Hemer, der Schmied“ auf. Hemmersbach ist also ein Schmied, der am Bache ein Hammerwerk besaß.

Pröter von brusdas = Spitze eines Spießes, Geschosses. Pröter ist also ein Waffenschmied, der Lanzenspitzen herstellte.

Posteher = ein Postreiter, der Briefe von einem Ort zum andern bringen mußte. Pehle, vielleicht zusammenhängend mit Pelzer = ein Pelzhändler?

Buse, vielleicht vom niederdeutschen Buske = Busch, also ein Mann, der im Busche wohnte. Lethmathe oder Letmathe, vielleicht abgeleitet von Letter, d. L. fetter Lehmboden. L. ist also ein Bewohner des Lehmbodens?

Leßmann von Leß, lesen, Aufseher bei der Weinlese.

Namuth, bezeichnet wohl die Eigenschaft des Mannes, nämlich Mut.

Zu diesen deutschen Namen treten in Oerlinghausen noch eine Reihe anderer, die anderen Völkern und anderen Sprachgebieten entlehnt sind. Das bedeutet aber nicht, daß die Träger dieses Namens etwa Ausländer seien, im Gegenteil, sie sind genauso gut Deutsche wie die Träger der anderen Namen. Zu diesen Namen gehören die folgenden:

Modrow, Sikka, Dellater, Rowlin, Novara, Pokern und Tanto. Trotz aller Bemühungen ist es mir außerdem nicht gelungen, eine einigermaßen richtige Bedeutung des Familiennamens: „Allmandinger“ zu finden. Im großen und ganzen hoffe ich, alle Familiennamen unserer Oerlinghauser Volksgenossen bis zum Ende des Jahres 1935 erfaßt zu haben. Meine Deutung erhebt auch keinen Anspruch darauf, einwandfrei zu sein, sie soll nur einen Versuch darstellen und die Gemüter anregen, einmal über die Bedeutung ihres Namens ein wenig nachzudenken und Interesse an ihren Vorfahren zu bekommen.