Hier gehört niemand zum „alten Eisen“
Oerlinghausen (sam). Zum »alten Eisen« gehören sie sicherlich nicht, auch wenn sie alle bereits ein hohes Alter erreicht haben: Die Redaktionsmitglieder des Oerlinghauser Burgkuriers. Alle zwei Wochen kommen die Hobby-Redakteure in der Müllerburg zusammen, und arbeiten an einer der beiden jährlichen Ausgaben ihrer Zeitung. Die Redaktionsmitglieder sind alle zwischen 66 und 91 Jahren und haben ihre Liebe zur Zeitung erst im Rentenalter entdeckt, aus der Branche kommt keiner. Doch das hindert die Redaktion nicht daran, eine Zeitung mit interessanten Geschichten, Anekdoten und Gedichten zu machen, die sich mittlerweile auch weit außerhalb der Müllerburg einen großen Freundeskreis erobert hat.
Sogar in Norddeutschland und Bayern erwartet so mancher ungeduldig das nächste Exemplar.
Ins Leben gerufen wurde der Burgkurier 1986 als Kurs der Volkshochschule Lippe-West.
In der ersten Zeit erschienen noch drei Exemplare im Jahr, das wurde den Redaktionsmitgliedern aber auf die Dauer zu »stressig«, und so entschied man sich, daß auch zwei Ausgaben genügen werden.
Zwei Drittel der heutigen »Redakteure« und »Redakteurinnen« sind seit der ersten Stunde dabei, und wollen auch noch viele Jahre bei dem liebgewonnenen Projekt mitarbeiten. Einer der Männer der ersten Stunde ist Fritz Soll sen.. Der 71-jährige leitet die Redaktion, und verfügt auch durch seine frühere Tätigkeit über gute Kontakte zur Stadt Oerlinghausen und dem Stadtarchiv, sowie über hervorragende Kenntnisse der Oerlinghauser Geschichte. Die ist dann auch hin und wieder Thema des Burgkuriers, genau wie Geschichten aus der Heimat von so manch anderen Redaktionsmitglied. Da werden Anekdoten aus Mecklenburg-Vorpommern erzählt, oder berichtet, wie es früher in Niederschlesien zuging. Für manchen Bereich gibt es aber auch regelrechte Spezialisten in der Truppe.
Für die Themen »Humor und Plattdeutsch« ist der 91-jährige August Klarholz zuständig, der jüngst wieder viel Lob für seine Erzählung »Gestatten, mein Name ist Klarholz« viel Beifall ernten konnte. Illustriert wird der Burgkurier schon seit der ersten Ausgabe von Ernst Meier, das Niederschreiben aller Artikel obliegt Margot Werner, die durch ihre langjährige Tätigkeit als Bürogehilfin in der Bischöflichen Dienststelle in Görlitz Meisterin der Schreibmaschine ist. Doch auch, wenn die Redaktion ein eingespieltes Team ist, über neue Mitglieder würden sich die Senioren auf jeden Fall freuen.
[Bild: Die Redaktionsmitglieder des>»Burgkuriers«: (v.l.) August Klarholz, Anna Helbert, Fritz Soll (hintere ’ Reihe), Hildegard Schülke, Elisabeth Grube, Elisabeth Jerrentrup, Grete Steinkühler (Mitte), Hans Sandkühler, Margot Werner und Heimleiter Heinz Kramer. Alle zwei Wochen arbeitet das Team emsig an der nächsten Ausgabe. Hier gilt das Motto: »Man ist immer so alt, wie man sich fühlt!« Fotos: S. Krum]
Senioren machen »ihre« Zeitung
Oerlinghausen (sam). »Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an...«, der alte Schlager von Udo Jürgens könnte das Motto der älteren Herrschaften in der Oerlinghauser Müllerburg sein, die die Seniorenzeitung »Burgkurier« herausgeben. Denn 66 Jahre Ist nicht etwa das älteste, sondern das jüngste Redaktionsmitglied, der älteste »Redakteur« Ist stolze 91 Jahre alt. Doch das hält die agilen Rentner nicht davon ab, sich alle zwei Wochen zu treffen, und mit viel Spaß und Engagement an einer der beiden jährlichen Ausgaben arbeiten.
Die meisten Redaktionsmitglieder sind aber nicht nur hier aktiv, sie haben auch neben der Redaktionsarbeit einen vollen Terminkalender. Gymnastik, Töpfern, Malen und zahlreiche andere Aktivitäten stehen auf dem Programm. Langeweile ist für die Seniorinnen und Senioren kein Thema, und die Devise heißt »Man ist immer so alt, wie man sich fühlt«.
[Bild: In gemütlicher Runde wird die neue Zeitung geplant, wird entworfen, beratschlagt und eine Auswahl getroffen, was im nächsten »Burgkurier« stehen soll.]