Eiche am Marktplatz wurde zu Ehren Friedrich Schillers gepflanzt

In den Annalen als Schiller-Eiche bekannt - Jetzt 82 Jahre alt

 

Oerlinghausen. Die in den letzten Ausgaben der NW erwähnte Eiche am Marktplatz hat ihre besondere Geschichte, und darum sind die Sorgen der Naturschützer auch zugleich Bemühungen um die Oerlinghauser Geschichte.

Hier die Geschichte der Eiche und des Platzes, auf dem sie steht. Im Jahre 1826 kaufte der damalige Tierarzt Tasche von der Kirchengemeinde einen Bauplatz in Erbpacht. Der damalige Kirchenbesitz ging noch weit über diesen Platz hinaus. Tasche baute nun ein großes Fachwerkhaus genau an der Stelle, wo heute die Eiche steht.

Als nun im Jahre 1835 auch in Oerlinghausen eine Spinnschule eröffnet wurde, verlegte man diese in das Haus von Tasche. Als 1869 die Spinnschule ihren Betrieb einstellte, da war das Handsprinnrad schon längst von der Spinnmaschine verdrängt. Nun stand Tasches Haus wieder leer. Als Tasche 1896 starb, hatte die Dorfgemeinde schon längst alles ums Haus herum aufgekauft, und sie erwarb auch die Erbschaft Tasches vom Landeskrankenhaus in Detmold. Das Haus Tasche wurde abgerissen, das Fachwerk z. T. im Niemannschen Haus im Welschenweg wieder zum Aufbau verwendet. Endlich hatten die Oerlinghauser einen Marktplatz. Die Gemeinde versuchte nun alles, den Platz in das Dorfleben einzubinden.

Als sich dann im Jahre 1905 das Todesjahr von Friedrich von Schiller zum 100. Male jährte, pflanzte man im Herbst des Jahres, und zwar an seinem Geburtstag am 10. November, dort eine Eiche, die in den Annalen Schiller-Eiche genannt wird. Da steht sie nun, „unsere Schiller-Eiche“ - 82 Jahre alt. Vielleicht wäre sie „denkmalpflegerisch“ zu schützen, damit ihr nicht noch mehr passiert.   

[Bild: Die Schiller-Eiche am Marktplatz         Foto: Burkamp]

[Bild: Dieses Haus stand um die Jahrhundertwende genau an der Stelle, an der vor 82 Jahren die Schiller-Eiche gepflanzt wurde.        Foto: NW]

 

Fritz Soll sen.