Aus den Kindertagen des Segelflugplatzes
Start von der Fliegerkuppe
[Bild: Katapultstart: Bis das Seil am vorderen Teil des Gleitfliegers straff gespannt war, musste das Halteteam am Heck des Flugzeugs festhalten. Auf das Kommando „Los“ schoss der Flieger in die Luft. | © FOTO: PRIVAT]
[Bild: Gründung 1952: Vorsitzender der Flughafengemeinschaft war Bürgermeister Heinrich Kramer (I.), Geschäftsführer war Fritz Drewes. | © FOTO: PRIVAT]
Oerlinghausen. Segelfliegen war ein spannender, aber mühsamer Teamsport in Alt-Oerlinghausen. Ende der 1920er Jahre nutzten die ersten Flugpioniere die günstige Hanglage der Bergstadt, um sich für einen kurzen Moment in die Lüfte katapultieren zu lassen.
Mit einem langen Gummiseil zogen zwei Laufteams die selbstgebauten Flugzeuge von den sogenannten Fliegerkuppen am Barkhauser Berg hinunter. Ein Halteteam ließ den Flieger erst los, wenn das Gummiseil bis zum Zerreißen straff gespannt war.
Zumeist endete der Gleitflug schon nach einigen hundert Metern in der Sennelandschaft. Manchmal hatten die Flugpioniere aber auch das Glück, einen günstigen Aufwind zu erwischen. Dann gelang es den Segelfliegern, sich Oerlinghausen von oben anzusehen.
Alter Ford als erstes Zugfahrzeug
Mit den ersten Schleppstarts begannen die Oerlinghauser Flugpioniere Anfang der 30er Jahre. Wilhelm Franke, ein Segelflieger der ersten Stunde aus Herford, beschrieb in einer Dokumentation, wie mit vielen aneinander gebundenen Wäscheleinen gearbeitet wurde.
[Bild: Luftige Angelegenheit: Die tollkühnen Männer saßen im Freien auf dem Pilotensitz - den Steuerknüppel zwischen den Knien. | © FOTO: PRIVAT]
Das Problem war nur, eine geeignete Fahrbahn durch die Heide zu finden, denn einen Segelflugplatz gab es noch nicht. Ein alter Ford Modell T9 diente als erstes Zugfahrzeug, doch die Geschwindigkeit reicht bei weitem nicht aus.
Erst als die Bäume auf dem heutigen Segelflugplatz entfernt wurden und man eine geeignete Schleppmethode fand (Werningeroder Methode), bei der ein langsam fahrendes Fahrzeug ein Segelflugzeug mit höherer Geschwindigkeit anziehen konnte, gewann der geschleppte Start auf dem Flugplatz an Bedeutung. Franke: „Der Flugbetrieb an den Fliegerkuppen nahm danach stetig ab." (aus „Von den Anfängen 1929 bis heute" von Uwe Molck).