Diekhof - Umgehungsstraße für Bergstadt dringend notwendig
Bürgermeister sprach vor Interessengemeinschaft Oerlinghausen-Süd
Oerlinghausen (prins). Auf der Jahreshauptversammlung der Interessengemeinschaft Oerlinghausen-Süd e.V. nahm Bürgermeister Diekhof zu dem Tagesordnungspunkt „Äußere Umgehungsstraße“ Stellung und gab damit Antwort auf die von einer anderen Bürgerinitiative vor kurzem geäußerte Kritik am Sanierungsplan für die Bergstadt. Als Anwohner der Holter Straße kenne er das Problem, das die Südstadtbewohner zu diesem Tagesordnungspunkt inspirierte, aus eigener Anschauung. Auch für ihn sei wegen des dann massiv einsetzenden Schwerverkehrs um halb fünf Uhr morgens die Nacht vorbei, sagte Diekhof.
Er wisse, daß des nachts die kleinen Kinder vom Straßenlärm nicht mehr schlafen könnten. An der Robert-Koch-Straße sei die Geduld der Anwohner so strapaziert, daß sie nur noch mit Mühe davon abzuhalten seien, sich aus Protest auf die Straße zu setzen. Die Entlastungsstraße, plötzlich wieder zum Mittelpunkt emotional aufgeladener Diskussionen geworden, sei dringend notwendig.
Seit 15 Jahren seien Untersuchungen über die Schaffung einer Umgehungsstraße geführt worden, in aller Breite hätten Diskussionen stattgefunden, auch über die beabsichtigte Trassenführung, die seiner Meinung nach nicht anders möglich gewesen sei. Seit 1972 herrschten in dieser Hinsicht allseits gebilligte Absprachen, auch von den Bürgern sei keine negative Reaktion gekommen.
Plötzlich habe das Landesstraßenbauamt eine neue Trassenführung (durch das Schopketal) als Alternative zum bestehenden Vorschlag geprüft; von wem der Plan stamme, sei im Rat nicht bekannt. Es sei jedoch klar, daß bei der nun beabsichtigten Straßenführung viel mehr Landschaft zerstört werde, als bei der bisher beschlossenen, meinte Diekhof. Deshalb erscheine es ihm rätselhaft, wieso die Herren von „Pro Grün“ Bürger im Kampf gegen die bestehenden Pläne unterstützten. Gebaut werden müsse die Straße auf jeden Fall, und es werde sicher nicht so vielen Bäumen an den Kragen gehen, wie man glauben machen wolle. Außerdem sei eine Neubepflanzung der Straßenränder möglich.
Weshalb sich die mit „Pro Grün" sympathisierenden Bürger nicht lieber gegen den Kalk- und Sandabbau im Südstadtgebiet wehrten, wollte der Bürgermeister wissen, der hier eine viel größere Verschandelung sah, als sie der Straßenbau verursache.
Zuhörer pflichteten den Ausführungen des Stadtoberhauptes zu und wiesen auf die Wertminderung ihrer Wohnungen hin, die im Augenblick unverkäuflich seien, weil sich Interessenten des Straßenlärms wegen vom Kauf zurückzögen. Der Vorsitzende der IG Oerlinghausen-Süd, Doil, regte eine nochmalige, ausführliche Information aller Oerlinghausener Bürger über die Sanierungs- und Straßenbaupläne und über bereits festliegende Beschlüsse an.