Chronik der Stadtwerke Oerlinghausen
Eine Zeitreise durch die jüngere Geschichte
Seit der Gründung der Stadtwerke hat sich einiges getan. Hier finden Sie eine Zeitreise durch die jüngere Geschichte.
Stilllegung der eigenen Erzeugungsanlagen und Übergang auf Fremdstrombezug. Dabei tritt 1948 das E-Werk Wesertal die
Nachfolge der Stadtwerke Bielefeld an.
1947 Der Eigenbetrieb „Stadtwerke Oerlinghausen" mit den Sparten Strom und Wasser beginnt.
1948 Die Stadtwerke haben zwölf Mitarbeiter. Der Stundenlohn eines Elektrikers beträgt 1,18 Mark.
1953 Die Umstellung von Gleich- auf Wechselstrom wird abgeschlossen.
60er Jahre Mit dem Bau der Südstadt kommt eine große Herausforderung auf die Stadtwerke zu. Siedlungen für etwa 5.000 Einwohner entstehen. Die Erschließung mit Strom kann weitgehend 1967 abgeschlossen werden. Die Stadtwerke werden Eigentümer des Jahre Mittelspannungsnetzes. 1968 nimmt die Wassergewinnungsanlage Oerlinghauser Senne ihren Betrieb auf. Bereits seit 1963 erfolgt die Wärmeversorgung durch ein Fernheizwerk.
1969 Im Zuge der Gemeindereform wächst die Stadt Oerlinghausen um die Gemeinden Helpup und Lipperreihe. Durch die Eingliederung von Helpup kommen an Wassergewinnungsanlagen die beiden Brunnen am Kopphof und in Mackenbruch hinzu. Die Versorgung von Lipperreihe erfolgt durch Fremdwasserbezug von den Stadtwerken Bielefeld. Ende der sechziger Jahre beläuft sich die Stromabgabe auf rund 19.000.000 Kilowattstunden. Im Jahre 1946 waren es 700.000 Kilowattstunden gewesen.
Umgründung des Eigenbetriebs „Stadtwerke Oerlinghausen" in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Das Stammkapital wird 1977 auf drei Millionen Mark aufgestockt. Alleiniger Gesellschafter ist bis heute die Stadt Oerlinghausen. Damit ist eines der kleinsten deutschen Stadtwerke weiterhin vollständig in kommunalem Besitz.
1989 Die Stadtwerke bauen das Heizwerk in ein Heizkraftwerk um. Es versorgt seitdem zuverlässig nahezu die gesamte Südstadt mit 1989 Fernwärme zur Raumheizung und Warmwasserbereitung. Mit dem installierten Kraft-Wärme-Kopplungsaggregat werden damals etwa 50 Prozent der benötigten elektrischen und über 90 Prozent der benötigten Wärmeenergie erzeugt.
1994 Die Stadtwerke werden auch Erdgasversorger. Sie übernehmen die Belieferung mit Erdgas für einen großen Teil des Stadtgebiets von den Stadtwerken Bielefeld. Außerdem gründet sich in diesem Jahr der Eigenbetrieb Abwasserwerk Oerlinghausen.
1996 Als jüngste Sparte kommt der Öffentliche Nahverkehr hinzu.
1997 Für die Kraft-Wärme-Kopplung ein Highlight der auch heute noch größte in Deutschland betriebene Erdgas-Otto-Motor geht im Oerlinghauser Heizkraftwerk ans Netz.
1998 Modernisierung der Straßenbeleuchtung durch Umstellung auf energiesparende Technik bis 2007
2000 Die Stadtwerke realisieren den vollständigen Querverbund in allen Sparten. Sie übernahmen die Stromversorgung in den Ortsteilen Helpup, Wistinghausen und Bokelfenn. In Helpup engagieren sich die Stadtwerke darüber hinaus maßgeblich bei der Sanierung des von der Schließung bedrohten Hallenbads. Durch den Einbau einer modernen mobilen Heizungsanlage kann das Bad weiter betrieben werden.
2001 Vor 100 Jahren wurde die „Elektrizitätswerk Oerlinghausen GmbH" gegründet. Das Jubiläum wird im August mit Dr. Franz Alt als Festredner gefeiert.
2003 Anschluss des Ortsteils Helpup/Währentrup an die Gasversorgung.
2004 Sanierung des Verwaltungsgebäudes.
2005 Inbetriebnahme des Holzheizkraftwerkes.
Einführung eines datenbankintegrierten Informationssystems.
2006 Übernahme der Betriebsführung der Oerlinghauser Bäder im Auftrag des Abwasserwerkes Oerlinghausen.
2008 Weiterer Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung durch Inbetriebnahme von zwei Blockheizkraftwerken in der Grundschule Lipperreihe und im Nonengrund.
10 Jahre Stadtbus Oerlinghausen.
2009 20 Jahre Stromeigenerzeugung und Fernwärmeversorgung auf Basis der Kraft-Wärme-Kopplung.
2010 Das Holzheizkraftwerk in der Oerlinghauser Südstadt ist seit fünf Jahren in Betrieb. Die CO2-Einsparung in diesem Zeitraum beträgt insgesamt rund 50.000 t.
Mit Zuwendungen aus dem Konjunkturpaket II und erheblichem Arbeitseinsatz von Stadtwerke-Mitarbeitern wird das Hallenbad in Helpup grundlegend saniert.
2011 Die Stadtwerke feiern Jubiläum: Sie versorgen Oerlinghausen seit 110 Jahren mit Strom, seit 100 Jahren mit Wasser.
Im Heizkraftwerk wird eine neue Gasturbine mit 5,3 MW elektrischer Leistung in Betrieb genommen. Auch in Helpup wird die Kraft-Wärme-Kopplung mit der Installierung eines Blockheizkraftwerkes im Hallenbad weiter ausgebaut Damit betreiben die Stadtwerke mittlerweile sieben dieser dezentralen KWK-Anlagen.
Wechsel in der Geschäftsführung: nach über 24 Jahren erfolgreicher Tätigkeit verabschiedet sich Herr Dipl.-Ing. Peter Blome Ende März in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist Herr Dipl.-Ing. Peter Synowski.
2012 Die Stadtwerke bleiben der örtliche Versorger in und für Oerlinghausen: Die zum Jahresende auslaufenden Konzessionsverträge für Strom, Gas und Wasser werden mit der Stadt Oerlinghausen für weitere 20 Jahre neu abgeschlossen.
Durch die Vernetzung von drei Wärmeinseln wird im Helpuper Ortskem der Nahwärmeverbund auf BHKW-Basis fertiggestellt.
2013 Die Stadtwerke lassen die Chancen und Perspektiven weiterer klimafreundlicher Energieerzeugung und -nutzung in einem „Energiekonzept 2020" mitersuchen. Diese Studie dient als Handlungsleitfaden für die künftige Entwicklung und die weiteren Aktivitäten des Unternehmens Stadtwerke Oerlinghausen.
2014 Vor 25 Jahren begann in Oerlinghausen das Zeitalter der Kraft-Wärme-Kopplung. Ministerpräsident Johannes Rau setzte die Gasturbine im neuen Heizkraftwerk höchstpersönlich in Betrieb - ein deutliches Zeichen, wie bedeutsam die Investition der Oerlinghauser Stadtwerke für die Landesregierung war.
Die Stadtwerke initiieren das Projekt „KlimaQuartier Südstadt". Im Mittelpunkt dieses Quartierskonzepts für die Oerlinghauser Südstadt steht die energetische Sanierung der Gebäude. Gleichzeitig soll die Chance ergriffen werden, den Stadtteil städtebaulich aufzuwerten.
2015 Im Gasturbinen-Heizkraftwerk wird die zentrale Steuerungstechnik für die Strom- und Wärmeversorgung nach 26 Betriebsjahren komplett erneuert. Rund 180.000 Euro investieren die Stadtwerke in diese Modernisierung, die eine effizientere Energieerzeugung bedeutet. Der Austausch erfolgt im Sommer bei laufendem Betrieb; die Leistung des Kraftwerks wird zu keinem Zeitpunkt unterbrochen.
2016 Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Oerlinghausen schreitet voran: auf dem Dach der neuen Mensa an der Heinz-Sielmann-Schule nehmen die Stadtwerke eine Photovoltaik-Anlage in Betrieb. Die PV-Anlage mit einer Leistung von rund 70 kW wird jährlich etwa 52.000 kWh CO2-freien Strom erzeugen, der in den städtischen Liegenschaften verbraucht wird.
In 2016 wird auch der Einstieg in die Elektromobilität gemacht. So wird zum einen ein erstes Elektroauto für den Einsatz als Dienstwagen beschafft. Weitere Elektroautos werden folgen; geplant ist, mit der Stadt Oerlinghausen einen gemeinsamen Fuhrpark mit E-Mobilen aufzubauen. Zum anderen stellen die Stadtwerke in Kooperation mit dem Kreis Lippe den Bürgern in Währentrup ein Elektroauto für vier Monate kostenlos zur Verfügung. Der Test macht deutlich, dass mit einem Dorfauto zur gemeinsamen Nutzung die Mobilität in diesem kleinen Ortsteil, der nicht an den ÖPNV angebunden ist, verbessert werden kann.
Rückwirkend zum 1. Januar 2016 wurde im Sommer per Ratsbeschluss der Betrieb von Frei- und Hallenbad auf die Stadtwerke übertragen. Damit müssen die Stadtwerke nun die Verluste der beiden Bäder übernehmen.
2017 Die Stadtwerke initiieren die Veranstaltungsreihe „Oerlinghauser Klimagespräche". Prominenter Gast bei der Auftaktveranstaltung am 17. Oktober ist Wetterexpertin Claudia Kleinert, die einen Impulsvortrag zum Thema „Zukunft unseres Klimas und Wetters" hält. An der anschließenden Diskussion nehmen neben Frau Kleinert Bürgermeister Dirk Becker, Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Synowski und Karl Banghard, Leiter des Archäologischen Freilichtmuseums, teil. Mehr als 200 Besucher lockt die kurzweilige Veranstaltung in die Aula des Niklas-Luhmann-Gymnasiums.
2018 Die Stadtwerke bieten die ersten drei öffentlichen Lademöglichkeiten für Elektroautos an: in Höhe ihres Verwaltungsgebäudes an der Rathausstraße, auf dem städtischen Parkplatz in Währentrup sowie am Gasturbinen-Heizkraftwerk in der Südstadt. Die Stromtankstellen sind zunächst kostenlos.
Mit dem „Bergstadtstrom” bieten die Stadtwerke einen neuen örtlichen Tarif an, der einen Preisvorteil gegenüber dem Tarif der Grundversorgung bedeutet und den Kunden darüber hinaus weitere Vorteile und Mehrwerte verschafft. Bergstadtstrom ist der Strom aus Oerlinghausen für Oerlinghauser, die sich mit ihrer Stadt identifizieren. Analog dazu folgt später das Produkt „Bergstadtgas”.
Am 24. Mai begeht der Stadtbus Oerlinghausen sein 20-jähriges Jubiläum. Grund genug, das zweite Oerlinghauser Klimagespräch unter das Motto „Mobilität der Zukunft” zu stellen. Gastredner Werner Linnenbrink von den Stadtwerken Osnabrück gibt in seinem Vortrag am 21. November spannende Einblicke in aktuelle Mobilitätstrends wie autonomes Fahren, Car Sharing, Elektromobilität.
Im Sommer legen die Stadtwerke der Bezirksregierung Detmold das per Gesetz geforderte Wasserversorgungskonzept vor. In dieser Studie weisen die Stadtwerke nach, dass die öffentliche Wasserversorgung für die Bergstadt langfristig sichergestellt ist. Dieses garantiert neben entsprechenden Wasserrechten, Fördermengen, Speicherkapazitäten und Bezugsverträgen vor allem auch die dezentrale Versorgungsstruktur.
Die Stadtwerke setzen weiter auf Kraft-Wärme-Kopplung. Sie werden rund 4,8 Millionen EUR investieren, um in der Südstadt und der Oerlinghauser Altstadt fünf neue Blockheizkraftwerke (BHKW) in den Jahren 2019 und 2020 zu errichten. Der Aufsichtsrat fasst hierfür einen entsprechenden Beschluss.
2019 Am 15. April geht eine neue Buslinie für einen zunächst zweijährigen Probebetrieb an den Start: Die Linie 939 pendelt stündlich zwischen dem Welschenweg, der Oerlinghauser Altstadt, Währentrup und Lage-Hörste, wo Anschluss an den Detmolder Stadtbus besteht Damit erhalten insgesamt mehr als 2.000 Anwohner aus dem Wohngebiet Welschenweg und dem Ortsteil Währentrup erstmals einen Anschluss an den öffentlichen Personennahverkehr.
Die Stadtwerke investieren mit der Anschaffung von insgesamt fünf Blockheizkraftwerken (BHKW) weiter in die ressourcenschonende und hocheffiziente Technologie der Kraft-Wärme-Kopplung. Drei der fünf BHKW werden in 2019 installiert. Eines davon wird im alten Telekomgebäude in der Marktstraße errichtet, die beiden anderen auf dem Gelände des Gasturbinen-Heizkraftwerkes in der Südstadt.
2020 Im Frühjahr erhielten die Stadtwerke die beiden letzten der insgesamt fünf neuen Blockheizkraftwerke. Für diese Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen wurde extra ein neues Technikgebäude gebaut Es befindet sich auf dem Gelände des Hartsteinwerkes neben dem Holzheizkraftwerk. Mit Inbetriebnahme aller fünf BHKW steigt der Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung aus Erdgas und Biomasse an der Oerlinghauser Fernwärme auf über 90 Prozent.
Die Stadtwerke Oerlinghausen richten die Stromversorgung in Oerlinghausen strategisch neu aus. Der Netz-, Last- und Erzeugungsschwerpunkt des Stromnetzes wird künftig auf dem Gelände „An der Bleiche" - neben dem Holzheizkraftwerk -liegen. Dort beginnen die Stadtwerke in 2020, ein neues Umspannwerk zu errichten. Vom Bau des Umspannwerkes über die Netzmodernisierung bis hin zur Kabelverlegung und zum Anschluss belaufen sich die Investitionen auf insgesamt ca. 10 Millionen Euro.
Beim 4. Oerlinghauser Klimagespräch der Stadtwerke Oerlinghausen zeigte Arved Fuchs am 7. Oktober in der Aula des Niklas-Luhmann-Gymnasiums seine auf dem Buch beruhende Multivisionsshow „Blickpunkt Klimawandel". 195 Besucher fühlten sich bei dem spannenden und informativen Vortrag des renommierten Polarforschers bestens unterhalten. Die Veranstaltung fand selbstverständlich unter Berücksichtigung der Corona-Schutzbestimmungen statt.