Die Teilung der Bergreviere

1846

 

Als im Jahre 1826 die Dorfschaft die Gemeinheitsflächen - Hude Steinbrüche - Sandkuhlen -Plaggenhieb usw. von Barkhausen erwarb, zahlte sie dafür an Barkhausen eine Abfindung von 6.000 Rht. Sie lieh das Geld von der Lipp. Spar & Darlehnskasse. Die Flächen beinhalteten den Tönsberg - die Welschen - und die Senne. Das was wir heute den Barkhauser Berg nennen, hatte damals die Bezeichnung "Barkhauser - Hinterberge" und gehörte nicht dazu.

Dann ruhte 12 lange Jahre alles, aber es sah nur so aus. Die Dorfschaft verkaufte hier und da einen Bauplatz um in Detmold die Zinsen bezahlen zu können. Etwa 1843 forderte Barkhausen die Dorfschaft auf ein Cataster aufzustellen, um die einzelnen Hausbesitzer zur Grundsteuer veranlagen zu können. ⅔ aller Häuser in Oerlinghausen standen doch auf ehemaligen Barkhauser Besitz. Aber nicht nur Häuser sondernnauch viele Gärten und Ackerland (Pipergärten).

Insgesamt befanden sich auf ehemaligen Barkhauser Grund und Boden 55 Häuser, dazu die Windmühle und der Borghagen. Dazu die Grundstücke die zu einer Straße am Kalderberg abgegeben waren (1827) (Detmolderstraße). Außerdem ein Hausplatz für Tischler Brinkmann, dessen Haus vor Tölken Fichten kurz vorher abgebrannt war, ohne daß ein Tropfen Wasser zur Verfügung war.

Als nun der Dorfsvorstand verlauten ließ, er wolle viel Gelände verkaufen um eine Wasserleitung zu bauen, pochten die Masse der Einwohner auf ihr Recht der Mitbestimmung. Alles, so eine Eingabe mit der Forderung alles restlos unter die Hausbesitzer zu verteilen. Aber hierbei machte der Dorfsvorstand nicht ganz mit. Er bestellte den Forstassessor Steneberg aus Detmold um erstmal alles zu Vermessen.

Ende 1845 lag das Ergebnis vor. Die zu verteilende Fläche hatte ei eine Größe von 696 Scheffelsaat. Der Ortsvorstand erarbeitete nun eine Teilungssatzung mit Zustimmung der abstimmungsberechtigten (Hausbesitzer) der Dorfschaft. Von der Gesamtfläche wurden 25 Wegeflächen abgezweigt - die Windmühle mit dem Hausplatz und der Borghagen blieb bei Barkhausen. Mieter und Kleinviehhalter sollten nicht berücksichtigt werden.

Die zu verteilende Fläche wurde nun von 3 Gutachtern in 3 Bodenklassen eingeteilt

1 Classe = Gartenland

2 Classe = Ackerland

3 Classe = Holzcultur

Inzwischen kam noch ein Schreiben von der Regierung in Detmold. Hierin warnte der Regierungsdirektor Eschenburg den Ortsvorstand vor übereilten Beschlüssen. Aber es war zu spät, die Teilung lief. Am 29. Oktober 1846 fand im Brauhause des Gastwirts Becker die Verlosung der vermessenen Teilungsstücke statt. Für jedes Haus und jede Kuh wurde in jeder Abteilung ein Loos gezogen.

Am 7. September 1847 bedankte sich die Lipp. Regierung beim hiesigen Ortsvorstande für die zügige Abwicklung der Teilung in Oerlinghausen, eine Gebührenrechnung hatte sie auch beigelegt für Genehmigungen die man von dort gebraucht hatte.

Die Ernüchterung kam bald, denn plötzlich merkte man das keine Hudefläche mehr vorhanden war.

 

Oerlinghausen 26. August 1997

Fritz Soll sen.