Etwas aus der Meteorologie Oerlinghausens

Auszug aus Hermann Diekmanns Buch „Die Geschichte der Bergstadt Oerlinghausen im Teutoburger Walde“

 

Seit 1924 ist in Oerlinghausen auch eine meteorologische Station. Beauftragter dieser Station ist seit Bestehen derselben der Verfasser. Um den Lesern auch einen Einblick in diese Einrichtung zu gewähren, lasse ich zunächst einen Bericht über das Jahr 1927 folgen.

Das Jahr 1927 war trotz der geringen Wärme und der vielen Regentage reichlich mit Gewittern gesegnet. Wenn auch die beiden Wintermonate Januar und Februar uns keine elektrischen Entladungen brachten, so bescherte uns der Lenzmonat bereits mit 1, der April mit 2, der Mai mit 5, der Juni mit 11, der Juli mit 15, der August sogar mit 19 und der September mit 6 Gewittern. Wir hatten also nach den amtlichen Feststellungen insgesamt 62 Gewitter. Gewitterfrei waren somit die Monate Januar, Februar, Oktober, November und Dezember.

Die Zahl der Gewitter an einem Tage war auch außerordentlich verschieden. Nur eine elektrische Erscheinung konnte gebucht werden am 9. und 27. März, am 8. und 11. April, am 21. und 30. Mai, am 7., 8., 17., 23. und 30. Juni, am 1., 8., 15. und 27. Juli, am 13., 16., 20., 23. und 26. August, am 6., 11., 12. und 18. September. Mehrere Gewitter an einem Tage traten auf am 26. März (2), am 31. Mai (3), am 5. Juni (2), am 9. Juni (4), am 9. Juli (4), am 22. Juli (3), am 31. Juli (4), am 7. August (3), am 10. August (2), am 12. August (3), am 14. August (4), am 19. August (2) und am 7. September (2).

Auf die Wochentage der Monate März bis September verteilt ergibt sich folgendes Bild: Auf den Sonntag entfielen am 27. März 1, am 5. Juni 2, am 31. Juli 4, am 14. August 4, am 11. und 18. September je 1 Gewitter, zusammen 13. Der Montag brachte uns 6 Gewitter, der Dienstag übertrumpfte den Montag um 1 Gewitter, bescherte uns also mit 7 elektrischen Erscheinungen. Desgleichen brachte uns auch der Mittwoch 7 Gewitter. Der Donnerstag hätte seinem Namen Ehre machen können, tat es aber nicht, sondern hatte nur 6 Gewitter aufzuweisen. Diese brachte er im Juni zur Geltung. Der Freitag hätte freundlicher sein können. Aber, gerade er brachte uns die meisten Gewitter, nämlich 14! Furchtbare Gewitter mit verheerender Wirkung und Folgeerscheinungen, die noch in aller Gedächtnis sein dürften, brachte uns der Sonnabend, und zwar in erster Linie der 9. Juli. 4 Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen, der dann die nachfolgenden Überschwemmungen und Verwüstungen herbeiführte, zeichneten ihn aus.

Zum Schluß sei noch bemerkt, daß im Jahre 1924 = 58, 1925 = 33, 1926 = 34,

1927 aber 62 Gewitter über uns hereinbrachen.

Die Durchschnittszahl der auf eine Station entfallenden Gewitter hebt und senkt sich. Während im Jahre 1924 von 1100 Stationen im Reich 24 000 Gewitter gemeldet wurden, das heißt auf eine Station 21,8 Gewitter kamen, stieg die Zahl im Jahre 1925 auf 28 500 Gewitter oder 25,9 elektrische Erscheinungen auf eine Station.

Unsere Gegend am Teutoburger Walde wird besonders stark von Gewittern heimgesucht, sie gehört zu den gewitterreichsten Gegenden des Reiches, so daß die Durchschnittszahl in jedem Jahre überholt wird.

Größere Verheerungen und Blitzschäden, wie am 10. Februar 1925 und am Sonnabend, dem 9. Juli 1927, traten zum Glück im Jahre 1928 nicht auf.

Das Jahr 1929 brachte uns 25 Gewitter. Es entfielen auf das 1. Viertel 0, auf das 2. Viertel 12, auf das 3. Viertel 11 und auf das letzte Viertel des Jahres 2 Gewitter.

1930 konnte Oerlinghausen 44 Gewitter buchen, und zwar im 1. Viertel 1, im 2. Viertel 21, im 3. Viertel 21 und im 4. Viertel des Jahres nur 1 Gewitter.

1931 In diesem Jahre zählte Oerlinghausen 45 Gewitter.

1932 brachte der Stadt 39 Gewitter.

1933 konnte die Gewitterstation 32 elektrische Entladungen buchen.

1934 zählte die Stadt ebenfalls wieder 32 Gewitter.

1935 entluden sich über Oerlinghausen 31 Gewitter. Sie verteilen sich auf die Zeit vom 17. Februar bis zum 22. September.