Harte Kämpfe am Lönkert

 

Als erster fiel in Brackwede der Volkssturmmann Karl Kleineberg, als er gerade vor seinem Haus an der Gütersloher Straße sein Fahrrad besteigen wollte. Ein Schuß aus einem Panzer traf ihn. Es war am frühen Morgen des 4. April, als die Amerikaner über Brackwede zum entscheidenden Stoß auf Bielefeld ansetzten. Sie drangen sehr vorsichtig vor. Der Polizeibeamte Herbert Meyer aus Brackwede wurde von den Amerikanern gezwungen, mit erhobenen Armen ihren Angriff mitzugehen. Er fand dabei den Tod. Um 9 Uhr waren die Amerikaner an der Sperre, die unter der Bahn westlich der Gasanstalt angelegt worden war. Gegen 11 Uhr kam es zu schweren Kämpfen am Lönkert und an der Straßenbahnhaltestelle Bahnhof Brackwede. Etwa siebzig Soldaten und zwölf SS-Männer leisteten stundenlang nur mit Gewehren und wenigen Maschinengewehren und Panzerfäusten hartnäckigen Widerstand. Der Kampf endete erst zwischen 16 und 17 Uhr, als sich 35 deutsche Soldaten dem Gegner ergaben. Bei diesen Kämpfen fielen vier deutsche Soldaten, darunter der Stabsfeldwebel Paul Hermann, der die Seele des Widerstandes war. Volkssturm und Soldaten verteidigten den Bahndamm. Fünfzehn deutsche Soldaten, offenbar Versprengte, die auf dem Gelände der Friedrich-Wilhelm-Bleiche lagen, griffen in die Kämpfe nicht ein, sondern hielten sich noch vier Tage versteckt, bis die Amerikaner sie abholten.