Blutige Ostern am Tönsberg

 

Im Laufe des Ostersonntags erreichten die Amerikaner mit Panzern und Infanterie, von Paderborn kommend, die südliche Stadtgrenze von Oerlinghausen. In wilden Haufen waren zuvor deutsche Truppen zurückgeflutet, völlig ausgehungert und abgerissen, auf der Flucht in Richtung Weser, wo eine neue Kampflinie aufgebaut werden sollte. Gegen 18 Uhr setzte die Beschießung der Bergkette und der südlichen Stadtviertel ein. Die Panzersperren waren geschlossen. Eilig herangeführte Soldaten des Panzergrenadier-Ersatz- und Ausbildungsbataillons 64 hielten die Stellungen. Die Bevölkerung war zum Verlassen der Stadt aufgefordert worden, aber viele blieben in ihren Häusern. Noch am Abend drangen die Amerikaner in die Stadt ein, Häuser brannten. Der Hauptkampf begann in der Frühe des zweiten Ostertages. Die deutschen Truppen wichen zum Tönsberg, zur Stadtmitte und dem Schopketal aus. Es kam zu blutigen Kämpfen am Welschenweg, bei der Jugendherberge und am Mühlenstumpf. Noch am Osterdienstag, 3. April, tobten den ganzen Tag über Kämpfe um die Kirche, das Pfarrhaus und den Tönsberg. Erst am Abend gegen 19.30 Uhr trat das deutsche Kampfkommando den Rückzug an, 71 tote Soldaten zurücklassend. Die Leichen durften erst nach Tagen eingesammelt werden. Als sie in drei großen Gräbern auf dem Friedhof beigesetzt wurden, gab ihnen eine vielhundertköpfige Menschenmenge in einer ergreifenden Trauerstunde das letzte Geleit, während amerikanische Panzer und Lastwagen donnernd vorbeirollten.