Oerlinghausens „gute Stube“ wird zu zwei Dritteln vom Land bezahlt
Initiative von Horst Steinkühler hatte Erfolg - Platzgestaltung am evangelischen Pfarrhaus kostete 203 000 Mark
Oerlinghausen (bi). Der Platz am evangelischen Pfarrhaus entwickelt sich immer mehr zu Oerlinghausens „guter Stube“. Nachdem der Spielplatz vor der jahrhundertealten Pfarrlinde schon seit längerem fertig ist und auch von vielen Kindern im Innenstadtbereich genutzt wird, ziert nun eine historische Pumpe mit einem Wasserbecken aus Sandstein davor den malerischen Ort.
Und das Geld für diese Stadtkernverschönerung braucht nicht allein aus dem eigenen Stadtsäckel bezahlt zu werden, sondern kommt zum großen Teil von der Landesregierung in Düsseldorf. „Auf 203.000 Mark belaufen sich die Gesamtkosten für die komplette Platzgestaltung“, erklärt Bürgermeister Horst Steinkühler, „davon sind 134.000 Mark an Landesmitteln an Oerlinghausen gezahlt worden.“
Der Clou an der Geschichte ist: Der Platz um die Pfarrlinde wurde zusätzlich zur Stadtkernsanierung als Einzelmaßnahme vom Land gefördert. Anlaß des warmen Geldregens aus Düsseldorf für den Pfarrplatz war eine Initiative des Landtagsabgeordneten Horst Steinkühler, gerichtet an den nordrhein-westfälischen Städtebauminister Christoph Zöpel. Er empfahl dem Minister diesen Teil Oerlinghausens als förderungswürdig und restaurierungswert.
Durch seinen Staatssekretär ließ Zöpel mitteilen, daß der Pfarrplatz in der Liste der Städtebauförderungsmittel aufgeführt sei. Damit war grünes Licht für eine Zweidrittel-Beteiligung des Landes an den Oerlinghauser Kosten erteilt.
„Bisher führte dieser Platz eher ein Schattendasein", bewertet Bürgermeister Steinkühler den jetzt fertiggestellten Ort. „Dabei bietet er sich gerade als Eingangstor Oerlinghausens für Wanderer oder Spaziergänger an, die von Bielefeld her aus der Schopke heraufkommen“, meint er.
Durch den neuen Brunnen können nun also Wandergruppen ihren Durst mit frischem Leitungswasser der Bergstadt löschen. Die Pumpe nämlich, die das Wasser spendet, ist zwar ein originales Stück, nur wird damit kein Wasser aus dem Boden heraufgeholt. Ein Wasserhahn an der Pumpe mit einem großen, schwenkbaren Griff liefert aber echtes Oerlinghauser Wasser aus dem Senneboden.
Der jetzt fertiggestellte Platz an der Pfarrlinde bietet sich ohnehin zum Ausruhen und Verweilen an. Viele Bänke zieren die schattige Stelle, der das alte Kopfsteinpflaster eine stilechte Note verleiht. Wer hier Platz nimmt, der hat einen wunderbaren Blick über das Schopketal und Wöstenfeld hinweg bis nach Bielefeld.
[Bild: Ein neues Schmuckstück ziert den Platz am evangelischen Pfarrhaus, eine alte Pumpe. Das Wasser daraus ist allerdings frisches Oerlinghauser Leitungswasser.]