Luftkurort Oerlinghausen im Teutoburger Wald

und Umgebung - Führer nebst Wald- und Wegekarte - herausgegeben vom

Verkehrs- und Verschönerungsverein Oerlinghausen

1927

Druck: Gebr. BIume, Oerlinghausen.

 

[Bild: Oerlinghausen am Tönsberg]

Ein warmer Sommerabend. Der Zug fährt prustend und pfeifend in den Bahnhof Oerlinghausen ein. Fast alle Reisende eilen dem vorm Bahnhof wartenden Postauto zu. Wir aber ziehen vor, die Sommernacht zu genießen und steigen zu Fuß zur jüngsten deutschen Stadt empor. Es ist noch ein Weg von zwei km zurückzulegen, denn so hoch wollte die Bahn nicht zum Tönsberg hinauf, sie ist hübsch unten im Tal geblieben, alles kann man nicht haben, und läge Oerlinghausen da unten, dann hätte es gewiß nicht die vielen, vielen Freunde sich erworben, die jetzt der Bergstadt Sommer für Sommer zueilen, um in seinen Wäldern Frieden zu finden.

Vom Turm des nahen Gutshauses Niederbarkhausen schlägt's schon zehn Uhr und im Stönebrinkteich quaken die Frösche. Gemächlich steigen wir den Abschneider hinan und freuen uns über Sternschnuppen und Zirpen der Heimchen, genießen stumm das Rauschen des Waldes und das sachte Wogen des Korns zu unseren Seiten. „O wundervoller Nachtgesang."

Da tauchen um eine Ecke des Weges plötzlich die ersten Lichter der Stadt vor uns auf, und nun sehen wir die lange Reihe der elektrischen Straßenlampen bis zum Kirchturm, der nadelspitz sich vom Nachthimmel abhebt.

Wie tröstend ist solch ein Licht in dunklem Land, feierlich und dankbar stimmt es uns. Gut, daß wir diesmal zu Fuß gingen.

Mit Halloh werden wir auf der Terrasse des Hotels empfangen. Nun müssen wir doch noch den Abend mit einem guten Trunk beschließen, der Wirt bringt schon eine neue Flasche und - ja, da ist es wieder, das Gefühl des Geborgenseins, des Friedens, der behaglichen Kühe, wie singt doch der Dichter von dem schönen Sommerabend: „In deiner erquickenden Kühle vergibt man die Leiden der Zeit". - O, ich freue mich, wieder in Oerlinghausen zu sein.          

Am andern Morgen weckt mich die Sonne, die einen Spalt in den Fenstervorhängen entdeckt hat, und mahnt, daß es am Morgen auf dem Berge am schönsten ist. Draußen marschiert singend und rupfend ein froher Trupp Wandervögel vorbei. Die wollen wohl schon Zum Frühstück am Hermannsdenkmal sein, so fix schreiten sie aus. Ich aber steige zwischen roten und blauen Dächern zuletzt eine steile Treppe hinauf, um schnell den ersten Slick vom Tönsberg in die weite Welt zu werfen. Da vor mir grüßt die Porta Westfalica herüber, durch den Morgennebel steigen die Türme der alten Hansestadt Lemgo auf, und weiter rechts liegt Detmold mit dem nahen Hermannsdenkmal. Links erblicke ich die berühmte Leinenstadt Bielefeld und dann Kuppe an Kuppe des langgestreckten Gebirges den sagenumwobenen saltus teutoburgiens. Der Tönsberg ist wegen dieser Fernsicht weit bekannt. Er lockt, Wege zu gehen, um neue Ausblicke zu gewinnen. Da liegt im Süden die Senne, die stille Heide, die mich des Nachmittags reizt, daß Falter und Bienen mich umschwärmen, daß ich den letzten Duft der Erika und gelben Lupinen einatme und - das tiefe Glück der Sommerstille. Am Abend aber will ich im Schopkebad sein, da unten im Talkessel Zwischen den Menkhauser Bergen, um zu schwimmen, den Alltagsstaub abzuspülen und nicht müde zu werden, bis die Glocken der Kühe auf den tauigen Weiden mich heimrufen.

Mein stiller Winkel in den Bergen, wie manche Stunde vollen, inneren Erlebens und Reicherwerdens danke ich dir! Oerlinghausen, das Wort klingt so voll, so stolz. Aber die Leute dort sind nicht stolz. Ein arbeitsames Volk wohnt in den Bergen, das dem kargen, hängenden Boden mühsam seine Gaben abringt. Oerlinghausen hat eine alte reiche Geschichte. Es liegt an der Grenze von vier Grafschaften und hat im Mittelalter manche Fehde über sich ergehen lassen müssen, auf dem Ostabhang des Tönsbergs steht die Hünenkapelle, von Karl dem Großen errichtet als Dank für die Hilfe der Heiligen bei der Bezwingung der trotzigen Sachsen. Rings um den Ostabhang des langen Berges riehen sich die Wälle des alten Sachsenlagers und zeugen von den Kämpfen aus der Frühzeit deutscher Geschichte. Hier oben, mitten drin im Niedersachsenlande, begreift man eher den Sinn der Geschichtsforschung und wird, ob man will oder nicht, auf ihren Weg gedrängt. - Und gewinnt das Land lieb, das sich zu unseren Füßen breitet.

Und ruft laut: Du schöne Heimat, du mein schönes Deutschland.

[Bild: Gehrenbergwinkel]

Oerlinghausen, Bahnstation der Eisenbahnlinie Bielefeld-Lage-Hameln, ist die höchstgelegene Stadt des Landes Lippe und liegt an der Hauptwanderstrecke Bielefeld-Detmold-Hermannsdenkmal. Die Stadt schmiegt sich malerisch um den Fuß des 334 Meter hohen Tönsbergs, der weithin erkennbar ist durch seinen alten Windmühlenstumpf. Hier - im Herzen des Teutoburgerwaldes - tobten vor neunzehn Jahrhunderten die erbitterten Kämpfe unserer Vorväter gegen die römischen Eindringlinge, hier war es, wo Hermann der Cherusker über die römischen Legionen siegte, wo später Karl der Große die Sachsen bezwang. Noch manche Überreste aus jenen fernen Tagen zeugen bis heute von diesen Kämpfen und hartnäckigem ringen, so die Sachsenwälle, die Hünengräber und als ein Zeichen des Siegers die Ruine Hünenkapelle auf dem Tönsberg.

Die Stadt selber mutet mit ihren sauberen Straßen und zum Teil villenartigen Häusern inmitten grünender Gärten freundlich an. Es fehlt nicht an mancherlei Annehmlichkeiten einer Stadt, wie elektrisches Licht, Wasserleitung, Promenaden usw. bequeme und ständige Verbindung zu allen Zügen zum Bahnhof Oerlinghausen durch Autobus.

Reiche landschaftliche Abwechslung bietet die nächste und weitere Umgebung, mag nun der Spaziergänger auf Bergeshöhe steigen oder auf schattigen reizvollen Talpfaden wandeln, viele schöne Aussichtspunkte mit Bänken zum Ausruhen sind an den verschiedenen Stellen vorhanden.

Oerlinghausen hat eine alte schöne Kirche aus dem zwölften Jahrhundert mit sehenswerter Barockorgel, eine neue katholische Kapelle, ein Amtsgericht, Rathaus (verbunden mit einem Rathaushotel), Krankenhaus, Siechenhaus, vier Ärzte, Zahnarzt, Apotheke, Hotels, Restaurationen, Pensionshäuser für Sommerfrischler, Buchhandlungen usw. Eine Jugendherberge auf dem Tönsberge ist im Bau begriffen.

Zum Tönsberge führt eine Anzahl Wege, der Kammweg des Tönsbergs führt nach ½ Wegstunde an den Sachsenwällen vorbei zur Hünenkapelle. Eine unvergleichlich schöne Rund- und Fernsicht bietet sich dem Auge: im Süden die Gebirge des Sauerlandes, im Westen der Osning, im Norden das Wesergebirge, im Osten der Süntel und Solling mit dem vorgelagerten Lippischen Walde. Man sieht die Städte Bielefeld, Herford, Bad Salzuflen, Lemgo, das Hermannsdenkmal, das Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem Wittekindsberge bei Porta usw. lm Süden breitet sich die stille, weite Heide aus, die in der Blütezeit dem Auge ein entrückendes Bild bietet, nur unterbrochen durch Nadelholzwaldungen und vereinzelt liegende Gehöfte. Hier in der Senne herrscht die dicke, ruhige Einsamkeit, die gerade von Erholungsbedürftigen so gesucht und geschätzt wird. Im Osten der Senne sieht man vom Tönsberge aus, die Türme von Paderborn, im Westen Lippstadt, Rheda, Gütersloh und bei ganz klarem Wetter Münster i. W. am Tönsberg entlang führen gepflegte Promenadenwege; der Philosophenweg im Norden, der Piperweg im Süden, die wegen ihrer geschützten Lage und reizenden Durchblicke immer wieder anziehendes haben.

[Bild: Brachtshof]

lm Tal durchwandert man das reizende Menkhauser Bruch und am Schopkebach entlang führt der Weg zum bekannten Schopkebad (Schwimm- und Luftbad). Auch hier, inmitten hoher Tannen- und Buchenwaldungen, laden gut gepflegte wundervolle Wege mit Bänken zu beschaulicher Ruhe und Wanderungen bis tief in die Heide ein. Das Schopketal Ist überaus reich an Naturschönheiten.

[Bild: Bau und Baum in Oerlinghausen]

In Nachfolgendem soll nun eine Reihe von Spaziergängen und Ausflügen kurz beschrieben werden, wobei nur das hauptsächliche Erwähnung findet. Wer länger am Platze sich aufhält, wird durch Fragen und an Hand der Orientierungskarte eine ganze Reihe weiterer, sehr lohnender Spaziergänge leibst ausfindig machen können.

 

Zeichen der Wege-Markierungen.

Rotes Kreuz: Teutoburgerwald-Kammweg. Bielefeld-Oerlinghausen-Detmold,

Rotes Dreieck: Oerlinghausen-Schopketal-Pollmannskrug,

Roter Punkt:  Oerlinghausen-Schopketal-Bartelskrug,

Roter Strich: Oerlinghausen-Schopketal-Buntes Haus,

Roter Doppelstrich: Oerlinghausen-Asemisserberg-Rollkrug.

 

Spaziergänge und Ausflüge.

von 1 bis 2 stündiger Dauer.

A. Im Gebiet des Tönsberges:

1. Weg auf den Tönsberg, Höhenweg, Hin- und Rückweg zusammen ½ - 1 Std.

2. Zur Hünenkapelle; Rückwege 1½ - 2 Std.

a) durch den Piper (Südseite)

b) Steinbruchsweg (Nordseite).

3. Philosophenweg ½ - ¾ Std.

4. Der Piper 1 - 1½ Std.

 

B. Im Menkhauser Bruche  ½ - ¾ Std.

 

C. Im Gebiete des Schopketales: Zugänge (einfache Wegstrecke)

1. Durch das Menkhauser Bruch 20 Min.

2. Über den Steinbült

a) durch die Lander 10 Min.

d) vom Schützenplatze am Menkhauser Berge entlang 20 Min.

3. Pastorenweg 10 Min.

Im Schopketal:

4.         Schopkebad, Bachweg ½ Std.

5.         Wasserwerk, Nagelweg ½ Std.

6.         Brunsberg ½ Std.

 

D. Die Senne: (einfache Wegestrecke)

1. Schopkebad, Menkhausermühle, Bartelskrug ¾ Std.

2. Steinbült, Bartelskrug 35 Min.

3. Verbindungsweg sm Sennerande 20 Min.

4. Wege im Menkhauser Berge.

5. Menkhauser Mühle, Oelmühle, Wasserscheide (Zollstock), Pollmannskrug 1 Std.

6. Schopketal, Lohheide, Buntes Haus 1 Std.

Zurück: Maakengrund, Wöstenfeld 1½ Std.

7. Sportplatz, BIeiche, Stukenbrock 1¼ Std., Zurück: Bokeler Senne, Wistinghauser Senne, Welschen 1½ Std.

 

E. Mausoleum und zurück 1 Std.

 

F. Nicht beschriebene lohnende Spaziergänge:

Die Grüte - Dükersgrund - Breitegrund - Der kahle Berg - Gräfinghagen

Die Barkhauser Hinterberge.

 

Weitere Spaziergänge und Tagestouren.

1.

a) Stapelage und Zurück 3 Std.

b) Hörste und zurück 4 Std.

2. Rollkrug und Zurück 2 Std.

3. Bielefeld über die Berge, einfache Strecke 3 Std.

Wöstenfeld, vier Buchen, Lämershagen, Spiegelsberge, Sennefriedhof 3½ Std.

4. Dörenschlucht 2 Std. — Donoperteich 2½ Std. — Hermannsdenkmal 3½ Std.

5. Lopshorn 2½ Std.

a) Hartröhren, Johannaberg 4 Std.

b) Hartröhren, Wiggengründe, Externsteine 5½ Std.

c) Kreuzkrug bei Schlangen 4 Std.

l. Externsteine 5½ Std.

ll. Johannaberg, Berlebeck 3 Std.

6. Ausflug nach Schloß Holte, Wagenfahrt 1 Std.

 

[Bild: Die Hünenkapelle auf dem Tönsberg]

 

Beschreibung der Spaziergänge und Ausflüge.

 

A. Im Gebiete des Tönsberges.

1. Weg auf den Tönsberg, Höhenweg hin und zurück ½ bis 1 Stunde.

Eine ganze Anzahl Wege führt von der Stadt zur Höhe, der kürzeste geleitet uns direkt vom Rathaushotel aus auf Treppen in etwa 3 Minuten zum Kamme, (links Anfang des Philosophenweges siehe A 3) auf diesem in langsamer Steigerung zur Höhe, der Kammweg bleibt auf der Höhe und führt uns in keiner Fortsetzung in etwa ¾ Stunden zur Hünenkapelle A 2).

Die umfaßende Aussicht ist in der Nähe des trigonometrischen Punktes (rot markierter Sandsteinblock) 20 Min. vom Ausgangspunkte.

Nach allen Seiten tun sich weite Blicke auf. Der große Rahmen des Bildes sind die Gebirge des Sauerlandes im Süden, der Osning im Westen, das Wesergebirge im Norden, der Süntel und Zolling mit dem vorgelagerten Lippischen Walde, gekrönt vom Hermannsdenkmal, im Osten. Seltene Gegensätze sind es, die sich dem Auge bieten. Im Norden lachende, blühende, fruchtbare Gefilde mit verstreut liegenden größeren und kleineren Gehöften, fast versteckt hinter hochragenden Eichen und Obstgärten, und weiter darüber hinweg schweift das Auge über freundliche Dörfer und Städte in die Ferne zu dem blauen Kranze der Weserberge. Da liegt am weitesten nach Westen am Nordhange des Teutoburger-Waldes Bielefeld, und es folgen weiter nach Osten Herford, rechts davon das Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem Wittekindsberge der Porta Westfalica, Bad Salzuflen, Schötmar, der Bismarckturm auf dem Vierenberge, Lage, Lemgo, Detmold und schließlich ganz rechts das Hermannsdenkmal.

Welch anderes Landschaftsbild im Süden! Eine endlose dunkle Ebene von brauner Heide, gelben Sandflächen düsteren Kiefernwaldungen mit vereinzelt liegenden Ortschaften, weit nach Osten die Türme von Paderborn, in der Mitte vorn der Turm von Stukenbrock, weit nach Westen Lippstadt, Rheda, Gütersloh und bei ganz klarem Wetter Münster. Es ist die von Paderborn bis Soest und Münster reichende Senne mit ihren stimmungsvoll melancholischen Beleuchtungen. Nur ganz in der Ferne tauchen die Kuppen des Sauerlandes aus der Ebene empor.

Dort das Bild tatkräftigen Lebens, hier ernste Einsamkeit, tiefe Ruhe!

2. Weg zur Hünenkapelle.

Rückwege: a. durch den Piper, b. Steinbruchsweg, hin und zurück 1½ bis 2 Stunden.

Die Fortsetzung des Dammweges (Nr. 1) führt in weiteren 15 bis 20 Minuten, vom trigonometrischen Punkte aus, in das durch starke Ringwälle gekennzeichnete Sachsenlager und in ferneren 5 Minuten zu der Ruine einer mittelalterlichen Wallfahrtskapeile, der Hünenkapelle.

a. Den Rückweg nimmt man entweder zurück bis zum Eingang ins Sachsenlager und wendet sich zur Senneseite auf breitem Wege schräg nach unten. Nach 5 Minuten schwenkt man auf erst breitem, dann schmalem Heidewege stark rechts rückwärts und überschreitet immer am Tönsberge bleibend ein kleines Wässerchen (3 Min.) Man ist nun auf dem sehr schönen, direkt zur Stadt zurückführenden Piperwege, der, zwischen Tönsberg und einer kleinen Hügelkette laufend, mancherlei Reizvolles bietet, Rückweg 30 Minuten.

b. Steinbruchsweg.

Man wählt im Sachsenlager den breiten Waldweg vom Eingange links an den Wällen entlang auf der Nordseite des Tönsberges und findet nach 5 Minuten einen weg, welcher sich nach links rückwärts und nach unten wendet. Nach 3 Minuten schwenkt man scharf links, bleibt immer am Tönsberge etwa in halber Höhe und kommt nach 75 Minuten an Sandsteinbrüchen vorbei auf bequemen Wege zur Stadt zurück. Auch dieser Weg ist lehr schön und bietet viele liebliche Blicke.

3. Der Philosophenweg, hin und zurück ½, bis ¾ Stunden im Ganzen.

Bei Südwinden völlig geschützter, reizender Promenadenweg, Zugang vom Rathaushotel (siehe 1) vom kleinen Plateau am Tönsberge scharf links dem Kammwege parallel. Der Weg selbst ist fast ganz eben und bietet einen schönen Blick auf die zu Füßen liegende Stadt. Rechts von diesem Wege laufen in den Anlagen des Verschönerungsvereins verschiedene Querwege, die entweder zur Windmühlenruine, zum Kamme oder zurück zum Philosophenwege führen, viele Bänke in diesen Anlagen laden zu behaglicher, stiller Ruhe oder zur Umschau ein.

Zurück auf gleichem Wege oder am Endpunkte (70 Min.) rechts zum Kamme des Tönsberges oder nach links rum Steinbruchwege (1 Min) und links rückwärts zur Stadt zurück (10 Min.) auf einem breiten Fahrwege oberhalb der Stadtgärten.

4. Der Piper.

Hin- und Rückweg zusammen 1 bis 1 ½ Stunden.

Bei Nordwinden geschützt, von dem kleinen Plateau (siehe 1) wenn man sich nicht links, sondern gehe geradeaus zwischen einem kleinen Hause und Wasserbehälter vorbei. Man trifft dann nach wenigen Schritten den Piperweg, welcher auch direkt von der Kirche oder dem Rathaus aus auf bequemeren, wenn auch nicht so hübschen Wegen erreicht werden kann, der Piper (siehe 2a) ist ein breiter Fahrweg, der sich etwa ¾ Stunden lang ziemlich eben am Südfuße des Tönsberges hinzieht und am Schnakenbache endet, der Weg bleibt zwischen Tönsberg links und einer kleinen Hügelkette rechts, vom Schnakenbache kann man entweder auf gleichem Wege zurückgehen oder zum Sachsenlager hinaufsteigen. Zwischen dem Kammwege des Tönsberges und dem Piper sind verschiedene Pfade angelegt, die zur Höhe und zum Piper führen, alle sind lohnende Spazierwege mit zahlreichen Ruhebänken und nach der Karte des Führers leicht aufzufinden.

 

B. lm Menkhauser Bruche. ½ bis ¾ Stunde.

Das Menkhauser Bruch ist ein kleines Wäldchen, etwa 5 Minuten von der Stadt entfernt, mit reizenden Landschaftsbildern. Man geht am besten die Bielefelder Straße entlang und gelangt in 5 Minuten in das Wäldchen und nach links ins Gebiet des Schopketales.

 

C. Im Gebiet des Schopketales.

Das Schopketal ist ein gar liebliches Wald- und Wiesen-idyll, welches uns nach der Wanderung auf dem Rücken des Tönsberges mit seinen großen Blicken in die weiten Lande anmutet wie ein sanftes Wiegenlied nach brausenden Mkorden. Alles atmet Ruhe und Frieden. Das Isl läuft aus in die Senne, und mannigfache Wege durchriehen es unten an der Sohle und oben an beiden Seiten der Waldhange.

[Bild: Das Bad im Schopketale]

 

Zugänge:

1. Durch das Menkhauser Bruch 20 Minuten. Der Weg ist in B. beschrieben.

2. Über den Steinbült. Einfacher Weg 10 bis 20 Minuten. Der Weg führt an der Kirche vorbei über die schmale „Götterstraße" (wohl aus Kötterstraße entstanden) rasch ins Tal hinunter (5 Min.) vor uns sehen wir die beiden Stifte (Siechenhaus Kiffestift und Krankenhaus Mariannenstift). Am unteren Ende der Götterstraße führt links der Weg zu den Stiften, rechts a. durch die Lander ins Schopketal (5 Min.) Etwa 200 Schritt weiter erreicht man den Schützenplatz und wendet sich scharf rechts,

b. am Fuße des Menkhauser Weges entlang auf sehr hübschen Wegen ins Gebiet des Schopketales. Folgt man dem Wege eine Viertelstunde links sich haltend, so erreicht man auf mehreren Parallelwegen die Senne oder das Ende des Schopketales. Wendet man sich vorher nach etwa 8 Minuten, vom Schützenplatze ausgerechnet, scharf nach rechts, fast nach rückwärts schreitend, so kommt man zum Schopkebade. Dieser Weg ist sehr empfehlenswert.

3. Pastorenweg (rote Kreuze). Einfacher weg 10 Minuten, der kürzeste Weg führt am Pastorat vorbei in 8 Minuten ins Schopketal.

 

Im Schopketal.

4. Schopkebad-Bachweg. Einfacher Weg ½ Stunde, hat man auf einem der eben angeführten Wege C 1, 2a oder 3 das Schopketal erreicht, so gehe man am Wasserwerk links vorbei, die Mühle links liegen lassend, geradeaus, überschreite ein Brückchen (2 Min.) und wende sich links. Man ist dann in weiteren 2 Minuten am Eingange zur Badeanstalt. (Schwimmbad, Erfrischungen, schöne Sitzplätze), verschiedene rote Zeichen (keine Kreuze). Das Badebassin ist ein lieblich gelegener, künstlich aufgestauter Weiher, rings umgeben von hohen bewachsenen Sandhangen.

Zahlreich sind nun die Spaziergänge, welche im Schopketale sich uns bieten.

Vor der Badeanstalt überschreiten wir das Bächlein und folgen nun dem Laufe des Wassers auf nicht zu verfehlendem Wege immer am linken Ufer des munter murmelnden Baches bleibend bis zum Menkhauser Mühlteiche einigemale bergauf und bergab steigend, 15 Minuten vom Badeteiche aus. Wollen wir vorher umkehren, so überschreiten wir bei der zweiten Brücke den Bach nach rechts und steigen zum Nagelwege auf dem jenseitigen Ufer empor, um auf ihm zum Schopkebad bzw. zum Ausgangspunkte zurückzukommen oder über die Lohheide weiter zum Bunten Haus zu wandern.

[Bild: Die Ölmühle im Schopketal]

5. Wasserwerk, Nagelweg. Einfacher Weg ½ Stunde, wir gehen beim Wasserwerk wiederum geradeaus und wählen nicht den Weg zur Badeanstalt, welcher links abbiegt, sondern gehen durch die Mitte der Kiefern geradeaus (siehe preußisch-lippischen Grenzstein), lassen das Schopkebad links liegen und kommen nun auf den Nagelweg, der am rechten Bachufer in halber Höhe angelegt ist und reizende Blicke ins Tal und auf die gegenüberliegenden Berge bietet. Besonders schön ist es hier in der Abenddämmerung. Der Weg ist recht windqeschützt und selbst im Winter warm und trocken. Nach ¼ Stunde lenkt sich der Weg zum Bachbette und trifft nun nach Überschreiten des Baches mit dem Wege zur Menkhauser Mühle (C 4) zusammen.

6. Brunsberg. Einfacher Weg ½ Stunde. von der Mitte des Nagelweges (C 5) führt ein Pfad nach rechts in die Höhe zum Brunsberge, dessen Aussichtspunkt man nach 5 Minuten Steigens erreicht, von der Mitte des Weges (Ruheplatz) malerischer Durchblick auf die gegenüberliegenden Berge und Oerlinghausen, weiter oben hübsche Ruhepunkte. Vom Brunsberge abwärts steigend kann man sich halblinks halten, direkt zum Wasserwerk zurück oder nach rechts in der offenen Senne einsame Pfade wandern.

 

D. Die Senne.

Zugänge: (roter Punkt)

1. Schopketal, Menkhauser Mühle, Bartelskrug. einfacher Weg ¾ Stunden. Den Weg zur Menkhauser Mühle haben wir unter C 4 und 5 kennen gelernt, die Zeichen führen dorthin. Von der Menkhauser Mühle gelangt man geradeausschreitend, die Mühle rechts liegen lassend, an der Oelmühle vorbei in etwa ¼ Stunde zum Bartelskruge und damit zur Senne in all ihrer Eigenart. Namentlich zur Zeit der Heideblüte im August liegt ein besonderer Zauder über der Heide, aber auch zu jeder anderen Jahreszeit ist ein Spaziergang in die Heide lohnend. Gerade der Gegensatz der Sand- und Heideflächen zu dem Hintergrunde der grünen oder im Herbste rot schimmernden Buchenwälder ist von eigenartigem Reize, und niemand wird sich so leicht diesem Zauber entziehen. Man versäume nicht, kreuz und quer durch die Heide zu wandern, doppelt freut man sich dann auf dem Heimweg der grünen Wälder.

2. Steinbült, Bartelskrug. Einfacher Weg 35 Min. Ein direkter, recht lohnender Weg führt vom Schützenplatze (C 2) geradeaus leicht steigend und nach Erreichung der Höhe immer geradeaus bleibend abwärts durch lichten Buchenwald in 15 Minuten zur Senne und weiter geradeaus in 15 Minuten zum Bartelskrug (D 1).

[Bild: Heideweg in der Senne]

3. Verbindungsweg am Sennerande. Einfacher Weg 20 Minuten, am Waldesrande der Senne führt ein Verbindungsweg von der Holter Chaussee ins Schopketal.

4. Wege im Menkhauser Berge. In den Bergen zwischen Schopketal und Holter Chaussee laufen mancherlei lohnende Spaziergänge, es sind Holzfuhrwege, welche am Sennerande auslaufen und oben im Walde einen Querweg treffen, welcher ebenfalls die Höhe des Steinbülts mit der Holter Chaussee verbindet. Ein in die Irre-Gehen ist kaum zu befürchten. Man vermeide es, von den Wegen abzuweichen und Hunde frei laufen zu lassen, was hier wie überall auf den Berg- und Waldpfaden wegen des Wildes streng untersagt ist.

5. Ein weiterer empfehlenswerter Weg ist die Wanderung durchs Schopketal, Menkhauser Mühle, Schopkebach zur Rechten, an der Wasserscheide den Bach überquerend am rechten Ufer entlang zum Pollmannskrug (rotes Dreieck).

6. Buntes Haus. Durch das liebliche Schopketal am Bach entlang bis kurz vor den Wellenkrug führt uns das Zeichen hinauf über die Lohheide in 1 Stunde zum Bunten Haus. Der etwas weitere, aber durch entrückenden Mischwald führende, Rückweg nach Norden durch die Maakengrund am Fuße des Hünensaut entlang zu den vier Buchen dringt uns in südöstlicher Richtung (herrliche Aussicht auf Oerlinghausen) über Wöstenfeld wieder Heimwärts (roter Strich).

7. Stukenbrock. Unbeschreiblich schön ist auch der Heideweg nach dem nahen Kirchdorf Stukenbrock (Bistum Paderborn). Wir verfolgen den Welschenweg etwa 20 Minuten bis zur Wistinghauser Schlucht, biegen dort scharf rechts und gehen in südlicher Richtung durch die Wistinghauser Senne (einzelne Siedlungen Büker-Fillies) und weiter in südwestlicher Richtung über Bokeler Senne quer durch die Heide, Föhren und Birkenwäldchen nach Stukenbrock. Zurück: Stukenbrocker Weg - Oerlinghausen oder wieder quer durch die Heide. Hinweg 1½ Rückweg 1 Stunde.

Für Liebhaber der stillen, einsamen Heide lohnt sich die Wanderung nach Augustdorf. Wir gehen die Holter-Straße hinunter, lassen den Kastanienkrug rechts liegen und biegen in den Welschenweg ein. Diesen verfolgen wir etwa 20 Minuten und durchqueren nach rechts die tiefeinschneidende Wistinghauser Schlucht, weiter führt uns der Weg in südöstlicher Richtung über den Schapeler in etwa 1½ Stunden nach der Heidedorfschaft Augustdorf. Als Rückweg sei der Hellweg (alte Heerstraße Bielefeld-Paderborn) immer quer durch die Heide, besonders empfohlen. Diesen verfolgen wir etwa 1½ Stunden an den einzigen Siedlungen in der Einsamkeit (Fillies-Büker) vorbei, bis wir uns kurz vor dem Lapinenkrug auf dem Stukenbrocker Weg in nordwestlicher Dichtung wieder unserer Bergstadt nähern.

 

E. Mausoleum.

Man gehe zum östlichen Ausgange der Stadt und folge der Chaussee etwa 10 Minuten. Eine Ahornallee führt, gerade bevor man einzelne links und rechts an der Chaussee liegende Häuser erreicht, nach links in etwa 3 Minuten zu dem schön gelegenen Mausoleum, der Begräbnisstätte der Familie Tenge. Beste Blicke in die Ferne tun sich hier auf, vor uns die lachenden Gefilde der fruchtbaren Ebene, hinter uns das Mausoleum, ein griechischer Tempel, umrauscht von alten Bäumen, dem einsamen Wanderer wird die friedliche Stille des Ortes ernst umfangen, und andächtig wird er die Ruhestätte müder Erdenpilger verlassen.

Vorn um die Nordseite herum führt der Rückweg gerade durch ein Wäldchen zum Rittergute Niederbarkhausen hinunter. Auf der Hälfte des Weges sieht man rechts eine riesige, uralte Linde am Feldrande (Fehmlinde). Am Teiche wende man sich dem Gute zu nach rechts. Bevor man das Gut erreicht, führt ein Heckenweg nach links auf den Fahrweg, welcher nach 10 Minuten in bequemer Steigung die Chaussee nach Oerlinghausen (5 Min.) trifft, (Barkhauser Stönebrink.)

[Bild: Sennegehöft am Zollstock]

 

Weitere Spaziergänge und Tagestouren.

Von weiteren Ausflügen sollen nur einige wenige kurz beschrieben werden.

1.a) Stapelage und Zurück 3 Stunden. Hinweg auf dem Tönsbergkamme bis zum Sachsenlager und von dort (siehe A 1 und 2) rechts dem roten Kreuz folgend bis zur Stapelagerschlucht. Dort angelangt führt uns der Weg scharf links vor der Wand der Stapelager Berge (Weg zur Jugendherberge Kalkreuter bis zur Höhe folgend) zur Höhe hinauf und von dort in gerader Richtung durch eine herrliche Birkenallee nach dem Kirchdorf Stapelage (beachtenswerte alte Kirche, großer Meierhof, der größte des Landes Lippe).

Den Rückweg nehme man über den Iberg. Man gehe zunächst 5 Minuten rückwärts am Teiche vorbei und schwenke dann rechts ab, in langsamer Steigung ein Plateau erreichend wende sich hier nach links und bleibe auf diesem Plateau immer geradeaus gehend. (Man folge keinem der nach rechts und links abgehenden Wege.) Wunderhübsche Blicke tun sich nach allen Seiten auf, besonders schön bei sinkender Sonne. Am Schlusse des Hügels geht es ziemlich steil abwärts auf die Chaussee Wistinghausen-Währentrup. Etwa 2 Minuten vom Abstiege rechts trifft man die Chaussee nach Oetenhausen-Oerlinghausen. Man geht also an diesem Treffpunkte links und kommt in etwa einer halben Stunde nach Oerlinghausen zurück. (als Nachmittagstour mit Kaffeepause in Stapelage recht empfehlenswert.)

b) Will man die Wanderung weiter ausdehnen, so verfolgt man den eben beschriebenen Weg bis zur Jugendherberge Kalkreuter. Dort führt der Weg in ½ Stunde über das Forsthaus Stapelage nach Hörste. Zurück über Stapelage, Iberg, Währentrup in ca. 2 Stunden nach Oerlinghausen.

2. Rollkrug (Gartenwirtschaft) und zurück 2 Stunden. Man geht auf Weg B (Menkhauser Bruch) bis zur Wegegabelung im Walde, wendet sich nach rechts und geht zwischen Feldern immer geradeaus, durchschreitet eine Senkung und geht von der Höhe, wo hübscher Rückblick, geradeaus talwärts durch ein kleines Gehölz, im Tale einige Schritte nach links und dann wieder rechts in 3 Minuten zum Rollkruge an der Landeschaussee nach Bielefeld (zwei rote Striche).

3. Bielefeld über die Berge 3 Stunden. Eine sehr lohnende Tour mit vielen prächtigen Blicken nach allen Seiten, der Weg, welcher am Pastorat seinen Anfang nimmt, ist durchweg mit roten Kreuzen gut markiert. Man nehme sich Zeit zu der Wanderung, um alle Schönheiten in Ruhe auszukosten. Für die Wanderlustigen aus Bielefeld ist folgende Tagestour von Bielefeld aus sehr zu empfehlen:

Früh morgens über obigen Weg in etwa 3 - 3½ Stunden in aller Frühe bis zum Schopketale, dort in dem etwas seitwärts gelegenen idyllisch schönen Restaurant eine kleine Erfrischungsstation. Mittagpause in Oerlinghausen. Nachmittags ein Spaziergang auf den Tönsberg und mit der Sahn Oerlinghausen-Bielefeld zurück, oder am Nachmittage ein Spaziergang über den Bartelskrug zur Station Kracks (Paderborn-Bielefeld), von da Rückfahrt nach Bielefeld.

Wer nur den Nachmittag von Bielefeld aus zur Verfügung ist, fahre mit der Bahn nach Oerlinghausen, steige auf den Tönsberg und mache nun einen der oben beschriebenen vielen Spaziergänge. Dann mit der Bahn von Station Oerlinghausen oder Kracks zurück.

4. Dörenschlucht 2 Stunden, Donoper Teich 2¾ Stunden, Hermannsdenkmal 3½ Stunden. Es würde zu weit führen, diese Tour im Einzelnen zu beschreiben.

Der Weg soll nur kurz angedeutet werden, ebenso wie die folgenden Touren.

Man gehe durch den Piper (A 4) oder über den Kammweg des Tönsberges (A1 und 2) bis zur Wistinghauser Schlucht. Der Kammweg ist bis zur Dörenschlucht mit roten Kreuzen markiert, hier findet man Wegetafeln nach Donoperteich, Lopshorn, Hermannsdenkmal usw. Der ganze Weg zum Hermannsdenkmal ist sehr schön und allen Wanderlustigen warm zu empfehlen, Dörenkrug. (Idyllisch gelegener Waldkrug mit Pension.)

5. Lopshorn 2½ Stunden, Hartröhren, Johannaberg 4 Stunden, Wiggengründe, Externsteine 5½ Stunden. Sehr schön ist es auch, von der Dörenschlucht (siehe 5) durch den Hochwald im Wildgehege nach dem Jagdschlosse Lopshorn zu wandern. (Schloßbesichtigung, Jagdtrophäen, Gestüt, Gartenwirtschaft).

von Lopshorn gibt es verschiedene prächtige Waldwege:

a. über hartröhren (Forsthaus, Wirtschaft) nach Johannaberg oder Hermannsdenkmal,

b. über hartröhren, Wiggengründe nach den Externsteinen,

c. über Kreuzkrug nach:

I. Externsteine,

II. nach Johannaberg, Berlebeck.

Gute Fußgänger können sogar folgende wundervolle Wanderung machen:

Ganz früh morgens von Oerlinghausen über Dörenschlucht, Lopshorn zum Kreuzkruge (4 - 4½ Stunden), Externsteine (Mittagsrast), Nachmittags nach SilbermühIe, Leopoldsthal, evtl. über den Velmerstot. Zusammen etwa 7½ Stunden.

Die Rückwege von obigen Touren 4 und 5 trete man mit der Bahn von den Stationen Nienhagen (Donoperteich), Detmold, Horn-Meinberg oder Leopoldsthal an.

Die Wege im Lippischen Walde sind sämtlich gut markiert.

6. Schloß Holte. Ein recht lohnender Nachmittagsausflug ist eine Fahrt nach Schloß Holte in der Senne (Wagenfahrt 1 Stunde), am Rande eines prächtigen Hochwaldes, rings umgeben von dem großen Burggrabenteiche, liegt malerisch das alte, epheuumsponnene Schloß und spiegelt sich in dem klaren Wasser. Gegenüber ist eine gute Gartenwirtschaft unter alten Bäumen. Man mache einen weiteren Spaziergang um das Schloß und in den nahen Hochwald. Eine uralte Eiche stecht am Waldesrande ihre knorrigen Äste, die Zeugen längst vergangener Jahrhunderte, in die Luft. Überall im Walde bieten sich malerische Wald- und Wiesenbilder, welche die holte zu einer schönen Oase inmitten der umgebenden Senne machen.

[Bild: Die Wasserscheide]

 

Ärztliches Gutachten über die klimatischen Verhältnisse in Oerlinghausen.

Oerlinghausen, am Hange des Tönsberges gelegen, zeichnet sich infolge seiner Höhenlage durch reine, erfrischende und staubfreie Luft aus, deren verhältnismäßig hoher Feuchtigkeitsgehalt durch zahlreiche Laub- und Nadelwaldungen bedingt wird. Im Süden dehnen sich weite Heideflächen und der gewaltige Sandboden der Senne aus, wodurch eine gleichmäßigere Temperatur der Atmosphäre gewährleistet wird. Diese Vorzüge des Klimas machen Oerlinghausen zu einer beliebten Sommerfrische und zu einem Luftkurort, in dem vor allem Kranke mit Neigung zu Erkältung und chronischer Reizung der Atmungsorgane Erholung suchen, auch für Kranke mit schwacher, reizbarer Konstitution, Reconvaleszenten und andere Erholungsbedürftige bildet Oerlinghausen durch seine ruhige Lage und die Nähe der einsamen Heide einen geeigneten Aufenthaltsort.

 

Dr. med. R.