Wenig Hilfe aus den Nachbargemeinden

Nichts Neues zum Thema L 751 neu - Vier Briefe an Bürgermeister Steinkühler

 

Oerlinghausen (Piet). Keine ermutigenden Antworten hat die Stadtverwaltung auf ihre Briefe an Landrat Hans Budde und die Bürgermeister der Nachbargemeinden erhalten. In mehreren Schreiben waren die Repräsentanten der Nachbarstädte aufgefordert worden, die Bemühungen der Stadt um eine baldige Realisierung der L 751 neu zu unterstützen. Geschickt zog sich dabei Landrat Hans Budde aus der Affäre, der die Auffassung vertrat, Oerlinghausen solle sich um zusätzliche Mittel des Landesstraßenbauamtes in Bielefeld bemühen. Für ganz Lippe seien öffentliche Straßenbaumittel in Höhe von neun Millionen Mark vorgesehen. Wenn Oerlinghausen ab 1989 allein 30 Millionen Mark benötige, müßten alle anderen Maßnahmen gestoppt werden. Dem könne er natürlich seine Zustimmung nicht geben.

Bielefelds Oberbürgermeister Klaus Schwickert zeigte zwar Verständnis für die Oerlinghauser Probleme, sah jedoch aus „grundsätzlichen Erwägungen keine Möglichkeit, sich in die Verhandlungen einzuschalten“. Und der Bürgermeister der Nachbargemeinde Leopoldshöhe, Rudi Strunk, verwies auf ähnliche Schwierigkeiten, die die Gemeinde mit der L 751, vor allem im Bereich Asemissen, habe: „Ich kann Ihre Sorgen gut verstehen und werde mich im Rahmen der Möglichkeiten dafür einsetzen.“ Strunk kündigte an, er stehe „für ein gemeinsames Vorgehen zur Verfügung". Der britische Verbindungsoffizier schließlich wies darauf hin, daß der Militärverkehr nur zu einem Bruchteil die Stadt belaste. Dennoch werde man versuchen, „das möglichste zu tun, um die Strecke zu meiden“.

In der anschließenden Diskussion erklärte Regina Kettner, sie habe schon damals gewußt, daß aus dem Beschluß von CDU und SPD nichts werden könne: „Mehr denn je bin ich heute davon überzeugt, daß die L 751 neu nicht zum Tragen kommt.“ Auch Dr. Wilhelm Haase (CDU), der seinerzeit den Antrag initiiert hatte, fand das Ergebnis „nicht ermutigend". Immerhin sei es schon ein Erfolg, daß die Straße im Ausbauplan sei. Er frage sich allerdings, ob die 500.000 Mark im Landesetat nicht mehr eine Alibifunktion hätten.

Martin Weber (SPD) verteidigte die damalige Entscheidung und erklärte, man sei „ein Stück vorangekommen“. Stadtdirektor Fritz Bollhorst berichtete ergänzend, daß auch die lippischen Landtagsabgeordneten Wilmbusse und Böcker (beide SPD) sowie Paus (CDU) dem Bürgermeister ihre Unterstützung in dieser Angelegenheit zugesagt hätten.