Ein Judenkind durfte bei der 900-Jahr Feier nicht mit seinen Mitschülern zusammen Festzugspalier bilden
1936. Zum Festzug anlässlich der 900-Jahr Feier in Oerlinghausen hatten unter anderem auch alle Schulklassen Aufstellung in den Straßen der Stadt genommen, um den großen Festzug in entsprechender Weise zu bejubeln und anzuschauen. Inmitten seiner Schulkameraden stand auch Heinz Kulemeyer, der 8-jährige Sohn des Viehhändlers Julius Kulemeyer aus der Bahnhofstraße laut Anweisung seines Klassenlehrers und der Schulleitung. Der Zug zog mit schmetternder Marschmusik und viel Gejubel durch die Hauptstraße, als der Volksschullehrer Otto Ehlebracht unter den Spalierbildenden Volksschülern, den Judenjungen Heinz Kulemeyer erblickte. Wütend fasste er diesen an dem Rockärmel zog ihn unter Schelten aus dem Spalier, schubste ihn davon, und rief ihm nach, dass er, der Judenjunge dort nichts zu suchen hätte.
Das erzählte Heinz Kuhlemeyer uns bei seinem Hiersein während der 950-Jahrfeier im Mai 1986.
Für die Richtigkeit.
(Unterschrift)