Baulicher Ablauf liegt gut im Zeitplan

Umgehungsstraße Oerlinghausen wird in Kürze fertiggestellt

 

Oerlinghausen (gs).»Mit dem baulichen Ablaut liegen wir gut im Soll«, Lothar Krämer, Bauleiter der Umgehung Lipperreihe-Oerlinghausen, blickt optimistisch in die Zukunft. Die geplanten Kosten von 40 Millionen Mark inklusive das Tunnelbaus werden geringfügig überschritten, die Baumaßnahme wird aller Voraussicht im Herbst abgeschlossen sein. Im Tunnel selbst ist momentan der komplette Ausbau im Gange. Beleuchtung. Technik und Belüftung werden derzeit installiert. An der Südseite vordem Ursula-Tunnel ist das Häuschen, in dem die komplette technische Anlage untergebracht ist. Eine Spezialfirma aus Leverkusen montiert die Anlage, wegen zu erwartendem Vandalismus wird die Anlage durch Tore und Zäune gesichert.

[Bild: Wolfram Demnitz (links), Leiter des Landestraßenbauamtes, und Lothar Krämer blicken zuversichtlich in die Zukunft. Foto: Schröder]

Die Lämershagener Brücke wurde kürzlich wieder in Betrieb genommen. Engpässe durch den Straßenverkehr sind hier nicht mehr zu erwarten. Mit einem Höhenunterschied von 19 Metern wird zur Zeit eine Brücke über die Hanegge gebaut. Ein Bogen aus Stahl bildet den Halt für die 80 Meter lange Brücke, die ab Ende August begehbar ist. Die komplette Anlage kostet inklusive Grünungsarbeiten 1,5 Millionen Mark. 100.000 Kubikmeter Erde wurden für diese Baumaßnahme abgetragen, die in der Senke westlich des Gymnasiums aufgefüllt worden sind. Innerhalb des Knotens in der sogenannten Judennase entstehen noch verkehrliche Engpässe. Die Verantwortlichen bitten die Autofahrer um Verständnis daß noch etwa vier Wochen Stauprobleme auftreten können. Die Maßnahme ist extra in den Urlaub gelegt worden, da in dieser Zeit der Verkehr ein wenig ruhiger ist. Zur Geschichte: Am 14. Oktober 1994 war die »Tunnelschlagfeier«. Die Mineure der Universale-Bau aus Österreich frästen sich 470 Meter durch den Menkhauser Berg. Zunächst wurde die »Kalotte«, der obere Teil ausgehoben. Anschließend wurde der mittlere Teil, danach die Tunnelsohle ausgefräst. Der Druck des Berges verteilte sich durch diese drei Arbeitsgänge besser. Nach jedem Fräsgang, der die Tunnelfacharbeiter zwei Meter tiefer in den Tunnel brachte, mußte gesichert werden. Die Außenschale aus Stahlmatten wurde von den Mineuren zu großen Stahlbögen geformt und in die richtige Position gerückt.

Danach wurden 20 Zentimeter Spritzbeton aufgetragen und die Schale mit Spezialankern gesichert. Mit starken Ankerplatten und Muttern ist dann Druck auf die Anker gebracht worden.

Die Stärke der Stahlinnenbetonschale beträgt 35 Zentimeter, mit einem speziell für den Ursula-Tunnel angefertigten Schalwagen wurde sie angebracht. Meter für Meter wurde mit Hilfe des Wagens gegossen.

Die Mineure der österreichischen Firma arbeiteten seinerzeit in zwei Schichten zu je zwölf Stunden. Täglich wurden etwa sechs Meter durch den Menkhauser Berg gefräst.

An den Tunnelportalen wurden Entwässerungsleitungen gelegt, die Fahrbahn mit Schotter unterfüttert und anschließend mit drei Asphaltschichten belegt. Im Juli 1996 waren diese Arbeiten abgeschlossen.

Die Portale, also die Tunnelein- beziehungsweise ausfahrt, sind der Landschaft mittlerweile längst wieder angepaßt worden. Im Nord- und Südbereich des Menkhauser Berges sind mittlerweile nur noch die schwarzen Löcher und der Portalkragen zu sehen. Allein der Tunnelbau hat eine Summe von über 14 Millionen Mark verschlungen. Unterhalb der Lämershagener Straße stießen die Straßenbauer auf eine Überraschung, sie entdeckten ein Feuchtgebiet. In der Hanegge mußte feuchter Boden abgetragen werden, dafür entstand oberhalb der Ravensberger Straße sozusagen als Ersatz ein Biotop. »Durch Hecken- und Baumanpflanzungen an den Wirtschaftswegen wurde die Gegend ökologisch aufgewertet«, erklärte Lothar Krämer.

Mit allen Anwohnern ist man bei den Bauarbeiten kommen. Alle, die Grund und Boden abgeben mußten, haben gut mitgespielt. Im Baubüro, welches sich im Gebäude der Feuerwehr befindet, beantworten Lothar Krämer und sein Team alle anfallenden Fragen. Wenn keine weiteren Probleme auftauchen, wird laut Auskunft des Landesstraßenbauamtes in Bielefeld die Baumaßnahme im Herbst dieses Jahres abgeschlossen sein.