Minister Zöpel soll Entscheid über die Umgehungsstraße treffen
Gestern im Fachausschuß Straßen und Hochbau in Münster - Landwirtschaftskammer als einzige Behörde gegen das Projekt
Leopoldshöhe (Piet). Der nordrhein-westfälische Städtebauminister Christoph Zöpel soll entscheiden, ob Leopoldshöhe eine Umgehungsstraße erhält oder nicht. Das war die Tendenz Im Fachausschuß für Straßen und Hochbau des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, der sich gestern in öffentlicher Sitzung mit diesem Problem zu befassen hatte. Der neue Umweltdezernent und frühere Leiter des Bielefelder Landesstraßenbauamtes, Franz Josef Schliesing, gab vor den Abgeordneten einen ausführlichen Sachstandsbericht.
Danach hat im November vergangenen Jahres eine abschließende Behördenabstimmung über die Umgehungsstraße stattgefunden, bei der alle Anregungen und Bedenken noch einmal behandelt wurden. Schliesing gestern nachmittag zur NW: „Alle Beteiligten waren mit den Plänen einverstanden Lediglich die Landwirtschaftskammer blieb bei ihrem Nein.“ Auch ein Kompromißvorschlag des Kreises Lippe wurde von der Landwirtschaftskammer nicht akzeptiert. Da offenbar keine Einigung mehr zu erzielen ist, soll nun Städtebauminister Zöpel eine Entscheidung fällen. Eine ähnliche Situation hatte sich auch in Oerlinghausen ergeben, wo sich die
Behörden nicht über die Länge des Tunnels für die L 751 neu einig werden konnten. Auch damals hatte Zöpel zusammen mit zwei anderen Ministern „das letzte Wort“
Die Diskussion im Gemeinderat, die bereits seit mehr als fünf Jahren geführt wird, war Mitte 1984 in ihre entscheidende Phase getreten, nachdem das Landesstraßenbauamt alternative Pläne zum Neubau einer Umgehungsstraße bzw. zum Ausbau der Ortsdurchfahrt vorgelegt hatte. Damals hatte das Landesstraßenbauamt eine Umgehungsstraße favorisiert, weil dadurch der Ortskern wirksam entlastet wurde. Es sei mit einer „erheblichen Verkehrsberuhigung und einer Verminderung der Lärm- und Abgasimmission zu rechnen“, hieß es in der Vorlage Außerdem werde die Verkehrssicherheit erhöht. Unmittelbar nach Fertigstellung der Ortsumgehung könnte der Kernabschnitt, so hieß es damals weiter, zwischen Herforder und Krentruper Straße als verkehrsberuhigte Zone ausgewiesen werden Die Planer sprachen von einer „intensiven städtebaulichen Nutzung, die sowohl die Attraktivität der Geschäfte als auch der Wohnungen erhöhe“ Nach den damaligen Vorstellungen sollte das Teilstuck der 2.1 Kilometer langen Umgehung rund 4 Millionen Mark kosten Nach langen Diskussionen wurde dann kurz vor Weihnachten 1984 im Rat der Bau der Umgehungsstraße beschlossen Nach fast dreistündiger Beratung stimmten 16 Ratsherren dafür. 12 waren dagegen Seitdem war die Umgehungsstraße für den Rat kein Thema mehr.