Eigentor von Tischbier und Co.
Leserbrief an die Lokalredaktion
Die Flugblattaktion der Arbeitsgruppe Oerlinghausen des Naturschutzbundes Deutschland hat bei unseren Lesern unterschiedliche Reaktionen ausgelöst:
Wenn man den Verlauf der L 751 vor Augen hat, kann man unschwer erkennen, daß die Belastungen für die Natur in keiner Weise so drastisch sind, wie sie Herr Tischbier & Co. gerne versuchen darzustellen.
Ausgehend vom Scherenkrug geht die Trasse bis zum Steinbült-Schützenplatz über freies normales Ackerland. Lediglich im Bereich Lämershagener Straße - Landerweg muß einiges Strauchwerk geopfert werden. Am Ende des Landerweges ist der Tunneleinschnitt, der Austritt ist „Unter dem Menkhauser Berge". Nur hier mußten nicht zwei, sondern weniger als 1 km Buchenwald gerodet werden. Im weiteren Verlauf werden noch einige Flächen an Kiefern- und Fichtenbeständen benötigt, die ökologisch nicht besonders wertvoll sind. Der Rest der Trasse ist schon jetzt durch Sandabbau zerstört. Dem gegenüber werden mehr als 11 ha wieder aufgeforstet.
Das Schulzentrum wird auch jetzt durch die L 751 alt belastet, eine Verbesserung durch die neue Straße wird hier insoweit eintreten, da der Pausenbereich (Schulhof) nicht mehr belastet wird. Außerdem kann dann eine Entzerrung des Schulbusverkehrs stattfinden. Im Bereich Steinbült sind umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen, außerdem könnte man nach Fertigstellung der L 751, die Robert-Koch-Straße an der Kreuzung Küsterfeld-Steinbült schließen und die Straße „Unter der Howe" ihrer eigentlichen Bedeutung zuführen. Somit sind dann die Anwohner vom Steinbült enorm entlastet.
Erstaunen muß auch, daß Tischbier & Co. sich so große Sorgen um die Wochenendhausbesitzer machen, sind es doch gerade sie, die große Belastungen für dieses Gebiet verursachen. Sei es durch An- und Abfahrt oder durch ihre Abwässer, denn kein Haus ist an einen Kanal angeschlossen, sämtliche Abwässer (auch Fäkalien) versickern im Sennesand, aus dem Oerlinghausen und Bielefeld ihr Trinkwasser bekommen.
Die Siedlung „Immenkamp" wird sehr wohl entlastet, weil ein Großteil der über 20.000 Fahrzeuge über die neue L 751 zur A 33 abfließt und nur noch ein Bruchteil als Ziel- und Quellverkehr in die Südstadt fährt. Entgangen ist Herrn Tischbier sicherlich auch, daß der Stukenbrocker Weg nur noch eine Anliegerstraße ist und somit für den Durchgangsverkehr gesperrt wurde. Außerdem hat die Firma Gundlach ihre Einfahrt zum Hellweg verlegt. Die Behauptung der Stukenbrocker Weg sei Hauptzubringer für die L 751 ist gelinde gesagt falsch. Für den Bereich Dalbker Straße - Schwarzer Teich ändert die neue Situation nichts, ist der alte und der neue Verlauf der L 751 doch haargenau gleich. (Kann man seiner eigenen Skizze entnehmen).
Der Versuch des „NABU", die SPD und die Grünen in eine bestimmte Ecke zu drängen, ist somit schon im Ansatz falsch und zeigt, daß Herr Tischbier, im Superwahljahr 1994, platten Wahlkampf betreiben will. Außerdem, soll man Straßenbrücken aus Streichhölzern bauen und Umgehungsstraßen, wenn nicht durch freies Land, durch Wohngebiete bauen??? Wir, die Anwohner der L 751 alt, sind der SPD und Herrn Steinkühler im Besonderen sehr dankbar, daß wir in absehbarer Zeit genauso ein Wohnumfeld haben, wie Herr Tischbier und G. Ober und viele andere auch.
Klaus Biere
Sprecher der Bürgerinitiative „Ruhiges Oerlinghausen"