Schmied
Auszug aus der Oerlinghauser Chronik von August Reuter - Handwerk und Handel in der älteren Zeit
Ein Schmied namens Jobst Johle wird zuerst um 1600 genannt, und seine Familie hat in Oerlinghausen das Schmiedehandwerk über ein Jahrhundert lang betrieben. Der Name Schmied Johle kommt oft in den Akten vor. - Kleinschmiede erscheinen zuerst im Anfange des 18. Jahrhunderts - Die Johle waren Grob- und Hufschmiede. 1718 klagt der Kleinschmied Ellies, daß Bernd Lepper sich geweigert habe, seinem verstorbenen Kinde das Grab zu schaufeln, "auch hat derselbe am Sonntag geschmiedet". Der Protokollführer des Gogerichts macht dazu die Bemerkung: Excusatum primum, weilen er krank gewesen, das zweite, „weilen es ein Nahberwerk gewesen“. Daraus scheint hervorzugehen, daß das Nachbarwerk, jene nachbarliche Pflicht gegenseitiger Hilfe bei Todesfällen, Hochzeiten und anderen Familie von den Ereignissen, das man heute in der Grafschaft Ravensberg noch stark aus geprägt in allen Dörfern antrifft, auch früher in Oerlinghausen gang und gäbe war.