Äußere Umgehungsstraße

Auszug aus Oerlinghausen heute – 1976 Nr.3

 

Eine Bürgerinitiative Naturschutz für Oerlinghausen meldet sich mit einem 7-fachen Nein zur äußeren Umgehungsstraße. Richtig ist, daß die Landschaft durch die geplante Straße nicht gerade verschönt wird. Die SPD hat sich gerade für die geplante Straßenführung und gegen die von CDU und FDP vorgeschlagene Überlegung einer Alternative ausgesprochen, weil die Alternative noch mehr Landschaft zerstören würde, nämlich das Schopketal.

Im Gegensatz zu dieser Bürgerinitiative fordern die Anwohner von Holter und Robert-Koch-Straße in einem Schreiben an den Bürgermeister die Beibehaltung der bisherigen Planung. Sie halten eine Minderung des Lärmpegels doch für gegeben. Sie schreiben: „Immerhin haben auch wir, wie jeder andere Bürger unserer Stadt, Anspruch auf ein menschliches Wohnen ohne übergroße Lärmbelästigung und Verkehrsgefahr. Dieser tägliche „Terror“, verursacht durch den enormen Straßenverkehr (diese Kreisstraße hat das zweithöchste Verkehrsaufkommen in Lippe), ist uns nicht mehr länger zuzumuten und wir fordern Sie, sehr geehrter Bürgermeister und die Damen und Herren des Rates der Stadt Oerlinghausen mit allem Nachdruck auf, alles nur Erdenkliche zu tun, damit schnellstens diese Umgehungsstraße realisiert wird.“

Die Interessen zweier Bürgergruppen stehen hier einander gegenüber, wobei klar zu sehen ist, daß die Straßenanwohner, die in stärkerem Maße Betroffen sind.

Zum 5. Nein der Bürgerinitiative (Nein, denn der Erholungswert des Wochenendhausgebietes in der Senne und des Menkhauser Berges wird zerstört.) ergänzen wir noch: Die Besitzer der Wochenendhäuser sind für die Stadt Oerlinghausen zwar liebe, aber teure Gäste. Zu ihrem Wohl (und dem der Grundstückseigentümer) mußte die Allgemeinheit im vergangenen Jahr u. a. die Kosten für die Vermessung des Gebietes und für Wasserleitungen für die Feuerwehr tragen, insgesamt etwa 167.000,- DM. Mit weiteren Kosten ist zu rechnen. Wenn alle Auflagen der Träger öffentlicher Belange erfüllt werden, ergibt sich eine Umlage von 24.000,- DM je Wochenendhaus. Die Forstbehörde stellt fest, daß die Duldung einer Wochenendhaussiedlung in einem Kieferngebiet (wie hier durch die frühere Gemeinde Lipperreihe geschehen) ein einmaliger Vorgang ist. Die Waldbrandkatastrophen der letzten Monate dürften die Gefährlichkeit mit aller Deutlichkeit gezeigt haben. - Außerdem fordern wir unsere Verwaltung auf, die Einhaltung des Forstgesetzes durchzusetzen und Zäune und Schilder beseitigen zu lassen. Jedem Bürger haben Waidgebiete offen zu stehen. Erholungswert für alle, nicht nur für die Besitzer der Wochenendhäuser!