Dafür die Vorgärten nicht aufgegeben
Offener Brief an die Fraktionen und die BI - Anlieger erinnern an alte Versprechen
Oerlinghausen. Klaus-Ulrich und Waltraud Bartsch, Klaus Biere und Rolf Landermann haben einen offenen Brief an die SPD-, CDU-, FDP-Fraktion sowie an den Bl-Vertreter im Oerlinghauser Stadtrat geschickt, um noch einmal ihre Probleme zum Neubau der L 751 zum Ausdruck zu bringen. Der Brief, der nachrichtlich auch an Bürgermeister Diekhof ging, wird in vollem Wortlaut veröffentlicht. Wie immer weist die Redaktion darauf hin, daß die Verfasser hier ihre eigene Meinung vertreten, die nicht mit der der Redaktion übereinstimmen muß:
„Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens zum Neubau der L 751 ist der Erörterungstermin zu den eingereichten Stellungnahmen bzw. Einwendungen vom Regierungspräsidenten jetzt festgelegt. Der Kampf oder auch der Streit um die Tunnellänge wird wieder im Vordergrund stehen. Verständlich, soll doch die optimale Lösung angestrebt werden! Doch liegt es nahe anzunehmen, daß verschiedene Kriterien bei der Lösungssuche völlig ausgeschaltet werden:
• Die unbeschreibliche Belastung, die physischen und psychischen Ein- und Auswirkungen des Lärms von durchschnittlich 75 dB (der Orientierungswert für Wohngebiete liegt bei 50 dB),
• die Auswirkungen der Erschütterung,
• die sozialen Lärmwirkungen,
• und den Gefahren, denen die Anlieger der jetzigen L 751 ausgesetzt sind!
Die Anlieger haben vor rund 12 Jahren hierfür nicht ihre Vorgärten und gesunde Wohnlage aufgegeben! Im Vordergrund stand die Hilfe für die zu enge Innenstadt, denn den überörtlichen Verkehr sollte die parallel schon geplante Umgehungsstraße aufnehmen. Die Stadt Oerlinghausen hat durch ihre damalige (teilweise auch heute noch von einigen Ratsmitgliedern praktizierte) Politik die Anlieger in eine katastrophale Wohnsituation gezwängt, aus der sie sich aus eigenem Antrieb nie wieder befreien kann. Im Gegenteil: Die Situation verschlechtert
sich von Jahr zu Jahr. Neubürger der Stadt (deren Wohnsitz natürlich in der ruhigsten und immissionsgeschützten Wohngegend zu finden ist) und Randorganisationen, deren Mitglieder teilweise nicht einmal Bürger dieser Stadt sind, versuchen mit ihren Forderungen den Neubau der L 751 zu verhindern.
Utopische Vorschläge für Lärmschutzmaßnahmen sollen die Anlieger besänftigen. Mannigfache Vorträge, Sitzungen und Versammlungen haben eindeutig klargemacht, daß in dieser Richtung keine Abhilfe geschaffen werden kann. Es ist Pflicht und Aufgabe der gewählten Ratsmitglieder, zum Wohle aller Bürger zu entscheiden. Darum möchten wir heute öffentlich an Sie appellieren, einigen Sie sich in dem laufenden Verfahren, damit die L 751 endlich gebaut werden kann und ein ganzer Stadtteil aus dieser Zwangslage befreit wird.
Die Grenze der Zumutbarkeit der Beeinträchtigungen durch Lärm, Erschütterungen und krankheitserregenden Abgasen ist seit langem erreicht. Sie als Politiker treffen die Entscheidung, ob Sie uns in dieser Lage belassen oder daraus befreien! Bedenken Sie bitte, daß all Ihre Planungen hinsichtlich Stadtkernsanierung und Bebauung zu Lasten der Anlieger der jetzigen L 751 gehen. Der Paragraph 3 des Gesetzes über den Bedarf und die Ausbauplanung der Landstraßen sieht eine Abhilfe für unsere zerstörte Wohngegend vor.“