Wem nützt die L 751 n noch?

FORUM DER LESER - Den Sinn der in Bau befindlichen Ortsumgehung Oerlinghausen stellt dieser Leser in Frage:

 

[Bild: Pro und contra in Sachen Umgehungsstraße: Für die Anlieger der Robert-Koch-Straße ist die Sache klar: Ja zur Umgehungsstraße.                 Foto: Lahr]

In der bisherigen Diskussion zur L 751 n ist schon angeklungen, daß der Neubau Verkehrslärm und Verkehrsbelastungen nicht vermeidet, sondern nur auf andere Bürger verlagert. Der Anschluß der A 33 an die A 2 hat bereits zu einer Entlastung der L 751 geführt. Vor allem der Schwerverkehr nimmt die Umfahrungsmöglichkeit an. Der Bau der L 751 n als komfortable Abkürzung wird diese Entwicklung umkehren und neue Verkehrsströme anziehen.

Hauptleidtragende werden neben der Natur und den „Neuanliegern" am Landerweg und in Lipperreihe die Anlieger der L 751 in Asemissen sein, denn dort wird bedeutend mehr Verkehr als heute durch die Ortsdurchfahrt fließen. Eine Verkehrsberuhigung für die Asemisser Hauptstraße ist bereits beschlossen. Hier versucht man, Verkehr abzuwenden, drei Kilometer südlich wird er durch Investition von 50 Millionen Mark zusätzlich angezogen. Da ist der Aufschrei des Steuerzahlers wohl legitim!

Die Frage ist, wem der Bau der L 751n wirklich noch nutzt? Die jetzt lärmgeplagten Oerlinghauser Anlieger werden nur zum Teil entlastet. Welcher Oerlinghauser Kommunalpolitiker gibt zu, daß sehr viele Verkehrsteilnehmer der L 751 weiter die heutige Trasse benutzen werden, weil sie nämlich Ziele innerhalb der zunehmend attraktiven Einkaufsstadt Oerlinghausen ansteuern. Auch eine Ortsumgehung wird die Robert-Koch-Straße nicht wieder in das idyllische ruhige Sträßchen von einst verwandeln.

Die angeblich so dringend auf bessere Verkehrsanbindung wartenden Betriebe in der Oerlinghauser Südstadt werden ihren Werksverkehr Richtung Norden weiter auf den bisherigen Straßen abwickeln. Durch den Anschluß der A 33 an die A 2 ist ihre Südanbindung gelöst.

Oder sollte der jetzt durchgepeitschte Neubau der L 751 n etwa vor allem den Oerlinghauser Stadt- und Landespolitikern nutzen, die seit Jahrzehnten politisch darauf festgelegt sind und sich die vermeintliche Schmach eines Abrückens von einmal gefaßten Beschlüssen ersparen möchten? Dabei zeugt es doch allemal von mehr Weisheit und politischem Weitblick, geänderte Voraussetzungen auch in geänderten Entscheidungen münden zu lassen.

 

Hubertus von Daniels

Barkhauser Weg

33818 Leopoldshöhe-Asemissen