Recht auf mehr Wohnqualität
Leserbrief
Den Rückbau der L 751 in der Ortsdurchfahrt hält dieser Leser für die einzige sinnvolle Möglichkeit, den Verkehr in Oerlinghausen zu vermindern:
Nicht: Rettet Oerlinghausen.
Nicht: Rettet uns vor den Rettern. Sondern: Rettet Oerlinghausen und alle Oerlinghauser Bürger vor dem Autoverkehr. Die Anlieger der L 751 haben ein Anrecht auf mehr Wohnqualität und mehr Ruhe, aber nicht indem man anderen Oerlinghauser Bürgern den Verkehr aufbürdet. Die Straßen durch Oerlinghausen werden für den überörtlichen Verkehr nicht benötigt. Die Verkehrsströme müssen nur in die richtigen Bahnen gelenkt werden, das sind die Bundesstraßen und Autobahnen, über die man Oerlinghausen umfahren kann.
Wie entstand überhaupt dieses Problem: Die L 751 (jetzige Umgehung über die Robert-Koch-Straße) wurde nach über 25 Jahren Planung zu einer Zeit gebaut, als man erkennen konnte, daß diese Straße keine Umgehungsstraße, sondern eine innerstädtische Straße sein würde. Durch diese „Umgehung" wurde der Verkehr überhaupt erst nach Oerlinghausen geholt. Wer bis dahin, wegen der langwierigen Durchfahrt durch den Ort, Oerlinghausen gemieden hatte, konnte jetzt endlich schneller über Oerlinghausen als über die Bundesstraße oder Autobahnen sein Ziel erreichen. Durch die L 751 n entsteht ein weiteres Problem: Durch eine neue L 751 wird die Durchfahrt durch Oerlinghausen nur noch schneller, und das zieht zusätzlichen Verkehr auf diese Straße.
Lösung beider Probleme: Ein Rückbau der L 751, wie auch in Asemissen geplant, und ein Fahrverbot für den Durchgangsverkehr würde allen Oerlinghauser Bürgern helfen. Außerdem können auf diese Weise etwa 60 Millionen DM gespart werden. Auch wenn dieses nicht in unseren Ort fließen würde, aufbringen müssen wir dieses Geld alle durch unsere zu zahlenden Steuern. Für diese Steuergelder gibt es aber gerade jetzt sicherlich wichtigere Anwendungsgebiete als eine völlig unnütze, keinem Menschen helfende und die Natur zerstörende Straße.
An die von uns gewählten Politiker: Ich appelliere an alle Oerlinghauser Politiker, auch, und ganz besonders an Landtagsabgeordneten Horst Steinkühler, einfach einmal ohne die eventuell problematischen rechtlichen und politischen Gegebenheiten, nur mit normalem Menschenverstand, diese vor vielen Jahren getroffene Entscheidung zu überdenken. Große Deutsche haben schon vor vielen Jahren gesagt: Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern. Oder: Es kann mir keiner verwehren, täglich klüger zu werden.
Erwin Jörg
Breiter Esch 12, Oerlinghausen