Die Ereignisse in Oerlinghausen 1848

 

bis 1815          Freiheitskriege

1817                Wartburgfest der Burschenschaften (Die Burschenschaften waren aus den Freikorps der Befreiungskriege hervorgegangen)

1819                Karlsbader Beschlüsse (Verbot der Burschenschaften. Diese hatten eine Republik und soziale Gleichberechtigung gefordert)

1832                Hambacher Fest (Neustadt an der Weinstraße)

1818                Aachener Beschlüsse (England, Österreich, Preußen, Rußland und Frankreich !!! verpflichten sich in einem gegenseitigen Bündnis zur Wahrung der "Ruhe der Welt" gegen revolutionäre Bestrebungen.)

1834                Deutscher Zollverein

1844                Weberaufstand in Schlesien

18.3.1848        Barrikadenkämpfe in Berlin

Die einzigste Beschreibung der Vorfälle in Oerlinghausen ist der Brief den Hildebrand am 19.3.1848 an Regierungsrat Heldmann schrieb.

Hier jetzt die Beschreibung der Vorfälle - Hermann Diekmann und die Beschreibung der Vorfälle im Buch von Oerlinghausen.

1848

Am Ende des Jahres 1844 wurde ein neuer Dorfsvorstand gewählt bisher: Vorsteher - Kaufmann F. C. F. Hildebrand - der in Hause Hauptstr. 24 ein Colonialwaren und Textilgeschäft hatte.        Weitere Vorsteher: C. L. Nagel und C. Löhr.

Die neu gewählten Vorsteher waren: Rentmeister Schütz - Hauptstr. 3, Kaufmann C. A.Tölke - Hauptstr. 74 und als dritter Steinhauermeister Reuter - Hauptstr. 80. Als Deputierte wurden gewählt: Kaufmann Buckup, Bäcker Tellmann, Tischler Fritz Löhr, Ullrich, Linnenhändler Chr. Hölter und Heinrich Becker.

Diese Neuwahl kam Zustande durch das Votum der Bevölkerung gegen ihre Vertretung. Die Unzufriedenheit durch die beabsichtigte Teilung der Bergreviere hatte ihren Höhepunkt erreicht. Dazu kam ein Beschluß des Dorfsvorstandes vom 6. Februar 1844, indem dieser dem Bierbrauer A. Becker die Erlaubnis erteilt hatte aus dem sogenannten Weberbrunnen, am Hause Tönsbergstraße 1, überschüssiges Wasser zu beziehen. Der Brauereibesitzer Becker ist dann wohl gleich zur Tat geschritten. Er baute die genehmigte Röhre in den Brunnen, aber tiefer als der Dorfsvorstand genehmigt hatte. 17 Anlieger, die behaupteten es wäre ihr Brunnen (Interessentenbrunnen) rissen die Röhre wieder aus der Erde, und damit begann ein Kriminalfall für Oerlinghausen. Schon am 13. Juli 1844 wurde das Urteil in Detmold gefällt. Es war ein hartes Urteil, und hat mit zu den Vorgängen am 18. März 1848 beigetragen. Das Urteil auf beiliegenden Blatt.

 

Nach der sogenannten Revolution in Oerlinghausen

13.5.1848        Das Criminalgericht in Detmold fragt an ob der Tischler Carl Berkemeier soweit wiederhergestellt wäre, daß er nach Detmold gefordert werden könne. Antwort des Amtes: Berkemeier sei nicht mehr anwesend. Wahrscheinlich im Ausland.

30.6.1848        Kaufmann Ebbinghaus, Gastwirt Henning, Gastwirt Hachmeister und der Pastor Volkhausen beschweren sich das sie für die 44 Soldaten die im März nach Oerlinghausen in ihre Häuser gelegt wurde noch keine Entschädigung bekommen haben. Erst im September bekommen diese zusammen einen Ersatz von 8 Rtl. 10 Sgr.

7.10.1848        Das Criminalgericht fordert das Amt auf folgende Angeklagten bei der Rückkehr sofort zu vernehmen - Waren wohl alles Ziegler. (der Verf.) Angeklagt sind: Büker, Schnittger, Blome, Pieper, Henke, Ober, Nagel.

Febr. 1849      Wegen Bedrohung von Hildebrand werden der

Maurergeselle Simon Kirchhof zu 12 Monaten Gefängnis

Friedrich Büker zu 12 Gefängnis

Friedrich Meierherm zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt

24.6.1849        Der Maurergeselle Simon Kirchhof wird noch immer gesucht.

Sept. 1849      Sämtliche Gnadengesuche werden abgelehnt.

Im Dezember 1849 wird Friedrich Büker seine Haftstrafe auf 6 Monate vermindert. Dieses geschieht auf Fürsprache von Hildebrand der dann bald nach Barntrup verzog. In diesem Herbst hat sich auch wohl Simon Kirchhof zum Strafantritt gemeldet. Denn im Frühjahr 1850 wird er vorläufig aus dem Gefängnis entlassen um auf Ziegelei zu gehen. Er soll aber im Winter bis zum Frühjahr 1851 die Reststrafe absitzen. Als alle ihre Strafe verbüßt haben, strengt Hildebrand 1851 eine Privatklage an - auf Schadensersatz und Schmerzensgeld.

Ob und was daraus geworden ist wissen wir nicht.