Sturm auf‘s rote Oerlinghausen!
So bezeichnen die Nationalsozialisten den Aufmarsch, den sie für Sonntag, den 8. November 1931, in Oerlinghausen planen.
800 S.A. Terroristen, (Mordbanditen) sollen angeblich dem proletarischen Oerlinghausen den Vorgeschmack über die kommenden „Nazi-Terrorrmaßnahmen", im „dritten Reich“ beibringen.
Kaum sind 3 Wochen in's Land gegangen und schon sind 8 neue Opfer der Arbeiterschaft den Mordplänen der Faschisten zum Opfer gefallen. Sie schreiben und reden, dass sie weitere Massenaufmärsche in den proletarischen Hochburgen machen wollen.
Sie bereiten den Bürgerkrieg vor!
und wollen überall wie gewaltätige Verbrecher hausen, — so wie in Braunschweig. Die Nazi - Terrorbanden, finden die weitgehendste Unterstützung und Tolerierung durch alle Reichs- und Landesregierungen. Angeblich wollen sie den Faschismuss aufhalten: In Wirklichkeit unterstützen sie ihn direkt und indirekt.
Kürzlich stach der SA-Mann Sielemann, unseren Genossen Schäfer, Detmold nieder. Die lippische Polizei und das Landespräsidium haben die Protestdemonstration der Kommunisten verboten, dagegen haben sie den verhafteten Faschisten wieder auf freien Fuß gesetzt.
Der Faschismuss wächst - die Gefahr ist Ernst !
Vergessen wir niemals, dass die Faschisten in den verschiedensten Städten Deutschlands anläßlich solcher Aufmärsche die Häuser der Arbeiterorganisationen gestürmt - und die Arbeiter selbst misshandelt haben.
Denkt an die Trümmer durch die Mordbrenner im faschistischen Italien!
Die Nazi-Banditen handeln im Interesse der Unternehmer, die Kapitalisten drücken durch Lohnraub - die Faschisten sind dazu da, um Euren Wiederstand niederzuschlagen. Es sind die Streikbrechergarden der Schwerverdiener.
Wollt Ihr Euch das gefallenlassen!
Gewiss seid auch ihr alle, ohne Unterschied gegen diese arbeiterfeindliche Politik der NSDAP. Wir schlagen Euch vor: In dieser Stunde ernstester Gefahr gemeinsam die rote Einheitsfront zu schaffen. Sozialdemokraten, Parteilose und Kommunisten, Euer entschlossenes Handeln in brüderlicher gemeinsamer Front kann die Gefahr abwehren.
Darum schließt Euch zusammen. Verteidigt am nächsten Sonntag des rote Oerlinghausen gegen alle faschistischen Provokationen.
Um eine geschlossene Front aller Arbeiter aufzuziehen, laden die unterzeichneten Organisationen, die Betriebsräte der Oerlinghauser Betriebe, die Leitungen des ADGB und der Gewerkschaften, die Funktionäre der SPD, wie auch des Arbeiterturnvereins und sonstige Arbeiterorganisationen, ein zu einer gemeinsamen Sitzung. Alle Kampfmaßnahmen werden dort gemeinsam besprochen und beschlossen werden.
Arbeiter rüstet zum Kampf!
Kommunistische Partei, kommunistischer Jugendverband, revolutionäre Betriebs- und Gewerkschaftsopposition, Kampfbund gegen Faschismus und Rote - Hilfe.