Zur Kundgebung der Eisernen Front
Oerlinghausen, den 21. Februar 1933.
Auf Vorladung erscheint der Stadtverordnete, Herr Lagerhalter August H., Hauptstr. 65, und erklärt:
Ich bin Vorsitzender der Kampfleitung der Eisernen-Front und marschierte am 16. Februar 1933 ziemlich vorn im Fackelzug. Ich habe von den von Herrn Paul R. angegebenen Ausrufen nichts gehört. Wohl habe ich gehört, daß im Chor gerufen wurde: "Wer will die Freiheit?" und dieser Ruf ist dann beantwortet worden mit den Worten: "Wir, wir, wir!" Die Funktionäre der Eisernen Front waren auf den ganzen Zug verteilt. Sie hatten die Aufgabe, darauf zu achten, daß bei dem Durchmarsch alles in Ruhe und Ordnung zuging, denn wir legten Wert darauf, daß dieser Zug eine ruhige und kraftvolle Demonstration für unsere Idee sein sollte. Diese Ruhe und Ordnung ist während des ganzen Durchmarsches in hervorragender Weise durchgeführt worden. Das wird mir auch von denjenigen Leuten bestätigt, die unserer Bewegung nicht angehören. Das bestätigt im übrigen auch die Lippische Landeszeitung - Detmold in ihrer Nummer 48 vom 18. Februar 1933 durch folgenden Bericht:
„Oerlinghausen. Kundgebung. Die in der "Eisernen Front" zusammengeschlossenen Verbände und Organisationen der Sozialdemokratischen Partei veranstalteten am Donnerstagabend eine Kundgebung, die in völliger Ruhe verlief. Nach einem Fackelzug durch die Straßen der Stadt zogen die Teilnehmer zum Scherenkrug, wo die Landtagsabgeordneten D. und S. sprachen."
Die, Lipp. Landeszeitung ist ein gegnerisches Blatt und würde ganz sicher nicht von dieser "völligen Ruhe" sprechen, wenn sie nicht tatsächlich von den Bürgern Oerlinghausens beobachtet worden wäre. Ich weise es entschieden zurück, von Herrn Paul R. dafür verantwortlich gemacht zu worden, daß die von ihm angegebenen Rufe gefallen sind, wo ich nur bekunden kann, daß ich sie nicht gehört habe.
v. g. u. u.
August H.