Betreffend der SA-Aktion in Oerlinghausen

 

Sturmbann II/55

Herrn Kreisleiter Pg. Herrich, M.d.L.

 

Betr. Aktion der SA. (Oerlinghausen) Lage/L.

Als Anlagen überreichen wir Ihnen zur gefl. Weitergabe und weiteren Veranlassung

1.) 1 Bericht über Gründe und Vorkommnisse der Aktion der Sturmbannführung.

2.) 1 Eingabe an die Lippische Landesregierung.

3.) 1 Bericht des Pg. Meierhans, Bad Salzuflen.

4.) 1 Flugblatt der K.P.D. (verteilt unter der Polizeihoheit des Bürgermeisters Reuter.)

Aus den einzelnen Anlagen ersehen Sie, um was es sich bei der Oerlinghauser Aktion gehandelt hat. Herr Bürgermeister Reuter hat uns Nationalsozialisten stets - solange er an die Macht des Marxismus glauben konnte - als Menschen zweiter Klasse betrachtet und dementsprechend behandelt. Der Charakter dieses Herrn geht auch daraus hervor, dass er nur um seine eigene Stellung zu retten, seine Freunde, die ihn in den Bürgermeisterstuhl verhelfen haben, schmählich im Stich lässt und ihre Absetzung befürwortet. Wir verlangen für seine Handlungsweise volle Genugtuung.

Wir wünschen nicht, dass derartige Leute in einem nationalsozialistischen Staate die "Herren” spielen. Wir verlangen, dass in Lippe mit der gleichen Schärfe durchgegriffen wird, wie von unserem Pg. Göring in Preußen.

Ich bitte deshalb dafür Sorge zu tragen, dass die Landesregierung eine befriedigende vollständige Lösung vornimmt, die allein durch die Ernennung von zwei NS-Stadträten nicht gewährleistet ist. Ferner bitte ich, dass der Zeilenwart Pg. Hesse seines Amtes enthoben wird, da derselbe bei seiner "pflaumenweichen” Einstellung nicht als der geeignete Mann angesehen werden kann; es ist vielmehr schon heute vorauszusehen, dass er in kurzer Zeit völlig im Fahrwasser dieser Herren schwimmen wird.

Ich will hierbei nicht unterlassen, noch auf den Artikel des "L.K.” vom 31.12.32. (Wahlsondernummer) über die Verhältnisse in Oerlinghausen zu verweisen.

 

Heil Hitler