Gedanken zum Volkstrauertag

Leserbrief von Fritz Soll sen.

 

 

Oerlinghausen, 2.11.1993

 

Leserbrief

An die Redaktion der NW Sennestadt – Oerlinghausen.

Gedanken zum Volkstrauertag.

 

Wenn wir am Volkstrauertag der Toten und Vermißten Soldaten gedenken, gehören dazu auch die vielen Mütter, Frauen und Kinder, die am Ende des letzten Krieges allein in der Welt standen. Dieses gilt besonders auch für die Vertriebenen, die neben allen anderen auch noch ihre Heimat verloren hatten.

Auch bei uns in Oerlinghausen ist das so und doch ist es anders. Hier wird weit von der Stadt offiziell der Toten gedacht. Aber da an den Orten wo unsere Oerlinghausen Toten liegen und diejenigen die in den Ostertagen 1945 im unsinnigen Kampf um Oerlinghausen ihr junges Leben lassen mußten, dort herrscht bei der Kranzniederlegung - Stille -.

Warum nicht das offizielle Gedenken am Massengrab auf dem Friedhof oder beim Mahnmal - Mutter und Kinder - an der ev. Kirche?

Ich weiß das die Verantwortlichen in dieser Sache sehr unbeweglich sind, aber man sollte doch in diesen Dingen etwas mehr Bürger- und Stadtnähe zeigen.

 

 

Fritz Soll

Landerweg 6

Oerlinghausen