Kriegsende Oerlinghausen

Vorwort

 

Zu unserem monatlichen Stammtisch dessen Träger der Naturwissenschaftliche und Historische Verein ist, und der jetzt mehr als 2 Jahre besteht, haben wir uns zum heutigen Tage das Thema: ‚Kriegsende in Oerlinghausen‘ gewählt.

Gerade dieses Thema ist, glaube ich, in der heutigen Zeit aktueller denn je. Die Tage von Ostern 1945 haben uns gezeigt wieviel Not und Elend durch einen Krieg, auch wenn er nur 2-3 Tage dauert, für solch einen kleinen Ort wie Oerlinghausen, bringen kann. Wieviel materielle Güter sind in Stunden dahingeschmolzen, wo Menschen in Generationen dran gearbeitet hatten. Wieviel Menschen haben hier ihr Leben lassen müssen, die alle eine Mutter gehabt hatten, von der sie umhegt und gepflegt worden waren. Viele von ihnen mußten durch ihren bestimmt nicht gewollten Tod Frauen und Kinder in einer ungewissen Zukunft allein lassen. Wieviel Jungen, kaum dem Kindesalter entwachsen, wurden mit der Schrecklichkeit des Krieges bekannt, und lagen bleich und kalt an der Straße und in den Wäldern.

72 deutsche Soldaten die Oerlinghausen verteidigt hatten wurden am 9. April 1945 in einem Massengrab auf dem ev. Friedhof an der Rathausstr. beigesetzt.

5 Einwohner die durch die Kriegsereignisse ebenfalls den Tod gefunden hatten wurden auch an demselben Tage zur Ruhe bestattet.

Der Ablauf des Geschehens in den Ostertagen 1945 ist in vielen Einzelheiten schriftlich festgehalten worden. Neben den Aufzeichnungen im Stadtarchiv, hat aber auch die Bevölkerung viele Aufzeichnungen zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle möchten wir allen recht herzlich danken.

Da es heute Abend nur eine Kurzfassung der Ereignisse sein kann, wollen wir uns im Verein aber doch überlegen, ob wir nicht in naher Zukunft eine Gesamtfassung der Ostertage 1945 zusammenstellen sollten.