Leserbrief
Nachdem scheinbar eine Menge von Mißverständnissen durch die Aktion „Rettet Oerlinghausen" entstanden sind, nimmt ein Mitglied in diesem Leserbrief zu den wichtigsten Punkten Stellung:
Wir „selbsternannten missionarischen Retter Oerlinghausens" haben volles Verständnis für die Anlieger der Robert-Koch-Straße/Holter Straße und verstehen, daß ihnen der jahrelange Lärm und Dreck auf die Nerven ging. Der durch die verstopfte B 68 durch Oerlinghausen umgeleitete Lkw-Verkehr war vor Anbindung der A 2 an die A 33 wirklich unzumutbar. Weil eine Verkehrsberuhigung für Oerlinghausen offensichtlich erforderlich war, haben sich einige Betroffene, die gegen die Straße prozessiert hatten, entschlossen, ihren Einspruch zurückzuziehen.
Seit der Umgehungsmöglichkeit von Oerlinghausen durch die Verbindung der zwei Autobahnen hat sich
aber der Lkw-Verkehr durch unsere Stadt drastisch auf den unvermeidbaren Anlieferverkehr reduziert. Geblieben ist der regionale Pkw-Verkehr, der auch durch den Bau der L 751 n nicht wegfallen wird, so daß die Anlieger der Robert-Koch-Straße/Holter Straße auch dann nicht mit offenen Fenstern schlafen können.
Ist eigentlich den Befürwortern bewußt, daß vielleicht einige weniger Belästigung haben werden, aber viele andere neu betroffen sein werden? Wir stellen die Frage, ob es richtig ist, zig Millionen für eine Umverteilung des Lärms und eine Neuanziehung des Verkehrs auszugeben. Muß man den traurigen Beweis erbringen, zig Quadratmeter unserer Umwelt zu zerstören, um dann sagen zu müssen: „Es hat sich leider nicht gelohnt"? Wir haben eine große Verantwortung den nachfolgenden Generationen gegenüber, denn „wir haben die Welt nicht von unseren Eltern geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen".
Die Aktionsgemeinschaft „Rettet Oerlinghausen" hat nie behauptet, daß die Anlieger der Robert-Koch
Straße/Holter Straße Verhinderer der so nötigen Investitionen wie Sporthalle, Kindergarten, dritte Grundschule seien! Wir stellen nur sehr nachdrücklich die Frage an unsere Kommunal- und Landespolitiker: „Wie werden hier eigentlich die Mittel verteilt? Warum ist für die gesunde Infrastruktur unserer Gemeinde so wenig und für eine überholte Baumaßnahme so viel Geld da? Was soll die Aussage von den verschiedenen Töpfen, aus denen die Gelder kommen?" Alle Mittel kommen nur aus einem einzigen Topf, nämlich von uns, den Steuerzahlern! Warum muß man an alten Entscheidungen stur festhalten, wenn sich die Grundlagen erheblich geändert haben?
Wenn sich einige Politiker nicht einmal vorstellen können, sich dafür einzusetzen, daß Gelder in Projekte geleitet werden, die der gesamten Bevölkerung zugute kommen, anstatt unnötig in den Sand gesetzt zu werden, stellt sich die Frage, ob wir richtig vertreten sind.
Aktion „Rettet Oerlinghausen" Ursula Hanning
Holter Straße 120