Brunnen und Dorfsbrunnen in Oerlinghausen

Teilweise nach Aufzeichnungen von A.  Reuter

 

Es gibt nur wenige Themen in der Geschichte von Oerlinghausen die das 100-jährige Geburtstagskind nicht behandelt bzw.  beschrieben hat. Das,  was er uns hinterlassen hat ist einmalig. Das sein Geburtstag gerade in die Diskussion um den "wiedergefundenen" Brunnen am Ausgang der Niedernstraße fällt,  ist wohl Zufall.

Vor etwa 150 Jahren gab es in Oerlinghausen mehr als 60 - 80 Brunnen. Fast alle waren Hauseigene oder sog. Interessenten - Brunnen.  Zu den Interessentenbrunnen waren nur diejenigen zugelassen die auch zu den Kosten des Baues und zur Unterhaltung beitrugen. Offizielle Dorfsbrunnen gab es aber nur deren 4. Diese wurden auf Gemeindekosten unterhalten.  Der 1.  lag zwischen Hauptstr. 3 - 5 (Altdeutsche Bierstube und Textilgeschäft Spilker). Der 2.  der sog. "Weberbrunnen“ lag vor den Häusern Tönsbergstr. 1 – 3. Ob es der alte Brunnen ist,  der heute noch im "alten Kino" vorhanden ist, wissen wir nicht. Der 3. war der "Pfarrbrunnen" neben der Linde vor dem Pfarrhaus. Heute ist die Umrandung noch zu sehen. Der 4.  war der Brunnen vor Beckers Hause - Hauptstr. 59 (Haus Schnabel). Diese 4 Brunnen waren Jahrzehnte auch die amtlichen Löschbrunnen bei Hausbränden. Der frühere Bürgermeister August Reuter schrieb um 1955 in seiner Stadtgeschichte zum Thema Dorfsbrunnen: "Es wäre schön wenn dieser Pfarrbrunnen eines Tages wieder entstehen würde".

Ich, der ich diese Zeilen geschrieben habe, glaube es wäre ein Geburtstagsgeschenk für August Reuter der unsere Stadtgeschichte ja für uns geschrieben hat. Aber darüber wollen wir den Rat der Stadt entscheiden lassen.

Im November 1983

Fritz Soll