Hunderte von Fischen starben, die dort eigentlich nicht leben durften

„Deichbruch“ stellt sich als höhere Gewalt dar, nicht als „Skandal“

 

Oerlinghausen (tee). Hunderte von toten Fischen, aber alles andere als ein Umweltskandal, sondern schlicht höhere Gewalt. So stellt es sich dar, nachdem schon in der letzten Woche ein Dammbruch an den Südstadtteichen oberhalb der Helmstedter Straße dem Bauhof Arbeit machte und es am Wochenende offensichtlich zu einem weiteren „Erdrutsch“ kam, der die ersten Bemühungen der Tiefbauer, den beliebten Wanderweg über den „Deich“ provisorisch zu halten, zunichte machte. Bauamtsleiter Friedel Potthast: „Der Wasserdruck war einfach zu stark. Das war viel Sand, und das ist von unten unterspült worden.“

Leidtragende des „Deichbruches“ von etwa vier Metern Breite, durch den sich das Wasser gurgelnd in das Gelände vor der Sennestraße seinen Weg bahnte, waren die Fische (Foto), denen Bauhofmitarbeitern noch am letzten Donnerstag Extra-Wasserbecken zum Überleben schufen. Fische, von denen zumindest offiziell niemand weiß, wem sie gehören. Denn das Gewässer oberhalb des Wanderweges in die Senne ist weder Fischteich, noch hat die Stadt laut Bauamtsleiter Potthast einen Besatz selbst vorgenommen oder gestattet. Als denkbarer Besitzer bietet sich allenfalls der Bundeswehr-Angelsportverein an, dessen Antrag auf Umwandlung der Tümpel, die durch den Betrieb des Hartsteinwerkes entstanden, in Fischteiche in der vergangenen Woche behandelt werden sollte, aber vertagt wurde. Friedel Potthast: „Die Stadt hat jedenfalls keine Fische ausgesetzt.“ Nicht zuletzt deshalb, weil man im Bauamt der Überzeugung ist und die Erfahrung gemacht habe, daß diese Teiche im Sommer nicht zu halten sind. „Die Verdunstung ist einfach größer als der Zulauf“, sagt der Bauamtsleiter.

Der Bruch sollte von vornherein so schnell wie möglich vernünftig gekittet werden, erklärte der Bauamtsleiter. Nur in der letzten Woche habe es wegen des Noch-Frostes an schnellem geeignetem Material (Lehm) gefehlt.

[Bild: Foto: Tienes]