Weihnachtsgeschichten
Weihnachten 1900 - Die Großeltern
Der Vater ist vom Nachbrennen auf der Ziegelei seit 14 Tagen wieder zu Haus. Inzwischen ist eins der beiden Schweine, die von Mutter im Sommer und Herbst fett gefüttert worden sind, geschlachtet worden. Die 6 Kinder gehen früh zu Bett, denn "Bescherung" ist erst am Morgen des ersten Feiertages.
Vater und Mutter schmücken nun den Weihnachtsbaum, den der Vater am Nachmittag mit einer Säge irgendwo hergeholt hatte. An den Baum kamen 2 Kerzen und kleine Äpfel und durchbohrte Kekse, oben auf die Spitze aber ein schön glitzernder Weihnachtsstern.
[Bild: Hemd, 1 Paar Strümpfe, 1 Mütze oder]
Am ersten Weihnachtstag früh um 7 Uhr waren alle auf den Beinen. Der Vater hatte schon um 6 Uhr Feuer im Herd angemacht, um die Küche etwas anzuwärmen. Ein jeder der Kinder fand seinen Teller mit Äpfeln, Nüssen und einem Weihnachtsstuten vor. Oben auf allem lag immer etwas besonderes, entweder 1 vielleicht auch Handschuhe, oder wie an diesen Weihnachten, für die beiden großen Jungen 1 Motorrad aus Blech. (Ein linkes und ein rechtes Teil waren durch Klammern zusammengehalten) Für die beiden Jungen war es natürlich etwas Besonderes. Da die beiden Bleche nach außen gewölbt waren, war innen ein Hohlraum, und nach 2 Stunden konzentrierte sich das Interesse ganz hierauf. Was kann da wohl drin sein? Mit einem Messer wurden nun die Klammern abgebrochen, und das Innere lag offen. "Do es go nix inne!", war der enttäuschende Kommentar. Damit war nach dem Kirchgang das Weihnachtsfest in der Hauptsache vorbei.