Aus der Chronik der Oerlinghauser Schützengesellschaft von 1590 bis 1928
ZUM 75-JÄHRIGEN FAHNEN-JUBILÄUM
Herausgegeben vom Unteroffizier-Korps
EIN KÖNIGTUM.
Ein König sein! — und wär's ein Eintagskönig —
Wie eine wundersame Melodie
So süß berauschend, elfenstimmentönig
Ergreift dies Bild des Knaben Fantasie.
Ein König sein, von Tausenden der Eine,
Geschmückt mit allen Zeichen höchster Macht, —
Solch süßer Traum hat manchem, wie ich meine,
Beglückend in der Kinderzeit gelacht!
Ist's nicht um ihn, daß die Trompeten tönen,
Die Pauken wirbeln, — Schuß um Schuß verhallt,
Daß an den Fenstern winkt die Schar der Schönen
Und Fahn' und Fähnlein in den Straßen wallt?
Ein Viergespann zieht den bekränzten Wagen,
Die Menge jubelt; — Ihn gilt's ganz allein.
Wie stolz muß da das Herz, wie stürmisch schlagen?
Wer möchte nicht ein solcher König sein? —
So denkt der Knabe. — Einst aus weiter Ferne
Kehrt er als Jüngling heim ins Vaterhaus.
Schon schwanden viele seiner Hoffnungssterne,
Und manchem Wunsch blieb die Erfüllung aus.
Zum heitern Fest sieht er die Menge wallen
Wie sonst geschmückt mit Band und Blum' und Kranz,
Dieselbe Lust, dasselbe Wohlgefallen
Lockt heute noch zum Wettkampf, Spiel und Tanz.
Verwundert steht er; — doch wie sich das Heute
Allmählich näher dem Vergangnen drängt,
Da ist es ihm, als ob sein Herz sich weite,
Der Zweifel flieht, der seine Brust beengt.
Zur Büchse greift er (— ob zu ernstem Spiele
Sie nicht vielleicht ihm schon gedient? — wer weiß?)
Und zu der Menge buntem Festgewühle
Drängt er sich, werbend um des Tages Preis.
Des Tages Preis? — Nichts liegt ihm am Gewinne,
Er sehnt sich nicht nach Kette, Kron' und Kreuz;
Ein andrer Traum durchzittert seine Sinne
Mit süßem, unaussprechlich süßem Reiz.
Der König sein! — o herrlich und zu wählen
Die lieblichste, nach der dein Herz begehrt,
Zur Königin! Da darf der Schuß nicht fehlen!
Glück zu! Versuch's, was deine Kugel wert! —
Wie weise einst sich auch der Mann gebahre,
Der ob des Jünglings Torheit lächeln mag,
Ihm läßt's nicht Ruh, wenn wiederum im Jahre
Erscheint der nie vergeß'ne Freudentag!
Da ruht die Arbeit, feiern die Geschäfte,
Frei wird das Herz und frisch und wieder jung,
Den alten Stamm durchwirbeln neue Säfte,
Geschöpft am Borne der Erinnerung.
Er läßt sein trautes Weib den Hut ihm schmücken,
Die Büchse schleppt der Bube ihm herbei,
Betrachtet sie mit freudigem Entzücken
Und wünscht sich, daß er auch ein Schütze sei.
Für heute muß er sich zufrieden geben,
Wies ihn auch und die Mutter stets verdroß,
Daß der Papa noch jedesmal daneben
Und nie ein Stück vom Vogel niederschoß.
So läßt der Alte gern die Büchse knallen,
Er selber dürstet nicht nach Ehr und Ruhm,
Doch dem geliebten Weibe zu gefallen
Zielt er und hofft noch auf ein Königtum,
Bis einst er müd' ist, das Geschoß zu heben,
Da mag er müßig wohl am Schießstand stehn,
Und eines Tags vielleicht das Glück erleben,
Als bess'ren Schützen seinen Sonn zu sehn.
O tiefer Sinn, gewaltige Gedanken
Das Spiel zu einer heilgen Sitte weihn,
Darüber mögen Klügere sich zanken,
Mir gilt's genug, von Herzen froh zu sein.
Daß aus des Alltagslebens engen Kreisen
Ins freie Reich der Lust die Seele dringt,
Nützt mehr vielleicht als all der Rat der Weisen,
Der hinterher auf morschen Krücken hinkt.
[Bild: RICHARD SPRENGER OBERST SEIT 1922]
Während man bis in die jüngsten Jahre hinein nicht bestimmt wußte, wann die Oerlinghauser Schützengesellschaft gegründet wurde, ist es im Jahre 1925 dem damaligen Vorsteher, jetzigem Bürgermeister August Reuter von Oerlinghausen, gelungen, festzustellen, daß die Gründung der Oerlinghauser Schützengesellschah im Jahre 1590 erfolgte. Nach A. Falkmann (Beiträge zur Gechichte des Fürstentums Lippe 1579—1596) heißt es dort Seite 206 und folgende: Daß in Lippstadt 1556 bereits ein Schützenfest gefeiert wurde. In Lemgo bildete sich 1575 eine Schützengesellschaft. Die Stadt Uflen hielt ein Vogelschießen ab. In Blomberg, Horn, Barntrup werden solche Feste 1588, 1592, 1598 erwähnt. In Detmold wurde erst 1600 eine Schützengesellschaft gegründet. In Tintrup bildete sich 1581 eine Schützengesellschaft, in Wöbbel 1585 und in Oerlinghausen 1590 (ohne vorgängige Erlaubnis). Demnach besteht die Oerlinghauser Schützengesellschaft im Jahre 1928 die stattliche Anzahl von 338 Jahren. Die nächsten bekannten Mitteilungen stammen aus dem Jahre 1781, wie ein Aktenstück im Detmolder Archiv besagt:1781 verklagte der Musikant Köhne in Lage beim Gogericht zu Detmold die Oerlinghauser Schützenkompagnie, weil sie bei ihren Freischießen in den Jahren 1780 und 1781 durch die beiden Pfeiffer Volmar und Hanges hatte Musik machen lassen, was gegen seinen Kammerkontrakt verstoße. Im Jahre 1843 wurden dann die ersten Regeln für die Feier der Schützenfeste aufgestellt. Das amtliche Protokoll hierüber lautet wie folgt: Actum Oerlinghausen den 3. Juli 1843. Erschienen am Amte:
1. der Vorsteher Kaufmann Hildebrand
2. Vorsteher Gastwirt L. Nagel
3. Fuhrmann Gröppel
4. Linnenhändler Christian Hölter
5. Glaser Gröppel
6. Raseur Reuter
7. Linnenhändler Niemeyer
8. Friedrich Hölter
9. Christoph Schütte
10. Kaufmann Carl Tölke Nr. 44
11. Linnenhändler Franz Friedr. Becker
12. Bäcker und Commerciant Tellmann sämtlich von hier.
Die Comparenten zeigten an: bekanntlich seyen über die Abhaltung des diesjährigen Schützenfestes Differenzen entstanden. Um solches für die Zukunft zu verhindern, seyen sie von den zur Feier des Festes zusammengetretenen Bewohnern des Orts zum künftigen Schützen-Vorstande erwählt worden und mit ihnen: der Steuer-Receptor Stölling, der Kammmacher Holzkamp und der Isaac Meyer, welche drei letzteren jedoch verhindert waren, gleichfalls sich einzufinden. Nach weiterer Beratung wäre beschlossen worden, über die künftige Haltung der hiesigen Schützenfeste Statuten zu entwerfen, welche jedes Jahr für das Fest zu beachten und allen daran Theilnehmenden durch Vorlesung bekannt zu machen seyen. Die festgesetzten Vorschriften wären folgende:
1. Das hiesige Schützenfest solle in der althergebrachten Weise, also, daß die Bewohner von Oerlinghausen jährlich freiwillig dazu zusammenträten, unter sich Officiere wählten, von diesen geleitet an einen dazu bestimmten passenden Platz ausmarschirten und nach einer zu errichtenden Scheibe schössen, hiernächst aber in Oerlinghausen zum Tanz sich versammelten, gefeiert werden.
2. Die Theilnahme am Feste solle allen, welche in Oerlinghausen zur Zeit der Feier sich aufhielten, gestattet seyn, zu Officieren und zum Vorstande könnten nur diejenigen, welche daselbst wirklich wohnhaft wären, gewählt werden.
3. Derjenige Schütze, welcher den besten Schuß gethan, werde König und erhalte als Ehrenzeichen einen zu diesem Zweck neu angefertigten silbernen Vogel. Diese Ehrenstelle könne jedoch nur einem solchen Mitglied des Schützenvereins zu Theil werden, welcher im Orte selbst wohnhaft sey, weshalb, wenn der beste Schütze ein nur temporell hier sich aufhaltender Fremder wäre, an seine Stelle derjenige Oerlinghauser trete, welcher den zweitbesten Schuß gethan habe.
4. Der Schützenkönig sey dem bestehenden Herkommen gemäß für das folgende Jahr von allen reihelaufenden Nachbarlasten befreit und erhalte beim folgenden Feste, nachdem er das Ehrenzeichen abgegeben habe, eine Prämie von 10 Thlr. aus der Schützenkasse ausgezahlt.
5. Derjenige Schütze, welcher den zweitbesten Schuß gethan, werde Kronprinz; derjenige, welcher den drittbesten Schuß gethan, Graf. Der erste erhalte als Ehrenzeichen ein halbes Dutzend silberne Theelöffel, der andere einen silbernen Esslöffel, und würden bei der Zurückgabe am nächstjährigen Feste als Prämie ausgezahlt für jene 5 Thlr., für diesen 3 Thlr.
6. Die drei genannten Würdenträger gehörten bis zum folgenden Schützenfeste zum Vorstande und würden dazu außerdem noch 12 Personen frei gewählt.
7. Dieser Schützen-Vorstand habe nach geendigtem Feste die dabei gebrauchte Fahne, Trommeln und die gemachten Ehrenzeichen zur ferneren sicheren Aufbewahrung einzufordern und an die Vorsteher des Orts abzuliefern; im folgenden Jahre die Bewohner zur Feier eines Schützenfestes einzuladen, den Tag und Ort der Versammlung zur Berathung über die Art und Weise, wie dasselbe gefeiert werden solle, zu bestimmen; in der Versammlung die Verhandlung zu leiten und die Wahl der nöthigen Officiere zu veranlassen.
8. Eine solche Einladung müsse jedes Jahr von ihm erlassen werden, sobald 6 Bewohner des Orts bei ihm den Antrag darauf stellten.
9. Nach stattgehabter Wahl der Officiere hörten die Funktionen des Vorstandes für das zu haltende Fest auf und ginge dann dessen Leitung auf das erwählte Officier-Corps über.
10. Nach beendigtem Feste habe dann das letztere die Wahl eines neuen Vorstandes bis zum folgenden Jahre zu veranlassen.
11. Der Schützen-Vorstand und das Officier-Corps seyen verpflichtet auf möglichste Sparsamkeit bei den nöthigen Ausgaben Bedacht zu nehmen und dafür Sorge zu tragen, daß solche durch die Einnahmen vollständig gedeckt würden. Daher müsse die Genehmigung zu außergewöhnlichen Ausgaben von sämtlichen Schützen eingeholt werden, wenn der Vorstand nicht bei unzureichender Einnahme deren Berichtigung übernehmen wolle. Jedenfalls unzulässig sei es, gemachte Schulden auf ein folgendes Schützenfest zu übertragen. Die Comparenten baten, die vereinbarten Statuten amtlich zu bestätigen und ihnen Abschrift der heutigen Verhandlung zu bewilligen, um jedes Jahr die Theilnahme am Schützenfest mit den getroffenen Bestimmungen gehörig bekannt machen zu können. V.u.g. R.
Die vereinbarten Bestimmungen über das Oerlinghauser Schützenfest werden bis auf weiteres bestätigt und ist dem Schützenvorstande die gebetene Abschrift des Protokolls gegen die Gebühr zuzufertigen. Fürstl. Lipp. Amt Heldmann.
Nach diesen Regeln wurde im Jahre 1845 zuerst das Schützenfest gefeiert. 1844 war kein Fest. Der Verlauf war ungefähr folgen- der: Im Auftrage des Vorstandes setzte der derzeitige Schützen- Feldwebel Chr. Niemeyer eine Liste zur Unterschrift in Zirkulation. In der Einladung heißt es: „In einem auf dem Papagäu zu errichtenden Zelte soll das Schützenfest abgehalten werden, wozu die Freunde wahrer Volksfeste eingeladen werden. Dieselben werden aufgefordert, sich am Sonntag vorher auf dem Papagäu zu versammeln und unter den großen Buchen einem Scheibenschießen nach der Karte beizuwohnen. Der Preis der Teilnehmer wird festgesetzt:
1 Schütz mit seiner Dame 18 Sgr.
1 Offizier 1 Thlr.
1 Festgenosse 24 Sgr.
(Der Papagäu war der Platz, auf dem jetzt das Brettmeiersche und Hofbükersche Haus stehen, und weiter an der früheren Bock- jetzigen Hermannstraße entlang, über die Weberschen Gärten hinaus, bis man am Ende auf der Höhe zur „großen Buche" kam. Der Platz war damals ganz unbebaut und Gemeinde-Eigentum). In diese Liste hatten sich 110 Teilnehmer eingezeichnet, einige mit +++ weil sie in die hohe Wissenschaft des Schreibens noch nicht eingeweiht waren, daneben hatte der Rechnungsführer den Namen geschrieben. Bei einer Unterschrift findet sich die drastische Bemerkung: „wenns ohne Geldprellerei sein kann, so unterzeichnet sich gern der Küster Lüdeking." — Der Einladung auf „den Sonntag vorher" war eine große Anzahl Schützen gefolgt, so daß dem Kommandeur A. Gröppel schon eine ansehnliche Schar zum Einexerzieren zur Verfügung stand. Unter Assistenz des Tambours Schimmel, der für das Trommeln am Schützenfest 3 Thaler bekam und „weil er 8 Tage zuvor auch kommen" 12 Mgr. extra, wurden die Marsch- und sonstigen Exerzierübungen zur Zufriedenheit des Kommandeurs erledigt, so daß noch für das angesetzte Schießen nach der Kartenscheibe die nötige Zeit übrig blieb. — Im Laufe der nächsten Woche wurden die Kanonen und der Königshut von Barkhausen leihweise geholt. Die Königsscheibe wurde aufgestellt. Dieselbe kostete „mit Bajazo" 2 Thlr. Nachdem so die Festesvorbereitungen erledigt waren, ging es am Sonntag, den 1. Juni, in großem Zuge unter Führung des Kommandeurs zu Pferde, voran der Tambour Schimmel nebst dem Ortsmusikus, der mit seiner Kapelle (Flöte, Violine, Horn und Brummbaß resp. Trommel) allein das Recht hatte, „alle musikalischen Aufwartungen" im Orte und seiner nächsten Umgebung zu liefern, durch den Ort nach dem Festplatze, den großen Buchen. Bald nach Ankunft daselbst ging in dem Zelt das Tanzen los, wobei jeder Tanz mit 1 Sgr. bezahlt werden mußte. An diesem Abend wurde um 11 Uhr zum Ort zurückmarschiert. Am folgenden Morgen wurde schon zwischen 4 und 5 Uhr bombardiert und Generalmarsch geschlagen, zum Festplatze marschiert, wo gegen 7 Uhr das Königsschießen nach einer Ringscheibe begann. Den besten Schuß tat Fr. Berkemeyer, welcher zum König proklamiert und mit der Königskette dekoriert wurde, den zweitbesten Schuß Chr. Hölter, den drittbesten Fr. Nagel, aus dem Barthelskruge. Der König wählte zur Königin Fräulein Jette Krohme. Nach Bekanntmachung dieses Ergebnisses wurde zum Orte zurückmarschiert. Am Nachmittage wurde wieder wie am Sonntage, aber mit dem gesamten Hofstaate an der Spitze, ein Zug durch das Dorf gemacht zum Festplatze, woselbst bald nach der Ankunft der Tanz mit der Königspolonaise begann. An diesem Abend brauchte der Tanz nicht bezahlt werden. Das Fest dauerte bis 5 Uhr morgens, dann wurde der König nach Hause gebracht, und zum Schluß marschierte noch der größte Teil der Schützen mit zum Barthelskruge, um den „Grafen" Fr. Nagel wohlbehalten wieder abzuliefern. —Betrachtet man nun die Feier der späteren Schützenfeste bis in die neueste Zeit und sieht dabei von Einzelheiten und Nebensachen ab, so wird man finden, daß zwar die leitenden Personen, Festplätze u.s.w. bei jedem Fest wechselten, daß man aber im großen und ganzen dem Grundsätze treu geblieben ist, der im § 1 der Satzungen vom 3. Juli 1843 aufgestellt wurde, „die Schützenfeste möglichst in althergebrachter Weise zu feiern. Inhalt und Grundlage der späteren Feste sind fast dieselben geblieben wie früher. Man feiert sie seit langen Jahren in demselben Rahmen, nach derselben Art, indem man die alten Ueberlieferungen von einem Jahr zum andern übernahm. Schon in den 40er Jahren entstanden die Wahlsprüche: „Alt oder Jung, Arm oder Reich, merkt Euch, heut sei alles gleich, denn soll ein Volksfest recht bestehn, muß alle man als Brüder sehn" u.s.w., wie wir sie heute noch unsern Schützenliedern vorangesetzt haben. Die ersten Statuten stellen dieselben oder doch sehr ähnliche Forderungen wie die heutigen auf. Werden die Statuten geändert, wie in den Jahren 1861, 1869, 1887, so wurden immer die Hauptpunkte, sozusagen die Grundideen in die neuen Statuten mit hinübergenommen. Die reglementarischen Bestimmungen vom Jahre 1861 sind fast genauso wie die heutigen. Schon im Jahre 1846 hieß es im Festreglement, ähnlich wie heute, daß nur diejenigen Bewohner Oerlinghausens als „Festgenossen'" zugelassen werden sollten, welche durch Altersschwäche, körperliche Gebrechen oder Kränklichkeit gehindert seien, an den Zügen durch den Ort mit den üblichen Waffen teilzunehmen.
Machte man einmal den Versuch, die alten Ueberlieferungen abzuändern, wie im Jahre 1869, indem man die Königswürde abschaffte, keine Königin, keinen Thron, keine Hofdamen, keine Königsadjudanten u. s. w. mehr haben wollte und stattdessen die 3 besten Prämienschützen zum Mittelpunkte des Festes machte, so kam man doch sehr bald von dieser Neuerung wieder ab. Nur einige Jahre, bis 1875, bestand diese Einrichtung, dann kehrte man zu der früheren Art zurück, 1876 wurde wieder der beste Schütze zum König proklamiert, er wählte sich eine Königin, und auch alle übrigen früheren Einrichtungen, die zum Schützenkönigtum gehörten, wurden wieder hergestellt. — Die Kronprinzen- und Grafen-Würde verschwand dauernd schon 1861.Nur einige allzu stark mit dem heutigen Zeitgeist in Widerspruch stehende Gebräuche sind nach und nach geändert. In erster Linie betrifft dies die Fest-Musik. Wurden, wie schon erwähnt, früher sämtliche „musikalischen Aufwartungen" von dem Ortsmusikus geliefert, wobei von guter Konzert-Musik nicht die Rede sein konnte, wo es vielmehr darauf ankam, daß beim Tanz der nötige Takt und beim Marsch der nötige Tritt da war, so legte man später immer mehr das Hauptgewicht auf vorzügliche Marsch- und Konzert-Musik. 1861 wurde zum ersten mal die Musik von Detmoldern geliefert, wofür der Ortsmusikus Festing als „Abstand" 10 Thlr. vergütet bekam. Dabei wurde die Bedingung gestellt, daß am 2. Festtage morgens von 10 Uhr bis zum Mittag Hornmusik auf dem Festplatze zu machen sei. In den 70er Jahren kam man dann nach und nach zu den heutigen schönen Nachmittags-Konzerten. 1845. kostete die Musik 18 Thlr., 1861: 52 Thlr., 1900: 300 Mk., 1903: 380 Mk. und Kost und Logis für die Musiker Die Beteiligung am Feste ist gegen früher eine bedeutend größere geworden. In den 40er Jahren hatte Oerlinghausen (1790 waren in Oerlinghausen 85 Wohnhäuser) wohl ca. 1000 Einwohner, davon nahmen ‘einschl. Festgenossen ca. 100 am Schützenfeste teil und auch davon waren noch viele Auswärtige. 1900 hatte Oerlinghausen ca. 2500 Einwohner, wovon 291 Schützen und 64 Festgenossen das Schützenfest gefeiert haben. Durch die größere Beteiligung waren auch größere Zelte erforderlich. 1845 wurden für „die beiden Zelter" 10 Thlr. bezahlt, 1900 kostete das Tanzzelt 200 Mk., das Restaurationszelt 105 Mark. Die Beleuchtung in den Zelten geschah 1845 durch Oel und Thran, 1864 mit Stearinlichtern, 1869 zum ersten Mal mit Petroleum, 1900 mit Acetylen und 1903 elektrisch. — Die Einteilung in 2 Compagnien, welche seit 1889 besteht, wurde auch durch die größere Beteiligung bedingt. Feierte man früher nur alle 2 Jahre ein Schützenfest, öfter noch mit größeren Unterbrechungen, so ist in den letzten 20 Jahren das Fest nur dann ausgefallen, wenn in Oerlinghausen ein größeres Bundesfest abgehalten wurde. Im wesentlichen zeigen sich somit unsere Schützenfeste als Fortsetzung alter Ueberlieferungen, an denen man das Alte möglichst getreu zu erhalten und in den Rahmen der Neuzeit einzupassen gesucht hat. Ganz anders hat sich dagegen die heutige Schützengesellschaft entwickelt; sie ist mehr ein Produkt der Neuzeit. Vor 1843 gab es eine feste Gemeinschaft der Schützen außerhalb der Schützenfeste überhaupt nicht. War das Fest vorüber, so war die Gesellschaft aufgelöst, die Fahne wurde an den Ortsvorsteher übergeben, der sie an die Leiter des nächsten Schützenfestes wieder ablieferte, wobei dann sehr oft Streitigkeiten entstanden. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, traten, wie schon eingangs
erwähnt, am 3. Juli 1843 12 Bürger Oerlinghausens am Amt zusammen, um Statuten festzusetzen. Danach wurde ein Vorstand gewählt, der bis zum nächsten Feste in Funktion blieb. Das war der erste Schritt zur Bildung eines festen Zusammenhanges, einer Schützen- gesellschaft. Bis diese aber wirklich ins Leben trat, dazu waren noch lange Jahre erforderlich, muhten noch viele Vorurteile bekämpft, manches Hindernis beseitigt werden. 1843 hatte man in § 7 der Statuten zwar gesagt, daß die am Schützenfeste gebrauchten Ehrenzeichen, Königskette mit Vogel, die Fahne, sowie Trommeln u.s.w. zur ferneren sicheren Aufbewahrung einzufordern und an die Vorsteher des Ortes abzuliefern seien; wo aber ein etwaiger Geldüberschuh bleiben solle, war nicht bestimmt. Es ergaben sich hieraus längere Jahre hindurch die unangenehmsten Schwierigkeiten. Die Gelder wurden einmal dem Vorsteher, ein andermal dem Schützenvorstande übergeben, hernach wußte niemand mehr, wo dieselben geblieben waren Später wurden verschiedene Leute zur Herausgabe aufgefordert, aber erst eine gerichtliche Klage konnte einen Teil wieder herbeischaffen. Im Jahre 1879 ging ein großer Teil der angesammelten Gelder durch den Konkurs desjenigen, an den sie verliehen waren, ganz verloren. Diesem Uebelstande wurde im Jahre 1885 durch die Einrichtung einer Schützenkasse, eines Kassa- und eines Protokollbuches, sowie durch die 1888 festgesetzte Bestimmung, daß erübrigte Gelder nur in einer öffentlichen Kasse belegt werden durften, dauernd abgeholfen. Ein anderes Hindernis in der Entwickelung der Schützengesellschaft war der Mangel eines eigenen Schützenplatzes. Der erste Platz, auf dem die Feste gefeiert wurden, war, soweit bekannt, „unter den großen Buchen„, im Anschluß an den „Papagäu", wie schon am Eingänge ds. erwähnt. Derselbe war damals noch Ortseigentum, ging aber bald durch die Gemeindeteilung in Privatbesitz über und konnte nicht mehr benutzt werden. Es wurde daher im Jahre 1850 das Schützenfest zum erstenmal auf dem Tönsberge abgehalten. Zur Ebnung des Platzes daselbst wurden 25 Thlr. ausgegeben.-Leider wurde der Platz aber sehr bald zu klein, vielleicht auch zu unbequem; einmal sollen bei starkem Sturm die ganzen Zelte den Berg heruntergeweht sein. Man feierte schon 1853 wieder im Tal, und zwar im Menkhauser Bruche, woselbst von da an die Feste längere Zeit abgehalten wurden. Eine dauernde Stätte fanden die Schützenfeste aber auch dort nicht. Die Pachtforderungen für den Platz während der Festtage wurden immer höher. Hatte man im Jahre 1862 noch 9 Thlr. bezahlt, so kostete der Platz im Jahre 1867 schon 25 Thlr. Das war zu viel, und man zog daher im Jahre 1869 zum Steinbült. Der Platz daselbst war von der Dorfschaft gegen den Schützenplatz auf dem Tönsberge ausgetauscht. Er wurde nach dem Plane des Wegaufsehers Schäfsmeyer eingeebnet, wofür 57 Thlr. ausgegeben sind. Die Arbeiten zur Instandsetzung des Platzes scheinen aber längere Zeit in Anspruch genommen zu haben, wie man gedacht hatte, denn 1870 wurde das Schützenfest noch einmal an einem anderen Orte gefeiert, auf den sogenannten Riegesteinen. Dies sollte aber auch der letzte Notbehelf sein: 1872 wurde der Platz am Steinbült mit Linden, Akazien und Kastanien bepflanzt, wozu durch freiwillige Beiträge 48 Thlr. zusammengebracht waren. Von da an sind die Oerlinghauser Schützenfeste auf keinem anderen Platze mehr gefeiert. 1893 wurde von Herrn Steinmeister auf Menkhausen ein Streifen Land in der Breite von 25 Meter oberhalb des Schützenplatzes an die Gesellschaft geschenkt. Derselbe wurde eingeebnet, bepflanzt und dem alten Patze angeschlossen; darauf wurde der ganze Festplatz eingefriedigt und erhielt seine jetzige Gestalt. Am 31. August 1888 wurden der Schützengesellschaft die Rechte einer juristischen Person höchstlandesherrlich verliehen. Sie erhielt dadurch eine Selbständigkeit, die auf die fernere Entwickelung den günstigsten Einfluß hatte. War durch die Erwerbung des Schützenplatzes am Steinbült als Eigentum der Gesellschaft die Platzfrage scheinbar endgültig erledigt, so tauchte dieselbe doch noch einmal auf kurze Zeit wieder auf. Der Wunsch nach einer festen Halle wurde immer lauter. 1888 hatte Herr Uhrmacher C. Reuter zum Bau einer Schützenhalle ein Kapital von 1000 Mk. geschenkt; aber mit dem Bauprojekt kam die Frage „wohin?“. Ein Teil der Oerlinghauser wollte vor den Steinbült, ein anderer Teil aber auf den Tönsberg bauen. Baupläne wurden für beide Orte ausgearbeitet — die Kostenanschläge schwankten zwischen 12 000 bis 20 000 Mk. — aber weder an dem einen noch dem andern Orte kamen dieselben zur Ausführung; es fehlten eben die nötigen Gelder. Der Versuch, das Baukapital zusammen zu bringen, wurde später wiederholt gemacht, aber immer mit demselben negativen Erfolge, bis man sich schließlich sagte: „Wir haben den schönen Schützenplatz am Steinbült, verwerten wir unser Geld daselbst einmal praktisch; können wir eine Schützenhalle nicht auf einmal bauen, so machen wir wenigstens den Anfang dazu und bauen eine feste Küche.“ Der Plan wurde verwirklicht und im Jahre 1900 konnte dem Schützenwart zum erstenmal Restaurationshalle, Keller, Küche und Kochherd u. s. w. von der Gesellschaft zur Verfügung gestellt werden. Es wurden dafür 3762 Mk. ausgegeben. Die Restaurationshalle nebst Küche ist so gebaut, daß sie später, wenn einmal eine große Schützenhalle auf dem jetzigen Platze errichtet werden sollte, leicht an dieselbe anzugliedern sein würde. Durch die Einrichtung von Retiraden an beiden Seiten der Halle ist einem großen Uebelstande dauernd abgeholfen. Solange die Schützenfeste bald hier, bald dort gefeiert wurden, konnte natürlich auch von einem festen Schießstande keine Rede sein. Vor jedem Feste machte die Anlage eines Kugelfanges immer viel Kopfzerbrechen; aber selbst mit erheblichen Kosten war nie ein wirklich praktischer und sicherer Scheibenstand herzustellen. Das änderte sich ebenfalls mit der dauernden Besetzung des jetzigen Schützenplatzes. Von dem Besitzer des Berges, Herrn Steinmeister Menkhausen, wurde der Gesellschaft bereitwilligst der zur Anlage eines Kugelfanges nötige Grund und Boden verpachtet, so daß im Jahre 1894/5 mit einem Kostenaufwande von 677 Mk. der jetzige Scheibenstand errichtet werden konnte. Es wurde dabei dem Uebelstande und der großen Gefahr des Vortretens der Scheibenaufseher vor die Scheibe dadurch abgeholfen, daß die Aufseher ihren Stand unter der Scheibe in der Erde bekamen; durch eine Zugvorrichtung werden die Scheiben gewechselt, die Anzeige geschieht durch hochgehaltene Zahlenschilder. Das 50-jährige Fahnenjubiläum konnte im Jahre 1903 festlich begangen werden. Zur Bestreitung der höheren Unkosten bei der Feier wurde der Beitrag um 50 Pfg. erhöht. Die alten Königinnen hatten ein Fahnenband gestiftet, welches am Sonntag mittag vor dem Abmarsch von der zeitigen Königin, Frau Branding, mit einer poetischen Ansprache dem Schützenbataillon übergeben wurde.
Der Scheibenstand wurde im Jahre 1908 von 3 Ständen aul 5 Stände erweitert, die Kosten betrugen 900 Mk. Am 9. April 1913 konnte das von Herrn W. Hofbüker der Gesellschaft im Jahre 1901 geliehene Kapital von Mk. 1500,- welches zum Bau der Schützenküche Verwendung fand, zurückgezahlt werden. Die Schützengesellschaft hat hierdurch ihre Schulden vom Jahre 1901 vollständig getilgt. — Ferner stiftete der Ehrenoberst, Herr W. Hofbüker, zu der neuen Wasserleitung in der Schützenküche Mk. 300.—In den Jahren von 1915—1921 fanden infolge des Weltkrieges keine Schützenfeste statt. Im September 1921 fand, als erste Veranstaltung nach dem Kriege, ein Preisschiehen statt, nachdem durch freiwillige Arbeitsleistung der völlig zerfallene Schießstand erneut hergerichtet war. Das Schützenfest 1922 war das erste nach den Kriegsjahren und wurde unter großer Beteiligung von ganz Oerlinghausen gefeiert. Die Vorbereitungen zu diesem Fest waren besonders schwierig und nur durch die Opferwilligkeit vieler Schützenbrüder war es möglich, alle Schwierigkeiten zu überwinden. Zunächst wurde die völlig zerfallene Deckung massiv aufgebaut. Das Holz zur Schießstandhalle stiftete Hauptmann W. Fillies, das Tor Franz Müller, die Anzeigetafeln Wilh. Kreft. Erbaut wurde die Halle von Wilh. Becker und von Heinr. Lohweg gratis gestrichen. Die Küche mußte gänzlich neu installiert werden, da diese während des Krieges völlig ausgeraubt war. Die Malerinnung lieferte kostenlos den Anstrich. Noch viele Schützenbrüder, die nicht alle einzeln aufgeführt werden können, haben fleißig geholfen, das Fest in alter Weise aufleben zu lassen. Für die gänzlich zerschlissene Königinkette stiftete die zeitige Königin, Frau Anna Steinmeyer, eine neue, in massiv Silber gegossene Kette, welche bei der Nachfeier am 3. September 1922 erstmalig von der Königin getragen wurde. Im Frühjahr 1923 schenkte das Unteroffizierkorps der Gesellschaft vier massiv ausgeführte Torpfeiler, welche wiederum durch freiwillige Gaben zusammengebracht waren. Das Schützenfest wurde 1923 trotz der enormen Geldentwertung unter großer Beteiligung von ganz Oerlinghausen gefeiert. Interessant sind die damaligen Preise. Es kosteten 3/20 Liter Bier (kleines Glas) Mk. 800.—, 1 Glas Steinhäger Mk. 1000.—, 1 Glas Korn Mk. 1000.—. 1 Glas Cognac Mk. 1500.—, 1 Tasse Bohnenkaffee Mk. 2000.—, ein Paar warme Würstchen Mk. 6000.—, ein Butterbrot belegt Mk. 6000.—, Wein die Flasche von Mk. 12—18000.— u.s.w. Im Jahre 1924 wurden zum Schützenfest erstmalig 3 Kompagnien gebildet. Am 21. April 1925 wurde von der Schützengesellschaft die Schützenwiese vor dem Steinbült von Frl. Emma Friedhoff erworben in Größe von ca. einem Scheffelsaat zum Preise von Mk. 1.10 pro qm. Zu gleicher Zeit wurde eine Vorstandsfahne angeschafft in den Farben grün—weiß mit Schützenemblem und Inschrift: Schützenvorstand. Am 28. Juni 1925 fand erstmalig ein Kinderschützenfest statt, welches unter großer Beteiligung gefeiert wurde. Die Knaben von 10—14 Jahren schossen nach einem Holzadler und Richard Büker, Sohn des Bäckermeisters Büker, Bahnhofstraße, wurde erster Kinder-Schützenkönig, Gertrud Pott, Tochter des Malermeisters Pott, erste Königin.
[Bild: DAS KÖNIGSPAAR 1927]
Am 1. Mai 1926 wurde Oerlinghausen zur Stadt erhoben, welches von der ganzen Einwohnerschaft würdig gefeiert wurde. Dem ersten Bürgermeister der jungen Stadt wurde die Bitte unterbreitet, fortan mit einem Ehrenschuß auf die Stadt das Adlerschießen zu eröffnen, was von diesem freudig zugesagt wurde. Möge sich die Schützengesellschaft auch weiterhin in gleicher Weise weiter entwickeln, möge sie stets bestrebt sein, die Schützenfeste als wahre Volksfeste zu feiern und weiter auszubilden, stets aber eingedenk des § 1 der Statuten: „Der Zweck der Gesellschaft besteht in Förderung und Belebung des Gemeinsinnes und der Eintracht unter den Bewohnern Oerlinghausens und in einem sittlich veredelnden Einfluß auf das gesellige Leben." Dieser Paragraph kann aber nur dann seine volle Verwirklichung erfahren, wenn alle Bewohner Oerlinghausens, Alt und Jung, Reich und Arm, sich an diesen Festen beteiligen und der Schützengesell schaft anschließen.
AUSZUG AUS DER CHRONIK
1843. König: Franz Friedr. Becker, Königin: unbekannt, Kronprinz: Carl Tölke, Graf: Isaac Meyer, Kommandeur: A. Gröppel. Stiftung der Königskette. Amtliche Aufstellung der Regeln für die Schützenfeste 3. Juli.
1844 kein Fest.
1845. Schützenfest am 1. und 2. Juni auf dem Papagäu und unter den großen Buchen. König: Fr. Berkemeyer, Königin: Frl. Jette Krohme, Kronprinz: Chr. Hölter, Graf: Fr. Nagel (Barthelskrug), Kommandeur: Aug. Gröppel, Platzkommandant: Chr. Niemeyer, Feldwebel: C. Kasemeier. Für die Musik erhielt der Ortsmusikus Festing 18 Thaler; für die beiden Zelte erhielt Michanly 10 Thaler; für Kanonieren und Bombardieren „im Schweiße seines Angesichts verdient" erhielt Carl Hölter 12 Sgr. 4 Pfund Oel und 3 Pfd. Thran „mit dem Topf zum Aufgießen in die Lampen für Beleuchtung in den Zelten" 26 Sgr. 87 Schützen, 23. Offiziere. Umschlag 105 Thaler, Ueberschuß 41 Thaler. Anscheinend war ein Zug des Schützenkorps nach Detmold zum 25-jährigen Regierungsjubiläum des Fürsten Leopold II. geplant, ob er ausgeführt, ist nicht ersichtlich. — Vorstand: Franz Friedr. Becker, Carl Tölke, Isaac Meyer, Kaufmann Hildebrand, Gastwirt L. Nagel, Fuhrmann Gröppel, Linnenhändler Chr. Hölter, Glaser Gröppel, Raseur Reuter, Linnenhändler Chr. Niemeyer, Linnenhändler Friedr. Hölter, Linnenhändler Chr. Schütte, Bäcker Tellmann, Steuer-Receptor Stölting, Kammacher Holzkamp.
1846. Schützenfest am 1. und 2. Juni auf dem Papagäu. König: Chr. Hölter, Königin: unbekannt, Kronprinz: Schlossermeister Grothe, Graf: Knocfienhauermeister Fr. Gröppel, Kommandeur: A. Gröppel, Feldwebel: C. Kasemeyer. — Vorstand: A. Wültner, C. A. Tölke, Steinhauer Reuter, Chr. Niemeyer, Frohne, C. Kramer, Fr. Hölter, Tellmann, Fr. Nagel, Aug. Gröppel, Ludw. Nagel, Schröder. 65 Schützen, 23 Offiziere. Es wird bestimmt, daß am nächsten Schützenfest, um „Unannehmlichkeiten zu vermeiden", nicht nach der Scheibe, sondern nach dem Vogel geschossen werden soll.
1847, 1848, 1849 keine Feste.
1850. Schützenfest am 2. und 3. Juni auf dem neuen Schützenplatze auf dem Tönsberge. König: Franz Gröppel, Königin: unbekannt, Kronprinz: Pehle, Kommandeur: A. Reuter, Feldwebel: C. Stölting. — Vorstand: Stölting, Niemeyer, L. Nagel, Fritz Löhr, Posthalter Gröppel, Böhmer, C. A. Tölke, Glaser Gröppel, Wültner, Schütz, Hachmeister, Caesar. 90 Schützen, 28 Offiziere. — Es wird nach einem Vogel geschossen und bestimmt: „Wer den Vogel herabschießt, ist Schützenkönig, die Krone macht den Kronprinzen, das Scepter den Grafen. Von morgens zwischen 4 und 5 Uhr an bis Mittag wird geschossen, ist der Vogel dann nicht herunter, so wird der König, der die Krone, Kronprinz, der das Scepter, Graf, der den Apfel geschossen hat." Die Musik lieferte der Ortsmusikus Festing für 22 Thlr., dafür mußte er 8 Musiker stellen, am 1. Tage von nachmittags 3 Uhr bis Mitternacht, am 2. Tage von morgens zwischen 4 und 5 Uhr bis die Nacht darauf 3 Uhr mit 8 Musikern spielen. Am 1. Abend mußte jeder Tanz mit 1 Sgr. bezahlt werden, am 2. war der Tanz frei. — 4 Tambours werden von der Oerlinghauser Bürgerwehr gestellt. Die Offiziere wurden im Freien auf dem Schützenplatze von sämtlichen Schützen gewählt. — Der Wirt war verpflichtet, für ein geräumiges Schankzelt und für hinreichende Bedienung zu sorgen, das Bier von der hiesigen Beckerschen Brauerei zu beziehen und den hiesigen Seidel für 1 1/4 Sgr. zu liefern. Er bezahlte 5 Thlr. Pacht. — Für Ebnung des Schützenplatzes auf dem Tönsberge sind 25 Thlr. ausgegeben.1851. Schützenfest am 6. und 7. Juni auf dem Tönsberge (2. und 3. Pfingsttag). König: Aug. Becker, Königin: Frau J. B. Tölke, Kronprinz: Th. Nagel, Graf: Isaac Meyer, Kommandeur: A. Reuter, Feldwebel: A. Bode. — Vorstand: Dr. Caesar, C. Niemeyer, F. Tasche, J. Schütz, C. Stölting, C. Gröppel, C. Reute-, H. Hachmeister, Grothe, A. Reuter, Wültner, Aug. Becker, Isaac Meyer, Th. Nagel. 90 Schützen, 20 Offiziere. — Am 14. Juni wurde durch folgendes Schriftstück zur Neuanschaffung einer Fahne aufgefordert: „Nichts trotzt den Zeiten! So auch ists mit der sehr würdigen Fahne des Oerlinghauser Schützenbataillons. — Von einem jeden des hiesigen Orts wird sehr anerkannt, daß für die noch kaum in Fetzen existierende Fahne eine neue Fahne zu ersetzen sei. Die Frage, wodurch aber eine solche hervorgehen soll, wollen die hochverehrlichen Frauen zu Oerlinghausen gütigst beantworten. "Die Sammlung ergab 53 Thlr. 27 Sgr., was an dem Kostpreise fehlen sollte, erbot sich der Braumeister Geiger zu bezahlen. Am 31. August wurde beschlossen, daß die Fahne eine Größe von 41/2 bis 5 Fuß haben sollte, die Farbe himmelblau, der Stoff von schwerer Seide. Die Stickerei solle auf der einen Seite aus den Worten „Die Frauen Oerlinghausens der Schützengesellschaft 1852" bestehen, auf der anderen Seite aus dem lippischen Wappen mit einer einen Zoll im Durchmesser haltenden Rose in Rot und Gold im weißen Wappenschild, worüber ein Vogel mit einer Gerstenähre im Schnabel.
1852. Da die neue Fahne nicht rechtzeitig fertig werden konnte, soll kein Schützenfest gefeiert werden. Die Fahne wird gestickt von Fräulein Schönfeld und kostet 56 Thlr. 5 Sgr. 2 Pfg.
1853. Schützenfest am 29. und 30. Mai im Menkhauser Bruche nach der Scheibe. König: A. Becker, Königin: Frau J. B. Tölke, Kronprinz: Chr. Niemeyer, Graf: C. Gröppel, Kommandeur; A. Hunke. Vorstand: Th. Nagel, I. Meyer, F. Tasche, A. Wültner, C. Stölting, C. Reuter, H. Hachmeister, F. Grote, A. Reuter. 114 Schützen, 20 Offiziere. — Einweihung der neuen Fahne (über die Art derselben ist nichts bemerkt). Für Benutzung des Menkhauser Bruches wurden 6 Thlr. 16 Sgr. an Butenholz bezahlt.
1854, 1855, 1856, 1857 keine Schützenfeste.
1858. Schützenfest am 13. und 14. Juni im Menkhauser Bruch (nach der Scheibe). König: C. Gröppel, Posthalter, Königin: Frau Wilh. Hölter, Kronprinz: C. Stölting, Graf: C. Gröppel, Kommandeur: A. Hunke. Vorstand: A. Becker, C. Niemeyer, Fr. Buckup, Reuter, F. W. Ober, W. Kronshage, W. Freitag, C. Hildebrand, Niewald, W. Hölter. 84 Schützen, 37 Offiziere. Am 9. Dezember wurde bei Gastwirt Bode ein Schützenball gefeiert. Es wird beschlossen, den Platz auf dem Tönsberge anzupflanzen.
1859, 1860 keine Schützenfeste.
1861. Schützenfest am 16. und 17. Juni im Menkhauser Bruch (nach der Scheibe). König: F. Buckup, Königin: Frau Dr. Caspari, Kommandeur: A. Hunke. Vorstand: Kronshage, Melm jun., W. Hölter, Gröppel, Niewald, Abräh. Meyer, Isaac Meyer; 74 Schützen, 30 Offiziere. Einnahme 218 Thlr., 25 Sgr., Ueberschuß 18 Thlr., 1 Sgr., 4 Pfg. — Die Kronprinzen- und Grafenwürde wird abgeschafft, und die dafür sonst bezahlten Prämien sollen ferner zur Bestreitung der Thronkosten mit benutzt werden. Früher erhielt der König für die Zurückgabe des Vogels 10 Thlr.; diese Einlösung wird dahin geändert, daß der demnächstige König den Vogel nur als Auszeichnung erhält u. dem nächstfolgenden König denselben unentgeltlich zurückgeben muß. Zur Bestreitung der Thronkosten erhält er also außer obigen 10 Thlr. jetzt noch 5 und 3 Thlr., zusammen 18 Thlr. Die Musik wird zum ersten Mal von auswärts, von dem Detmolder Hautboisten Beckmann mit 8 Mann gestellt, wofür pro Mann 61/2 Thlr., also zusammen 52 Thlr. gezahlt werden und als Abstand an den Musikus Festing 10 Thlr. Das Festprogramm wird in diesem Jahre zum ersten Mal offiziell festgesetzt: 1. am Sonntag: Nachmittags 21/2 Uhr großer Generalmarsch durch den ganzen Ort, nachm. 3 Uhr Auszug der Schützen mit Musik nach dem Schützenplatze, von 6 Uhr an: Tanzmusik, 10 Uhr abends Rückmarsch der Schützen nach dem Ort mit Musik. 2. am Montag: Früh 5 Uhr großer Generalmarsch durch den Ort, 5 Uhr Ausmarsch der Schützen nach dem Schützenplatz mit Musik; von 10 Uhr an Hornmusik auf dem Schützenplatze; gegen Mittag Rückmarsch der Schützen nach dem Orte mit Musik. — Zu einer vorher bestimmten Zeit am Nachmittage: Festzug mit dem neuen König durch den Ort nach dem Schützenplatz. Eine halbe Stunde nach Ankunft daselbst Eröffnung des Festballes mit der Königspolonaise. Dauer des Balles bis 5 Uhr morgens. — Für Anpflanzungen auf dem Tönsberge werden in diesem Jahre 102 Thlr., 14 Sgr., 3 Pfg. ausgegeben. Der Platz daselbst war dem Schützenvorstande vom Orte laut amtlichem Protokoll vom 21. März resp. 11. Oktober als Schützenplatz übergeben.1862. Schützenfest am 9. und 10. Juni (2. und 3. Pfingsttag) im Menkhauser Bruche. König: Tischlermeister Helmig, Königin: Frau Moritz, Kommandeur: A Hunke. Vorstand: Tischler Helmig, Posthalter Gröppel, Schlosser Grote, L. Niewald, Hildebrand, Steinh. Reuter, W. Hofbüker, Fr. Buckup, Chr. Melm, Schmied Moritz, Carl Henning, Fritz Becker. 91 Schützen. Für die Offiziere ist zum ersten Mal einheitliche Uniform, weiße Mütze und grün-weiße Schärpe vorgeschrieben. — Die Musik wird von Bückeburgern für 83 Thlr. geliefert. Das Monopol des Oerlinghauser Ortsmusikus wird aufgehoben.
1863 kein Schützenfest.
1864. Schützenfest am 19. und 20. Juni im Menkhauser Bruch. König: Gastwirt A. Reuter, Königin: Frau Th. Nagel, Kommandeur: W. Hofbüker. Vorstand: Fr. Becker, Brauer, F. Buckup, Kerkhof, Rolf, Helmig, Grote, Benkelberg, Niewald, H. Hofbüker, Ortmann, F. Moritz. 80 Schützen 27 Offiziere. — Die Beleuchtung geschah mit Stearinlichtern, es sind dafür 4 Thlr., 13 Sgr., 6 Pfg. bezahlt. — Wer sich als Schütze eingezeichnet hat, aber nicht mitmarschiert, zahlt 1 Thlr. Strafe. Für den Ueberschuß von 26 Thlr., 15 Sgr., 11 Pfg. wurde ein Schützenball im Thermannschen Saale am 8. Oktober abgehalten.
1865, 1866 keine Schützenfeste.1867. Schützenfest am 28. und 29. Juli im Menkhauser Bruch. König: Ad. Brinkmann, Königin: Frau L. Melm, Kommandeur: W. Hofbüker. Vorstand: Niewald, Kerkhof, Grote, Ortmann, Moritz, Rolf, Fr. Becker, Helmig, Benkelberg, F. Buckup. 86 Schützen, 30 Offiziere.
1868 kein Schützenfest.
1869. Schützenfest am 20. und 21. Juni am Steinbült. Die Königsund Königinnen-Würde fällt fort, dafür findet ein „Prämien-Schießen" statt, an dem aber nur die ausmarschierenden Schützen teilnehmen können. I. Preis: Karl Tölke, erhielt dafür 15 Thlr. II. Preis: Peter, erhielt dafür 6 Thlr. III. Preis: Brinkmann, erhielt dafür 4 Thlr. (Verwalter auf Menkhausen) und je einen Ehrenkranz. Wer den besten Preis erringt, trägt auch den Vogel. — Kommandeur: W. Hofbüker. Vorstand: C. F. Melm, Ad. Reuter, Niewald, C. Helmig, F. Moritz, J. Meyer, F. Grote, F. Becker jr., Rolf, Martheus, W. Freitag, F. Becker. 125 Schützen. — Beleuchtung zum ersten Mal mit Petroleum. — Gegen den Schützenplatz auf dem Berge wird von der Dorfschaft der Platz am Steinbült ausgetauscht, zur Bepflanzung desselben soll der vorhandene Kassenbestand benutzt werden. Der Plan zur Errichtung des Platzes wird von dem Wegaufseher Schäfsmeier zu Mackenbruch gemacht. Laut Rechnung sind dafür 57 Thlr. 5 Sgr. ausgegeben. Das Protokoll über den Austausch lautet: Auf Grund der Verhandlung des hiesigen Ortsvorstandes vom 31. Juli d. J. erteilt dieser dem hiesigen Schützenvorstande die Erlaubnis, den der hiesigen Gemeinde zugehörigen und von der Teilung ausgeschlossene sogen. Steinbültplatz als Schützenplatz zu benutzen, und zwar unter folgenden Bedingungen:
1. Der Schützenvorstand verzichtet seinerseits gegen Ueberlassung des Steinbültplatzes als Schützenplatz auf dem bisher zu diesem Zwecke benutzten und in dem Vertrage vom 21. März 1861 näher bezeichneten Gemeinheitsteil am nordwestlichen Abhange des Tönsberges; es tritt also hier nur ein Tausch ein.
2. Der Grund und Boden besagten Steinbültplatzes bleibt Eigentum der Dorfschaft.
3. Diejenigen Anpflanzungen von Bäumen u.s.w., welche der Schützenvorstand vor Jahren auf dem bisherigen Schützenplatze am Tönsberge hat vornehmen und ausführen lassen, werden Dorfs-Eigentum, ohne daß dafür irgendeine Vergütung seitens des Schützenvorstandes beansprucht werden kann.
4. Sollte es sich herausstellen, daß die alten Anpflanzungen auf dem seitherigen Schützenplatze sich zum Umpflanzen auf dem Steinbültplatz eignen, so erklärt sich der Ortsvorstand unter Verzichtleistung auf jegliche Vergütung mit der Umpflanzung einverstanden.
5. Der Ortsvorstand übernimmt hinsichtlich der An- und Umpflanzung keinerlei Kosten, diese trägt vielmehr allein der Schützen-Vorstand. Oerlinghausen, den 25. Sept. 1869. W. Hofbüker, als Vertreter der Schützengesellschaft.F. Hölter, L. Niewald, F. Moritz, A. Hollmann, Kronshage, A. Reuter.
1870. Schützenfest am 26. und 27. Juni auf dem Grundstück von Frohne, den „Riegesteinen". Preis-Schiehen: 1. Preis: W. Hofbüker. Oberst: W. Hofbüker, später Melm. Vorstand; Schlingmann, Melm, Niewald, Freitag, Fr. Becker, Moritz, Henning, Grote, Kerkhoff, Böllhofer, Sehlmeyer, Rentsch. 84 Schützen, 34 Offiziere. Musik vom Inf.-Reg. Nr. 55 in Detmold, 10 Mann = 80 Thlr. — Am 16. Juli wurde das Protokoll der Versammlung zur Rechnungsablage mit dem bemerkenswerten Satze eröffnet: „Die auf heute anberaumte Versammlung des Offizierkorps war in Folge der kriegerischen Ereignisse schwach besucht und bis 91/2 Uhr nicht beschlußfähig."
1871 kein Schützenfest. Am 8. April wurde zur Erinnerung an die durchlebten Kriegszeiten von der Schützengesellschaft eine Linde gepflanzt.
1872 kein Schützenfest. Zur Bepflanzung des Schützenplatzes mit 40 Stück Linden und 15 Akazien wurden durch freiwillige Beiträge 48 Thlr. zusammengebracht.
1873. Schützenfest am 15. und 16. Juni am Steinbült.I. Preis-Schütze H. Neumeyer, II. Preis-Schütze A. Kerkhoff, III. Preis-Schütze Aug. Löhr. Oberst: W. Hofbüker. Rechnungsf.: H. Hofbüker. Vorstand: Melm, Niewald, Freitag, Hofbüker, Moritz, Grote, Schlingmann, Bollhöfer, Rentsch. 80 Schützen, 28 Offiziere. — Am 7. Juni wurden 3 Böller angeschafft von der Holter Eisenhütte für 26 Thlr., 20 Sgr., weil die alten durch das viele Freudenschießen während des Krieges gegen Frankreich ganz zerschossen waren.
1874. Schützenfest am 19. und 20. Juli.I. Preis-Schütze Adolf Moritz, II. Preis-Schütze A. Bode, III. Preis-Schütze Hellkamp. Oberst: A. Kerkhoff, Rechnungsf.: Rempen, Vorstand: W. Hofbüker, M. Paradies, W. Rolf, Schlosser, Grote, Buchb. Blume, Gastw. Kochsiek, C. Henning, J. Lindemeyer, W. Westermann, Ad. Brinkmann. 80 Schützen 27 Offiziere.
1875. Schützenfest am 13. und 14. Juni. I. Preis-Schütze A. Berkemeyer, II. Preis-Schütze Rudolf, III. Preis-Schütze S. Möller. Oberst: A. Asemissen. Rechnungsf.: Hagedorn. Vorstand: Fritz Brinkmann, F. Blume, H. Paradies, Henning, Lindemeyer, A. Asemissen, A. Reuter, Schottmann, Harke, W. Kronshage, A. Friedrichs. 78 Schützen, 20 Offiziere. — Die Rechnung wird zum ersten Mal in Mark anstatt Thlrn. ausgestellt.
1876. Schützenfest am 23. und 24. Juli. König: W. Upmeier, Königin: Frau F. W. Ober, Oberst: A. Kerkhoff, Rechnungsf.: H. Hofbüker. Vorstand: L. Niewald, Carl Reuter, Settemeyer, Jungeblut, A. Richter, Schottmann, Carl Reuter, Barbier Kronshage, Brinkmann. 88 Schützen, 30 Offiziere. Es wird wieder das frühere Königs-Schiehen eingeführt. Der König erhält die Königskette und 75 Mark in bar.
1877 kein Schützenfest.
1878. Schützenfest am 10. und 11. Juni. König: Aug. Reuter, Königin: Fräulein Elise Becker, Oberst: L. Kerkhoff, Rechnungsf.: H. Hofbüker. Vorstand: L. Niewald, L. Witthauer, H. Hofbüker, J. Lindemeyer, L. Schottmann, M. Bornheim, W’. Westermann, W. Kronshage, F. Blume, A. Richter, H. Settemeyer. 75 Schützen, 26 Offiziere. — 25-jähriges Jubiläum der Fahne.
1879. Schützenfest am 20. und 21. Juli. König: Fr. Brathuhn, Königin: Frau Albr. Meyer, Oberst: A. Kerkhoff, Rechnungsf.: H. Hofbüker. Vorstand: H. Hofbüker, A. Reuter, W. Kronshage, M. Bornheim, J. Lindemeyer, F. Blume, A. Richter, L. Schottmann, Fr. Buckup, L. Niewald, A. Marten. 50 Schützen, 28 Offiziere.
1880, 1881, 1882 keine Schützenfeste.
1883. Schützenfest am 1. und 2. Juli. König: W. Hofbüker jun., Königin: Fräulein Math. Becker, Oberst: L. Niewald, Rechnungsführer: H. Hofbüker. Vorstand: Fr. Blume, W. Kronshage, J. Lindemeyer, A. Richter, W. Westermann, A. Reuter, A. Bobe, C. Lohweg C. Reuter, H. Hofbüker, C. Engelhard. 81 Schützen, 30 Offiziere. — Zur Anpflanzung und Einfriedigung des Schützenplatzes werden 180 Mark ausgegeben. Die Kette für die Königin wird für 56 Mark angekauft.
1884. Schützenfest am 22. und 23. Juni. König: G. Roolf, Königin: Frau Engelhard, Oberst: A. Bobe. Vorstand: A. Altenbemd, F. Blume, A. Hinnenthal, H. Tintelnot, A. Reuter, C. Lohweg, W. Tellmann, H. Weeke, C. Hölter, C. Engelhardt, H. Posteher. 114 Schützen, 20 Offiziere.
1885. Schützenfest am 14. und 15. Juni. König: C. Stieghorst, Königin: Fräulein Laura Buckup, Throndamen: Frau Lindemeyer, C. Reuter, Frl. L. Melm, Fr. Pustkuchen, Job. Bahle, Lina Berkemeyer, Oberst: A_. Bobe. Vorstand: Roolf, Weeke, Lohweg, Blume, Hölter, Posteher, Lindemeyer, Lohmeyer, Tintelnot, Kronshage, Engelhard. 140 Schützen, 27 Offiziere. Anlage des Protokoll- und Cassa-Buches. Bis dahin wurden die Protokolle und Abrechnungen zu den Akten genommen.
1886. Schützenfest am 20. und 21. Juni. König: H. Blome, Königin: Frau Kronshage, Oberst: W. Kronshage. Vorstand: Aug. Reuter, C. Stieghorst, H. Brand, A. Stuckmann, F. Blume, A. Löhr, H. Posteher, A. Richter, G. Kespohl, C. Reuter, C. Hanning. 156 Mitglieder. — Feuerwehrverbandsfest.
1887. Schützenfest am 19. und 20. Juni. König: W. Wille, Königin: Frau Lindemeyer, Oberst: W. Kronshage. Vorstand: Aug. Reuter, H. Brand, A. Stuckmann, A. Richter, A. Heißmann, Aug. Moritz, H. Weeke, C. A. Reuter, C. Hölter, H. Posteher, J. Lindemeyer, G. Kespohl, F. Stücke.
1888 kein Schützenfest. Am 31. August werden der Gesellschaft die Rechte einer juristischen Person verliehen. Die hauptsächlichsten hierdurch bedingten Aenderungen in den Statuten sind: Der Vorsitzende und der Rechnungsführer werden auf 3 Jahre gewählt, sie sind Mitglieder des Vorstandes und des neugebildeten Verwaltungsrats. Letzterer besteht aus 5 Mitgliedern, dem Vorsitzenden und Rechnungsführer und 3 ebenfalls für 3 Jahre zu wählenden Schützen, von denen jedes Jahr einer ausscheidet. Jeder, wenn auch nur vorübergehend in Oerlinghausen Anwesende muß Mitglied der Schützengesellschaft werden, wenn er die Feste mitmachen will. Vorsitzender: J. Lindemeyer, Rechnungsf.: H. Weeke, Verwaltungsrat außerdem H. Brand, C. A. Reuter, Hch. Holzkamp. Vorstand: Oberst W. Kronshage, A. Richter, August Reuter, C. Hölter, F. Stücke, G. Kahmann, W. Wegescheid, L. Lindemeyer, G. Kespohl, A. Bobe, G. Roolf, A. Moritz. Die Zeichnungen für den Bau einer Schützenhalle ergaben für den Tönsberg Mk. 2425, für den Steinbült Mk. 2975. Der Versuch, am Steinbült einen Streifen Land von 25 Meter zum alten Schützenplatze zuzukaufen, scheitert an der ablehnenden Haltung der Herren Steinmeister und Wellensiek in Bünde, den derzeitigen Besitzern von Menkhausen, und damit auch der Hallenbau. Am 4. September wird von Herrn Uhrmacher C. Reuter ein Kapital von 1000 Mark zum Bau einer Schützenhalle an die Gesellschaft geschenkt.
1889. Schützenfest am 30. Juni und 1. Juli. König: W. Plassmann (Centrum auf der Scheibe), Königin: Frau Stuckmann, Thron: damen: Frau Plassmeyer, Reuter, Plassmann, Frl. F. Pustkuchen, Emma Meyer, Martha Melm, Julie Richter, Vorsitzender: J. Lindemeyer, Rechnungsführer H. Weeke, Verwaltungsrat: H. Brand, C. A. Reuter, Hch. Holzkamp. Vorstand: Oberst W. Kronshage, Bobe, Hölter, Roolf, Wegescheid, Stücke, Wille, Moritz, Kahmann, Tintelnot, Kespohl, Heissmann, Aug. Reuter. 214 Mitglieder. — Zum ersten Mal werden 2 Kompagnien gebildet.
1890. Schützenfest am 20. und 21. Juli. König: W. Hofbüker jun. (Scepter), Königin: Frl. A. Berkemeyer, Throndamen: Frau H. Weeke, Frl. B. Elmendorf, A. Festing, M. Westermann, M. Becker, L. Schütte. Vorsitzender, Rechnungsführer, Verwaltungsrat wie im Vorjahre. Vorstand: Oberst W. Kronshage, G. Roolf, C. Hölter, A. Bobe, H. Tintelnot, Aug. Reuter, F. Stücke, W. Wegescheid, G. Kespohl, A Richter, H. Posteher, H. Freitag. 216 Mitglieder. — Es wird zum ersten Mal nach einem Adler geschossen. Die Wirtschaft wird von der Gesellschaft selber ausgeübt.
1891. Schützenfest am 12. und 13. Juli. König: Carl Niewald jun., Königin: Frl. M. Posteher, Throndamen: Frl. Pfleiderer, L. Gronemeyer, Elise Ober, Aug. Niewald, B. Niewald, Frau C. Kindsgrab, Ad. Altenbernd. Vorsitzender, Rechnungsführer wie im Vorjahre. Verwaltungsrat: C. A. Reuter, Hch. Holzkamp, Fr. Martheus. Vorstand: Oberst W. Kronshage, C. Hölter, A. Bobe, H. Freitag, W. Wegescheid, H. Tintelnot, C. Beckmann, W. Hofbüker, H. Posteher, G. Roolf, Aug. Reuter, C. Kindsgrab. 227 Mitglieder. Der Bau einer Schützenhalle auf dem Tönsberge wird nach dem Plane des Baumeisters Ross zum Preise von 12 000 Mark beschlossen, scheitert aber später an den nicht genügenden Mitteln. Die Wirtschaft wird wieder von der Gesellschaft selbst ausgeübt. Die einheitliche Kleidung wird mit Einführung des Schützenhutes gefördert.
1892 kein Schützenfest.
1893. Schützenfest am 11. und 12. Juni. König: H. Tintelnot, Königin: Frau C. Büker, Throndamen: Frl. A. Lalk, A. Blume, L. Kespohl, J. Plassmann, Frau H. Tintelnot, W. Wegescheid, C. Hölter. Vorsitzender, Rechnungsführer wie im Vorjahre. Vorstand: C. Hölter, Oberst, W. Kronshage, W. Wegescheid, W. Hofbüker, A. Bobe, C. Kindsgrab, H. Freitag, H. Tintelnot, Aug. Reuter, C. Beckmann, T T Posteher. C. Schleppenböhmer. Am 27. Juli wird von dem [.....] von Menkhausen, Herrn Emil Steinmeister, der [.....] 1888 vergeblich zu kaufen gesuchte Streifen Land oberhalb des Schützenplatzes an die Gesellschaft geschenkt.
1894 kein Schützenfest wegen des Sängerbundesfestes. Für die Einverleibung des neuen Platzes und Instandsetzung des alten werden 714 Mk. ausgegeben, Anlage eines Scheibenstandes auf Steinmeisterschem Grundstück 634 Mk., Aufstellung eines Musikpavillons 37 Mk., wozu der Gesangverein Eintracht 50 Mk. beisteuerie.
1895. Schützenfest am 16 und 17. Juni. König: C. Hölter, Königin: Frau A. Kahmann, Throndamen: Frau C. Hölter, C. Reuter, B. Kiffe, Hollmann, Bobe, Frl. M. Budde, E. Nagel, A. Sprenger, M. Westermann. Vorsitzender, Rechnungsführer wie im Vorjahre. Verwaltungsrat: C. A. Reuter, H. Blome, W. Wegescheid. Vorstand: Major W. Hofbüker jr., C. Vollbrecht, F. Schling, C. Hölter, A. Bobe, C. Paradies, H. Kassen, C. Lohmeyer, C. Blume, H. Freitag, A. Gronemeyer, C. Niewald, H. Tintelnot. 200 Mitglieder.
1896. Schützenfest am 28. und 29. Juni. König: C. Kindsgrab, Königin: Frau H. Freitag, Throndamen: Frau H. Weeke, W. Hofbüker, H. Breder, Frl. M. Posteher, L. Pfleiderer, L. Nagel. Vorsitzender, Rechnungsführer, Verwaltungsrat wie im Vorjahre. Vorstand: Major W. Hofbüker jr., H. Freitag, C. Lohmeyer, C. Vollbrecht, A. Bobe, A. Gronemeyer, C. Hölter, C. Blume, H. Tintelnot, F. Schling, H. Scheele, H. Bremer. 221 Mitglieder. Nachfeier mit Konzert am 26. Juli. Am 27. Juli starb Herr Uhrmacher C. Reuter, Ehrenmitglied d. S. G.
1897. Schützenfest am 20. und 21. Juni. König: Gustav Brand, Königin: Frl. Pfleiderer, Throndamen: Frau H. Scheele, C. Lohmeyer, Frl. A. Tölke, J. Paradies, E. Ritterbusch, L. Reuter, M. Richter, Joh. Brand. Vorsitzender: W. Hofbüker jr., Rechnungsführer: H. Weeke. Verwaltungsrat: wie im Vorjahre. Vorstand: Major Jul. Tellmann, C. Vollbrecht, H. Freitag, C. Blume, Aug. Gronemeyer, F. Schling, H. Scheele, C. Blome, H. Posteher, H. Breder, C. Kindsgrab, H. KespohL 227 Mitglieder.
1898. Schützenfest am 12. und 13. Juni. König: H. Blome, Königin: Frau Bobe, Throndamen: Frau Aug. Altenbernd, H. Breder, Aug. Reuter, H. Tintelnot, Frl. M. Richter, Reuter. Vorsitzender, Rechnungsführer, Verwaltungsfat wie im Vorjahre. Vorstand: Major Jul. Tellmann, H. Freitag, Aug. Gronemeyer, H. Scheele, C. Blome, H. Breder, C. Kindsgrab, A. Bobe, Fr. Wiskemann, F. Iseringhausen, G. Brand. 227 Mitglieder.
1899. Schützenfest am 25. und 26. Juni. König: D. Koch jr., Königin: Frl. B. Kespohl, Throndamen: Frau Heissmann, Friedrich, Frl. Elise Brockschmidt, Luise Büker, Marie Gronemeier, Liesbeth Halerich, Marie Nagel, Minna Fuhrmann. Vorsitzender, Rechnungsführer, Verwaltungsrat, Vorstand wie im Vorjahre. 255 Mitglieder. — Es wird der Versuch gemacht, eine Schützenhalle vor dem Steinbült zu bauen nach einem von Herrn Bobe angefertigten Riss. Der Kostenanschlag beläuft sich auf ca. 20 000 Mark. Die Sache scheitert aber wieder an der Geldfrage.
1900. Schützenfest am 1. und 2. Juli. Am 2. Abend um 12 Uhr ein schweres Gewitter mit furchtbarem Platzregen. König: H. Niebuhr, Königin: Frl. Aug. Bracht. Throndamen: Frau W. Kreft, Schling, Frl. Meyer, Drewes, Soll, Ritterbusch, Niewald, Stücke. Vorsitzender, Rechnungsführer, Verwaltungsrat wie im Vorjahre. Vorstand: Major Jul. Tellmann, H Scheele, H. Breder, H. Freitag, Aug. Gronemeyer, F. Iseringhausen, W. Friedrich, C. Hanning, W. Tellmann, Carl Blume, C. Paradies, Aug. Propping. 291 Mitglieder. Für Vergrösserung des unteren Platzes Verbreiterung der mittleren Terrasse, Treppen etc. sind 253 Mark verausgabt. Beleuchtung durch Acetylen. Die Küche und Restaurationshalle werden gebaut; dieselben kosten mit Einrichtung 3762 Mark. Nachfeier am 12. August mit Konzert und Tanz.
1901. Schützenfest am 30. Juni und 1. Juli. Wetter am 1. Tage schön, am 2. Tage Regen. König: Aug. Posteher, Königin: Frl. Marie Gronemeyer. Throndamen: Frl. Emilie Blume, Hermine Nagel, Laura Posteher, Minna Bobe, M. Westermann, Anna Posteher, L. Stuckmann, Aug. Tintelnot. Vorsitzender, Rechnungsführer, Verwaltungsrat wie im Vorjahre. Vorstand: Major Jul. Tellmann, H. Scheele, H. Breder, H. Freitag, Aug. Gronemeyer, F. Iseringhausen, W. Tellmann, Carl Blume, C. Paradies, C. Bobe, Fr. Stücke, Gust. Tölke. 293 Mitglieder. — Es wird beschlossen, nur noch die wirklichen Mitglieder zum Königsschießen zuzulassen. Nachfeier am 11. August wie im Vorjahre.
1902. Schützenfest am 29. und 30. Juni. Wetter: gut. König: Joe Meyer, Königin: Frau Branding. Throndamen: Frau Wagner, Lickefett, Aug. Asemissen, Joe Meyer, Dr. Martheus, H. Weeke, Frl. Tilla Settemeyer, Blankenburg, F. Pustkuchen. Vorsitzender, Rechnungsführer wie im Vorjahre. Verwaltungsrat: W. Wegescheid, H. Blome, A. Gronemeyer sen. Vorstand: Major Jul. Tellmann, ferner F. Iseringhausen, Aug. Gronemeyer jr., W. Tellmann, Fr. Stücke jr., Gust. Tölke, Carl Ritterbusch, Carl Bobe. 273 Mitglieder. — In die reglementarischen Bestimmungen wird folgender Satz neu aufgenommen: Das Königsschießen soll schon am Sonntag Nachmittag von ½ 4 bis 7 Uhr stattfinden. Wenn bis dahin der Adler nicht gefallen, so wird am Montag morgen bis 9 Uhr mit dem Schießen fortgefahren und dann der König nach den früheren Bestimmungen proklamiert. Sollte der Adler bis 9 Uhr nicht ganz herunter sein, so wird erst am Nachmittag weiter geschossen. Diese Einrichtung bewährte sich jedoch nicht, so daß das alte Reglement wieder in Kraft trat, wonach Montags morgens von 6—11 Uhr auf den Adler geschossen wurde.
[Bild: DER ERSTE KINDERSCHÜTZENTHRON 1925]
1903. 50-jähriges Fahnenjubiläum. König: Fritz Schütte, Königin: Frau Aug. Asemissen. Throndamen: Frau Branding, Dr. Martheus, Frl. Settemeyer, Bolhöfer. Vorsitzender: W. Hofbüker jr., Rechnungsführer: C. Plassmann, Major: Jul. Tellmann. 299 Mitglieder. — Zur Bestreitung der höheren Unkosten bei der Feier des 50-jährigen Jubiläums der Fahne wurde der Beitrag um 50 Pfg. erhöht. Die alten Königinnen hatten ein Fahnenband gestiftet mit der Inschrift: Zum 50- jährig. Jubiläum 1853, gewidmet von früheren Königinnen 1903, welches am Sonntagmittag vor dem Abmarsch von der zeitigen Königin Frau Branding, mit einer poetischen Ansprache dem Schützenbataillon übergeben wurde. Darauf Festmarsch: 2 Komp, mit je ca. 80 Schützen, 6 Unteroffz., 3 Offz., an der Spitze 12 ehemalige Schützenkönige, geführt vom Oberst. Nachfeier am Sonntag, den 23. August.
1904. König: Fritz Schling, Königin: Frau Kochsiek. Throndamen: Frau H. Blome, Marie Blume, Frl. A. Westermann, Grete Heissmann, Helene Nagel. Vorsitzender: W. Hofbüker, Rechnungsführer: C. Plassmann, Major: Jul. Tellmann. 267 Mitglieder.
1905 kein Schützenfest.
1906 kein Schützenfest wegen des Sängerbundesfestes.
1907. Wetter: beide Tage fast ununterbrochen Regen aber vergnügte Feststimmung. König: Wilh. Fillies, Königin: Frau Kraft. Throndamen: Frau Fillies, Hollmann, Frl. Martha Ritterbusch, Marie Nagel, Fillies, Aug. Meerkötter, Müssmann. Vorsitzender und Oberst: Jul. Tellmann, Major: W. Hofbüker, Rechnungsführer: W. Friedrich. 261 Mitglieder. Ehrenoberst: W. Hofbüker.
1908. Schützenfest am 5. und 6. Juli. Wetter: vorzüglich. König: Wilh. Kleineweke, Königin: Frau Wolff. Throndamen: Frau Stieghorst, Hoppe, Kleineweke, Rose, Frl. Brüntrup, Heissmann, Alw. Tellmann, Ober, Witte. Vorsitzender und Oberst: Jul. Tellmann, Rech.-Führer: Fritz Blume, Major: Gustav Tölke. 279 Mitglieder.
1909. Schützenfest am 4. und 5. Juli. Wetter: Schön. König: Aug. Altenbernd, Königin: Frau Minna Tellmann. Throndamen: Frau Tölke, Böger, Bretz, Lohmeier, Kochsiek, Altenbernd, Helene Lohweg, Frl. Brockschmidt, Alwine Tellmann, Erna Tellmann, Laura Posteher, Elise Wegescheidt, Else Scheele, Lina Kindsgrab, Lilli Bremer. Vorsitzender und Oberst: Jul. Tellmann, Rechn.-Führer: Fritz Blume, Major: Gustav Tölke. 307 Mitglieder.
1910. Schützenfest am 3. und 4. Juli. Wetter: gut. König: Gustav Meyer, Königin, Frau C. Plassmann. Throndamen: Frau Stieghorst, Steinmeyer, Adolf Meier, G. Meyer, Windmüller, Schleppenböhmer, Westerheide, Meseke, Frl. Haverich, Ober, Müssmann, Reuter, Wille. Vorsitzender und Oberst: Jul. Tell- mann, Rechn.-Führer: Fritz Blume, Major: Gustav Tölke. 329 Mitglieder. Als Zeltbeleuchtung: Spiritus-Glühlicht, weil billiger als elektrisch Licht.
1911. Schützenfest am 2. und 3. Juli. Wetter: 1. Tag strichweise Regen, 2. Tag schönes Wetter. König: C. Diekmann, Königin: Frau Luise Schuhmacher. Throndamen: Frau Diekmann, Kreit, Frl. E. Breder, M. Roolf, Schuhmacher, Diekmann, Löhr, M. Blome, Helene Rodewald. Vorsitzender und Oberst: Jul. Tellmann, Rechn.-Führer: Fritz Blume, Major: Gustav Tölke. 340 Mitglieder.
1912. Schützenfest am 30. Juni und 1. Juli. Beide Tage eine kolossale Beteiligung, dadurch eine Festeinnahme über M. 500.--. König: Wilh. Becker, Königin: Frau Luise Hellkamp. Throndamen: Frau Joh. Becker, Korte, Börner, Thomas, Pleineweke, Landerbarthold, Frl. Hollmann, Martha Bremer, Fried. Scheele, Plassmeier, Hoppe, Hellkamp. Oberst: Jul. Tellmann, Major: C. Plassmann, Rechn.-Führer: Fritz Blume. 350 Mitglieder.
1913. Schützenfest am 6. u. 7. Juli. Wetter: gut. König: Paul Reuter, Königin: Else Windmüller. Throndamen: M. Schmidt, Henny Weeke, Lieschen Pröter, Frieda Stieghorst, Emma Hollmann, Louise Neumeyer, Martha Müssmann, Anna Hufendiek, Lina Reuter, Frieda Altenbernd, Luise Kronshage, Lotte Büker, Frieda Budde, Luise Fleege, Minna Westerheide, Anna Brinkmann. Der diesjährige Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Verwaltungsrat: Jul. Tellmann, Vors. und Oberst: W. Wegescheid, H. Blome, F. Plassmeier, Fritz Blume, Rechn.- Führer, C. Plassmann, Major: F. Hellkamp, W. Fillies, Heb. Freitag, Aug. Altenbernd, Georg Reuter, F. Elges, K. Kronshage, W. Kleineweke, P. Bremer, G. Meyer, G. Pott.
1914. Schützenfest am 28. und 29. Juni. Wetter: gut. König: Ernst Reuter, Königin: Frieda Altenbernd. Throndamen: Friedel Scheele, Julie Büker, Elisabeth Neumeyer, Paula Altenbernd, Lieschen Elbracht, Emma Blome, Luise Hellkamp, Anna Rose, Anna Ober, Emma Hollmann, Hilda Wolff, Elisabeth Huxholl Offiziers-Korps: Jul. Teilmann, Oberst, C. Plassmann, Major, Fritz Blume, Rechnungsführer, K. Kronshage, H. Freitag, Aug. Altenbernd, Gustav Roolf, Gustav Pott, H. Blome, Gustav Meyer, Wilh. Fillies. Fahnenträger: Mahrholdt. 348 Mitglieder.
1915 bis 1921 keine Schützenfeste.
1922. Schützenfest am 2. und 3. Juli. Wetter: sonnig. König: Hch. Hollmann, Königin: Anna Steinmeyer. Throndamen: Frau Anna Hollmann, Lilly Bernheim, Frau Hanna Reineke, Else Diekmann, Frieda Becker, Frau Else Meyer, Minna Arndt Bertha Plassmann, Lina Schlafke, L. Plassmann, Frl. Paula Huwendiek, Frau Minna Tölke. Offiziers-Korps Oberst und Vorsitzender: vakant durch den Tod von Jul. Tellmann, Major: Richard Sprenger, Wilh. Fillies, Fritz Elges, Gustav Poti, Wilh. Kleineweke, Fr. Hellkamp, Ernst Reuter, Heinr. Freitag, C. Kronshage, Heinr. Saak, Georg Reuter, Gustav Roolf, als Adjudanten: Herrn. Blome, Carl Korte, Fahnenträger: Gustav KespohL 368 Mitglieder.
1923. Schützenfest am 1. und 2. Juli. Wetter: trübe. 70-jährige Fahnenweihe. Ein kleines Glas Bier kostet 800 M. König: Hermann Grote. Königin: Anna Koch. Throndamen: Joh. Müller, Hedwig Elbracht, Hanna Meerkötter, Therese Wedepohl, Luise Korte, Hanna Kreft, Lieschen Schling, Else Koch, Hanna Grote, Paula Reuter. Thron-Adjudanten: Hermann Blome, Karl Korte. Offiziers-Korps: Richard Sprenger, Oberst, Wilhelm Fillies, Major, Fritz Elges, Rechn.-Führer, Gustav Pott, Paul Bremer, Karl Kronshage, Gustav Roolf, Ernst Reuter, Heinr. Hollmann, Wilh. Kleineweke, Georg Reuter, F. Hellkamp, Aug. Altenbernd, Heinr. Freitag, Heinr. Saak, Franz Müller, Heinr. Blome. Fahnenträger: Gustav Kespohl. Mitglieder 386.
1924. Schützenfest am 6. und 7. Juli. Musik: Gesamte Kapelle Reiter-Regt. Nr. 6 Hannover, 21 Mann, unter Führung des Musikmeisters Heuer. König: Ernst Reuter, Königin: Alm Plaßmeier. Throndamen: Frau Lieschen Rusteberg, Hedwig Heissmann, Frau Frieda Meerkötter, Frau Paula Hahn, Erl. Emma Meierjohann, Hanna Mahrholdt, Marie Rüter, Frau Hermine Reuter, Frl. Martha Reuter, Frau Else Matern, Frl. Henny Grote, Lieschen Reuter, Frau Büker. Offiziers-Korps; Oberst: Richard Sprenger, Major: K. Kronshage, Heinr. Hollmann, Franz Müller, Aug. Altenbernd, Heinr. Freitag, Fritz Elges, Gustav Pott, W. Kleineweke, Heinr. Saak, H. Grote, Ernst Freitag, Willy Becker, Fr. Hellkamp, Ernst Reuter. Fahnenträger: Jul. Lohmeyer. 469 Mitglieder.
1925. Schützenfest am 5. und 6. Juli. Wetter: sonnig. Musik: Gesamte Kapelle Reichswehr-Regt. 18 Detmold, 23 Mann unter Leitung von Musikmeister Mietusch. König: Fritz Bahle, Königin: Frau Emma Büker. Throndamen: Frl. Alma Helmig, Frau Joh. Meierjohann, Frl. Martha Brinkmann, Paula Schleppenböhmer, Frau Luise Bergmeier, Frl. Frieda Grönewald, Frau Sophie Reuter, Martha Nowara, Minna Büker, Frl. Helene Bögeholz, Paula Pehle, Lieschen Langewort, Minna Bahle. Adjutant: Fritz Helbert, Heinr. Koch. Offiziers-Korps: Oberst: Rich. Sprenger: Major Karl Kronshage, Fr. Hellkamp, Wilh. Fillies, Wilh. Kleineweke, Heinr. Saak, Gustav Pott, Paul Bremer, Aug. Altenbernd, Fritz Elges, Franz Müller, Heinr. Hollmann. Fahnenträger: H. Puckert jr. 616 Mitglieder. — Kinderschützenfest. König: Richard Büker, Königin: Gertrud Pott. Ehrendamen: Lisel Reuter und Hanna Nordmeyer. Adjudanten: Richard Siebrasse und Ernst Elbbracht.
1926 kein Schützenfest. — Kinderschützenfest am 18.7.
1926. König: E. Großbongart, Königin: Aenne Becker. Throndamen: Renate Niewald und Emilie Holzkamp. Adjutanten: Karl Elges und Rolf Müller.1927. Schützenfest am 3. und 4. Juli. Musik: wie im Vorjahre. König: Aug. Kochsiek, Königin: Frau Joh. Kleineweke. Throndamen: Frau Aug. Kochsiek, Heinr. Kochsiek, P. Ober, Ad. Meier, Ad. Büker, Frl. P. Mühlenweg, M. Kleineweke, Minna Siewecke, A. Güse, Herta Büker, Aenne Reuter. Adjutanten: Fr. Helbert, Hch. Koch. Offiziers-Korps: Oberst: Rich. Sprenger, Major: Karl Kronshage, Rechn.-Führer: Paul Kochsiek, Fr. Hellkamp, Fr. Bahle. Wilh. Becker, Wilh. Fillies, Franz Müller, Fritz Elges, Heinr. Saak, Aug. Altenbernd, Ernst Freitag, Ernst Reuter, Heinr. Freitag, P. Bremer, 11. Hollmann, G. Pott, W. Kleineweke. Fahnenträger: Heinr. Kochsiek. 639 Mitglieder. In diesem Jahre wurde seit langer Zeit wieder ein Bierkönig geschossen; Bierkönig wurde der Rathauswirt Alfred Graber, Bieikönigin Frau Georg Settemeyer. — Kinderschützenthron: König: Heinz Witte, Königin: Gertrud Bobe. Thronflamen: Irmgard Möllmann und Traute Rusteberg; Adjutanten: Harald Tintelnot und Richard Böhler.
1928. Anläßlich des 75-jährigen Fahnenjubiläums wurde diese Chronik vom Unteroffizierskorps herausgegeben.
Oerlinghauser Anzeiger Fritz Dröge