Häuser mit Geschichte

Bearbeitet und zusammengestellt von A. Moll, E. Pott, F. Soll und A. Westerheide mit Fotos von M. Suska

 

Rathausstraße 33

[Bild] In der Rathausstraße 33 fällt das Haus eines Oerlinghauser Steinmetzes auf das kurz nach der Jahrhundertwende erbaut wurde. Die Front des Hauses wurde reich mit Steinmetzarbeiten verziert. Als Baumaterial diente Sandstein aus Oerlinghauser Steinbrüchen.

Tönsbergstraße 3

[Bild] August Becker, Sohn eines Leinenhändlers ließ im Jahre 1844 in der Tönsberg Straße 3 eine Brauerei errichten. Das Gebäude stand in einem ehemaligen Steinbruch und aus dem Keller war ein Stollen zur Lagerung des Bieres in den Berggetrieben. Die Brauerei hatte bis 1920 Bestand, das Gebäude diente später als Kino und Heimatmuseum.

Altes Postamt

[Bild] 1905 erbaute der Maurermeister Fritz Stücke für die Kaiserliche Post in Oerlinghausen ein Postgebäude. Bis vor wenigen Jahren befand sich das Gebäude im Privatbesitz. So ist es auch zu erklären, daß das im Eingangsturm des Postamtes sitzende Wappen der Kaiserlichen Post nicht entfernt wurde wie bei dem gleichartigen Postgebäude in Bad Lippspinge, sondern der Originalzustand des Gebäudes erhalten geblieben ist.

Die Synagoge

[Bild] Das Handwerker- und Händlerdorf Oerlinghausen beheimatete eine große jüdische Gemeinde, deren Mitglieder ihren Lebensunterhalt durch Handel bestritten. In Oerlinghausen wurde schon um 1800 eine Synagoge aus Holz errichtet, an gleicher Stelle 30 Jahre später die heute vorhandene Synagoge aus Bruchstein. Die Oerlinghauser jüdische Gemeinde verkaufte ihr Gotteshaus im Frühjahr 1938 an den nichtjüdischen Schuhmacher Sikka, so daß das nun im Privatbesitz befindliche Gebäude nicht in der sog. „Reichskristallnacht“ zerstört wurde. Heute ist das Gebäude im städtischen Besitz und wird als Präsentationsraum für Kunstausstellungen genutzt.

Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Firma Ceweco in der Detmolder Straße 6-10.

[Bild] Der linke Flügel des Gebäudes wurde 1838 vom Gerichtsassessor Meyer erbaut. Der aus Bielefeld stammende Leinenhändler Carl David Weber kaufte dieses Haus 1850, benutzte es als Wohnhaus und brachte das Kontor seiner Leinenhandlung darin unter. In dem später zugekauften Haus Detmolder Straße 6, dem rechten Flügel des Gebäudes, war die Näherei untergebracht. Erst im Jahr 1923 wurden die beiden Gebäudeteile durch den mittleren Trakt verbunden und dienten als Verwaltungsgebäude der 1905 errichteten Fabrik Weber in Oerlinghausen.

Detmolderstraße 25

[Bild] Die Zigarrenfabrik Adolph AItenbernd in der Detmolder Straße 25. Das Haus wurde im Jahre 1889 erbaut und diente dem Zigarrenfabrikanten als Wohnhaus, wobei in einem hier nicht sichtbaren Anbau die Fabrikationsräume untergebracht waren. In der Blütezeit der Oerlinghauser Zigarrenindustriewaren bis zu 50 Arbeiter in der Fabrik beschäftigt, die bis nach dem II. Weltkrieg in kleinerem Rahmen Bestand hatte.

Detmolderstraße 4

[Bild] 1885 errichtete der Leinenhändler Carl Weber neben dem Kontorgebäude in der Detmolder Straße 4 eine Villa, die bei einem Umbau in den Jahren 1897 bis 1898 durch Aufbauten erweitert wurde. Die Leinenhandlung Weber vertrieb bis zum Jahre 1905 ausschließlich handgewebtes Feinleinen, das bis nach Übersee verkauft wurde. Die Firma Weber galt zeitweilig als größte Feinleinenhandlung Deutschlands. Das in einem Park gelegene Wohnhaus spiegelt den wirtschaftlichen Erfolg der Familie wider.

Hauptstraße 53

[Bild] Der Anbau des Hauses Hauptstraße 53, im Volksmund „Gottfried” genannt, ist der Rest eines alten Gebäudes, das der Oerlinghauser Vogt Simon Barkhausen als Krugwirtschaft in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichten ließ. In Oerlinghausen erhielten nur die Vögte das Privileg, Krüge zu betreiben, doch als der Vogt Barkhausen im Jahre 1652 aus dem Amt entlassen wurde, behielt er das Recht, weiterhin einen Krug zu führen. So hieß das Gasthaus bis 1810 „Zum Alten Vogt”.

Steinbruchstraße 2

[Bild] In Oerlinghausen war um die Jahrhundertwende eine große Zahl von Ziegelmeistern ansässig. Das Haus Steinbruchstraße 2 wurde nach der Jahrhundertwende für den Ziegelmeister Meier erbaut. Auf den für Oerlinghausen typischen Bruchstein wurde mit Fachwerk aufgebaut.