Die "Scheune"

in der NW vom 29.3.1986.

 

Wenn auch der "Wilde Jäger" mit Namen Bollhöfer sich Landwirt nannte, ist der Name Scheune falsch, und sagt für unsere Stadt gar nichts aus. Warum nicht der Name - Frühere Posthalterei - oder Zigarrenfabrik Gronemeyer.

Das Haus Hauptstraße 12, frühere CoIonatsnummer 68, jetzt scheinbar "Scheune "genannt, ließ mich nachschlagen, und hier die Geschichte dieses Hauses.

In der Hauptstraße 12 befand sich seit 1841 die Preußische Posthalterei, d. h. die Pferdepost nach Bielefeld und Detmold. Der Posthalter hieß Carl Gröppel. (Er gehörte um 1848 der Gemeindevertretung an). Ab 1845 stand er im Preußisch-Taxischen Diensten. Er betrieb dieses Gewerbe bis zum August 1874, dann ging die Posthalterei an Brathuhn -Detmolderstraße 7- über.

Das Anwesen ging durch Erbschaft an Eduard Bollhöfer (vom Bollhof in Asemissen) über. Dieser verkaufte 1887 einen großen Teil seines Besitzes an die Oerlinghauser Schulgemeinde, die darauf ein neues Schulgebäude, das heutige Rathaus errichten ließ. Das Bollhöfersche Wohnhaus kaufte im Jahre 1897 August Gronemeyer und ließ im gleichen Jahre in seinen Vorgarten ein neues Wohnhaus errichten, und im alten Wohnhaus - der früheren Posthalterei - eine Zigarrenfabrik. Diese nannte sich in den ersten Jahren Kespohl & Gronemeyer. Nach ein paar Jahren schied Kespohl aus, und unter den Namen Firma August Gronemeyer bestand diese Firma in dem Hause bis Zum Jahre 1933. Sie belieferte hauptsächlich das westfälische Industriegebiet mit ihren Zigarren. Der Gründer August Gronemeyer starb schon 1925 im Alter von 50 Jahren.

Quelle: August Reuter