Eine der ältesten Bauernburgen
Die Geschichte des Gutes Barkhausen — Erzählt nach den Quellen des Staatsarchivs von Franz Stratmann
Oerlinghausen. Eine der ältesten und jetzt noch erhalten«! Bauernburgen des Ljpperlandes ist der am Nordhang des Berges gelegene ehemalige Amtsmeierhof Niederbarkhausen. In einer Urkunde des Bischöfe Meinwerk von Paderborn aus dem Jahre 1036 ist zu lesen, daß „Barkhausen mit den fünf Vorwerken Oerlinghausen, Menkhausen, Niederbarkhausen, Heepen und Eckendorf“ dem Kloster Busdorf an der Ostseite Paderborns lehnspflichtig sind. Oerlinghausen sieht in der Jahreszahl dieser Urkunde sein Gründungsjahr und feierte somit 1936 die 900-Jahr-Feder.
Die „Stätte des Meier zu Barchusen“ bezeichnete man in frühester Zeit als bischöfliches Tafelgut. Hier also wurden die ersten Naturalabgaben gesammelt und die Gerichtsbarkeit über die Bewohner ausgeübt, das Thing abgehalten.
Um das Jahr 1300 weist man im Land Lippe sogenannte lippische Bauernburgen, auch Steinwerke genannt, nach. Eine dieser größten, einst stark befestigten Burgen war Barkhausen. Weitere, teils nicht mehr vorhandene „Burgen“ waren unter anderem der Schwaghof bei Salzuflen, der Sültehof bei Heiden, das Gut Röhrentrup im Amt Lage. Ein Steinwerk aus sehr dicken Mauern, mit mancherlei Verteidigungsanlagen (Schießscharten), bei drohender Gefahr als Bergfried dienend, so sehen wir heute noch den Gutshof Barkhausen. Eine eingemeißelte Inschrift kündet uns: „Anno 1607 Duse Huser Gebran(t) 1608 Weder Gbauet." „Das Wappen der Meier zu Barkhausen war ein redendes, eine ,Birke‘ mit einem ein „Haus“ vertretenden Sparren.“
Die Amtsverwaltung lag in den Händen der vier sogenannten „Amtsmeier“: Barkhausen, Menkhausen, Heepen, Eckendorf, von denen Barkhausen der erste oder höchste war.
Der Familienname der „Meier zu Barkhausen“ auf dem Gutshofe ist seit etwa 1500 nachweisbar. Der Kanzleirat und Lehnsfiskal, (der Mann, der die Staatskasse überwachte), wurde am 31.1.1687 als Sohn des Johann Arnold Meier zu Barkhausen geboren und am 4. 2. 1687 in der Kirche in Oerlinghausen getauft. Sein Nachfahre, Johann Willibald Barkhausen, Meyer zu Barkhausen, wurde 1752 geboren.
Dr. med. Gottlieb Barkhausen wurde am 3. 7. 1777 als Landphysicus und Hofmedicus nach einer für ihn entworfenen Eidesformel in Detmold vereidigt.
Julius Christianas Gottlieb Willibald Meyer zu Barkhausen wurde am 11. 3. 1748 in Nieder-Barkhausen als letztes Kind des Johann Willibald Meyer zu Barkhausen in der Kirche in Oerlinghausen getauft. Dieser Gottlieb Meyer zu Barkhausen starb in Detmold am 14. 5. 1783.
Ein zweiter Sohn des Johann Willibald, Ludwig Willibald Barkhausen, geb. 2. 6.1742 in Oerlinghausen, war preußischer Geheimer Kriegsrat zu Halle (Saale). Er blieb unverheiratet, so daß mit seinem Tode am 19. 6. 1813 die Familie in der Manneslinie ausstarb.
Er vererbte das Gut an die Universität Halle.
Seit 1785 bis 1821 war das Pachtgut in Bewirtschaftung der lippischen Familie Röttchen. Schon Jahre zuvor hatte Friedrich Ludwig Tenge, einer Osnabrücker Kaufmannslinie, die mit Tabak und Leinen handelte, entstammend, von der Universität Halle „den Amtsmeierhof der Meyer zu Barkhausen“ käuflich erworben.