In der ehemaligen Dahlhausener Mühle sind Bäckermehle der Verkaufsschlager
Hof Westerheide in Dahlhausen hat wechselvolle Geschichte erlebt
[Bild: Drei Generationen vereint: Irmgard Echterhof, ihr Sohn Klaus-Jürgen Echterhof und Collin Wagner laden zum 125-jährigen Bestehen der Dahlhauser Mühle ein. (© Thomas Dohna, Montage: Maren Brettmeier)]
Leopoldshöhe. Vermutlich seit Jahrhunderten wurde im Windwehetal auf der ehemaligen Domäne Dahlhausen Korn gemahlen. Gewiss aber ist: Seit 125 Jahren ist die inzwischen zum Landhandel gewordene Wassermühle im Besitz der Familie Echterhof und ihrer unmittelbaren Vorfahren. An diesem Sonntag wird das gefeiert.
Mühlen waren schon immer und in allen Kulturen der Welt wertvoll. Seit dem 9. Jahrhundert sind Mühlen in Lippe nachweisbar. Die meisten waren Wassermühlen und im Besitz der Grundherren. Die Lippische Rentkammer sah
nach Angaben des Mühlenforschers Georg Heil über Jahrhunderte zu, dass das so blieb, und vergab neue Lizenzen zum Bau von Mühlen nur sehr begrenzt.
Die beiden Dahlhauser Mühlen – die Wassermühle im Tal und die Windmühle auf dem Hügel nebenan – gehörten bis ins späte 19. Jahrhundert zur Domäne Dahlhausen. In den ersten Jahrhunderten stand das Gebäude auf der anderen Seite der Dahlhauser Straße, die einst die Hauptverbindung zwischen Asemissen, Evenhausen und Schötmar war. Den Ortsteil Leopoldshöhe gab es da noch nicht. In den 1840er Jahren war das alte Mühlenhaus hinfällig. Ein neues, das heutige wurde gebaut – auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Der Mühlteich wurde größer, so dass Wassermangel in der Windwehe für längere Zeit überbrückt werden konnte.
Danach versuchten mehrere Pächter ihr Glück in den Mühlen. 1892 übernahm sie August Tölke, der beide bis 1921 bewirtschaftete. Sein gleichnamiger Sohn erbte die Pacht. Er starb allerdings schon 1924. Dessen Sohn, wieder ein August Tölke, übernahm die Mühlen. Ein Jahr darauf verlor die Windmühle während eines Sturms einen ihrer Flügel und wurde stillgelegt. Auch die Wasserkraft fand ihr Ende, Tölke stellte die Mühle auf Elektrizität um.
1960 verkaufte der Landesverband die ehemalige Wassermühle an August Tölke. Seit 30 Jahren wird auf der Mühle in Dahlhausen kein Mehl mehr gemahlen. Dennoch hat sich die Müller-Tradition erhalten. Tölkes Tochter Irmgard hat das Müllerhandwerk selbst noch gelernt und auch ihr Sohn Klaus-Jürgen Echterhof ist Müllermeister geworden. Den Landhandelsladen führte Mutter Irmgard Echterhof schon, als die Mühle noch in Betrieb war. „Der Laden gehörte dazu", sagt sie.
Im Landhandel gibt es Samen und Blumenerde, Spezialfutter für Pferde und Hunde, Hühnerfutter und etliches mehr. Dazu kommen Lebensmittel wie Kartoffeln und Eier. „Die Leute kommen zu uns, wenn sie etwas vergessen haben und nicht zum Baumarkt fahren wollen", sagt Irmgard Echterhof. Der Umsatz für diese Waren habe aber nachgelassen, klagt Klaus-Jürgen Echterhof. Nur in einem Bereich nicht: beim Mehl für Privatkunden.
„Das hatten wir schon immer", sagt Klaus-Jürgen Echterhof – wie sollte es bei einer Mühle auch anders sein. Die angebotenen Mehle seien richtige Bäckermehle. Zunehmend backen vor allem junge Menschen Brot wieder selbst.
Es erscheinen Backbücher. Professionelle Backmaschinen stehen in Privathaushalten. „Zu uns kommen die Leute bis aus Gütersloh und noch weiter weg", freut sich Klaus-Jürgen Echterhof.
Die Echterhofs wollen mit Freunden, Nachbarn und Kunden feiern: Am Sonntag, 1. Oktober, von 11 bis 18 Uhr gibt es selbst gemachten Pickert, Würstchen, Cocktails, warme und kalte Getränke.