Weitere Traditionsgaststätte in Leopoldshöhe abgerissen

Der Evenhauser Krug ist Geschichte

 

[Bild: Das war's: Gustav Petersen sitzt im Bagger seines Chefs Thorsten Stölting und sortiert die Baustoffe des ehemaligen Wirtshauses. | © Thomas Dohna]

Leopoldshöhe. Der Evenhauser Krug ist nicht mehr. In den vergangenen Tagen haben Arbeiter das Gebäude abgerissen. Damit gehen mehr als 300 Jahre Gasthausgeschichte zu Ende. Einst war der Gasthof die erste Rast der Salzfuhrleute. Nachbar Jürgen Lücking hat sich etwas mit der Geschichte der Salztransporte beschäftigt. Zwar seien andere Routen besser erforscht. Dennoch könne davon ausgegangen werden, dass der Transport des Salzes von Bad Salzuflen aus in Richtung Paderborn über Evenhausen gelaufen sei. Der Krug liege etwa zwei Stunden entfernt. Das Gasthaus ist als Kottenstätte schon seit dem Mittelalter bekannt.

Unter den Leuten hieß er "das Wibbenhaus". 1663 erwarb Christopher Kamp das Brau- und Schankrecht. Hermann, Graf und Edler Herr zu Lippe, gestattete damit Christopher Kamp und dessen Sohn Johann Wilhelm, inländisch Bier herzustellen, wenn dafür die Brausteuer entrichtet wird. Damit gehörte der Evenhauser Krug zu den ältesten Gasthöfen in Lippe. Die

Wirte wechselten, doch die Gaststätte in Evenhausen blieb erhalten. 1925 ging der Krug in den Besitz der Familie Hollmann über. Simone Büttner, geborene Hollmann, führte ihn mit ihrem Mann Harry in vierter Generation. Die Jahre gingen über den Krug hinweg, als Kegeln in Mode kam, ließen die Wirtsleute eine Bahn bauen. In vier Hotelbetten übernachteten Gäste. In den vergangenen Jahren wuchs der Sanierungsaufwand. Vieles im und am Gebäude hätte instand gesetzt und werden müssen. Simone Büttner und ihr Mann Harry sahen nicht, dass sich das rechnen würde. Nachfolger gab es auch nicht. So entschlossen sie sich, den Evenhauser Krug aufzugeben. Das neue Wohnhaus steht schon. Nun ist die Gaststätte gefallen. Bagger räumen Mauerwerk ab. Am Ende wird alles verfüllt.