Früher Pickert, jetzt Hundekuchen

 

[Bild: Neues Angebot: Markus Sisterhenn steht vor seinem neuen Zuhause. Auf dem Gelände der Gaststätte Schopketal wird er eine Hundeschule aufbauen. Foto: Lahr]

 Oerlinghausen (SL). "Geschlossen", steht auf dem Zettel im Schaukasten. Und darunter: "Macht auch nicht wieder auf." Gemeint ist die Schopketal-Gaststätte, die seit Herbst vergangenen Jahres geschlossen ist - und bleibt. Im Spätsommer wird hier eine Hundeschule eröffnen. Das Gelände ist verkauft.

Wagen mit Herner Nummerschild stehen vor dem Haus. Doch Markus Sisterhenn, der mit einem von ihnen gekommen ist, kennt sich in Oerlinghausen bestens aus. Seine Familie ist seit drei Generationen in Sennestadt im Schuhmacher-Metier tätig. "Der Wunsch zurückzukehren, war immer da", sagt der 33-Jährige. Das tut er jetzt. Gemeinsam mit seiner Frau Daniela (35), der elfmonatigen Tochter Hanna, den Schwiegereltern Peter und Monika Marks. Und natürlich den Hunden Paula und Lotte, denn ein richtiger Hundetrainer hat auch eigene Vierbeiner. Der Umgang mit Hunden, der Markus Sisterhenn von Kindesbeinen an vertraut ist, hat sich vom Hobby zum Beruf entwickelt.

Erst hat der Sennestädter nach eigenem Bekunden lange rumstudiert - Elektrotechnik und Betriebswirtschaftslehre. "Aber dann habe ich erkannt, dass ich nur in Dingen gut sein kann, die mir richtig Spaß machen", sagt der 33-Jährige und lacht.

Weil Hundetrainer bislang noch keinerlei einheitliche Qualifikation nachweisen müssen, hat sich Markus Sisterhenn für die seiner Ansicht nach beste Ausbildung entschieden und zwei Jahre bei Canis, einem Zentrum für Kynologie im hessischen Haiger, gelernt. Seit 2008 Jahr führt die dortige Hundetrainerausbildung zu einer staatlich anerkannten Zertifizierung. Sisterhenn hat diese Prüfung bestanden und sich dem jungen Berufsverband zertifizierter Hundetrainer (BVZH) angeschlossen.

Mehr als zwei Jahre habe er nach einer Immobilie gesucht, die sich für seine Belange nutzen lässt. Schließlich sei er auf die Schopketal-Gaststätte gestoßen. Dabei sei es nicht leicht gewesen, die Nutzungsänderung durchzukriegen. Seit einiger Zeit wird auf dem 5800 Quadratmeter großen Grundstück fleißig umgebaut, vieles in Eigenarbeit erledigt. Gerade wird das Gasthaus zum Wohngebäude umfunktioniert.

Im Spätsommer soll seine Schule, die den Namen "Hundstage" trägt, starten. Sisterhenn wird wie bereits in Herne Verhaltensberatung und Hundetraining durchführen - überwiegend in Einzelstunden. Wichtig ist ihm der natürliche Umgang mit dem Hund, der in gewissem Maße dessen artspezifische Bedürfnisse befriedigen soll - damit der Vierbeiner ein sozialverträglicher Partner wird.